17.11.2018

Zielsicherer Zagre führt Inter zu Sieg gegen „Auszeit-SVNA“

„Nicht zu fassen“: Gästecoach Andrade-Granados ärgert sich über 30 Minuten Leerlauf

Aller guten Dinge sind drei: Inter-Stürmer Habib Zagre (li.) schoss den SVNA fast im Alleingang ab. Foto: Bode

In der vergangenen Woche hatte Daniel Andrade-Granados das 1:1 seiner Mannschaft im Heimspiel gegen den SV Altengamme, seinen Ex-Club, noch als „eines der schlechtesten Spiele, die ich je gesehen habe“ eingestuft. Immerhin: Einen Punkt fürs Habenkonto konnte sich der SV Nettelnburg-Allermöhe am vorvergangenen Remis mit dem Ausgleichstreffer in besagter Partie noch sichern. Nach dem heutigen Match bei Inter 2000 verzichtete Andrade-Granados zwar auf eine ähnliche Einschätzung der Spielqualität, war aber in gleich zweierlei Hinsicht bedient – und das im negativen Sinne. Da war zum einen das Ergebnis: Diesmal stand der SVNA nach einem 3:5 mit leeren Händen da. Und dann war da noch die Sache mit dem Spielverlauf...

„Das war ein sehr interessantes Spiel, das wir da gesehen haben“, begann Andrade-Granados sein Statement zur Begegnung, um dann zu präzisieren: „Wir haben die ersten 15 Minuten komplett dominiert und hatten das Spiel unter Kontrolle, wobei wir ein, zwei Möglichkeiten liegengelassen haben.“ Dennoch: Der SVNA ging sogar in Führung, als Mete Sahin nach zwölf Zeigerumdrehungen einnetzte. Doch dann passierte das für Andrade-Granados absolut Unverständliche: „Wir haben uns entschlossen, einfach für 30 Minuten nicht mehr am Spiel teilzunehmen.“ Das Ergebnis? Nun, bis zur Pause drehte Inter 2000 die Partie: Erst bediente Braima Baldé seinen Teamkollegen Habib Zagre – 1:1 (19.). Dann legte Osman Celik für Zagre auf – 2:1 (26.).Und schließlich war es Baldé, der nach 35 Minuten zum 3:1 für die Schützlinge von Coach Erdal Katik traf.              

„Inter war unglaublich effizient: Wer solche Qualitäten hat, gewinnt Spiele“

„Wir haben uns entschlossen, einfach für 30 Minuten nicht mehr am Spiel teilzunehmen“, ärgerte sich SVNA-Trainer Daniel Andrade-Granados nach der Niederlage. Foto: Bode

„Die ersten beiden Torschüsse von Inter waren direkt drin. Aufgrund der halben Stunde Auszeit, die wir uns auf dem Platz genommen haben, war das Ergebnis zur Pause okay. Das Ganze ist kaum in Worte zu fassen“, ärgerte sich Andrade-Granados maßlos über den Leistungseinbruch seines Teams, um dann zu konstatieren: „Zu Beginn der zweiten Hälfte war es wieder ein ganz anderes Bild. Wir waren dominierend und spielbestimmend.“ Der Lohn der Mühen: das 2:3 der Gäste, das auf das Konto von Maurice Wenk ging, der nach 74 Minuten Inter-Schlussmann Abdulhakim Bozkaya bezwang. „Nach dem Anschlusstreffer lassen wir dann wieder diverse Chancen liegen“, bilanzierte Andrade-Granados. Und so kam das, was einer guten alten Weisheit zufolge bekanntlich kommen musste: Wer die Tore vorne nicht macht, der wird hinten bestraft.

Genauso war es an der Snitgerreihe. Zunächst erzielte Zagre, mit dem die SVNA-Defensive angesichts dreier Treffer so ihre liebe Mühe hatte, das 4:2 (81.), dann legte Samet Yazici nur zwei Minuten später zum 5:2 nach. Den Gästen glückte durch Dustin Siegmunds Tor in der 89. Minute mit dem 3:5 aus ihrer Sicht nicht mehr als nur Ergebniskosmetik. „Es war wie vor der Pause: Die beiden ersten Schüsse, die der Gegner aufs Tor bringt, sind drin. Dann treffen sie nochmal. Inter war unglaublich effizient: Wer solche Qualitäten hat, der gewinnt Spiele. Der Sieg geht völlig in Ordnung, weil wir 30 von 90 Minuten nicht wirklich am Spiel teilgenommen haben. Das ist eigentlich nicht zu fassen“, so SVNA-Coach Andrade-Granados abschließend.

Jan Knötzsch 

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