16.09.2019

Norderstedt schlägt zu: Metidji kommt!

Ex-Altona-Akteur heuert im Edmund-Plambeck-Stadion an

Das Trainer-Duo und sein Zugang: Olufemi Smith, Hischem Metidji und Jens Martens (v. li.). Foto: Sellhorn

Nachdem er zum Shootingstar der vergangenen Oberliga-Saison avancierte, mit seinen Toren, Vorlagen und seinem Spielwitz maßgeblichen Anteil an der Meisterschaft und dem Regionalliga-Aufstieg von Altona 93 hatte, und sich in der Sommer-Vorbereitung unter anderem beim Nachwuchs des VfL Wolfsburg sowie Borussia Dortmund und bei Fortuna Köln ausprobierte, hat Hischem Metidji nun ein neues sportliches zu Hause gefunden: Der 20-jährige Dribbelkünstler heuert bei Regionalligist Eintracht Norderstedt an!

In der Jugend kickte Metidji für den SC Victoria, ehe es ihn in seiner ersten Herren-Station zum Landesligisten Dersimspor zog. Dort machte er mit zehn Toren auf sich aufmerksam und weckte – auch aufgrund seiner Spielweise – das Interesse höherklassiger Vereine. Den Zuschlag bekam Regionalliga-Absteiger Altona 93, wo sich der Linksfuß mit neun Treffern und zehn Assists direkt in die Herzen der Fans spielte. Am Ende der Saison stand die erste Hamburger Meisterschaft seit 69 Jahren und der direkte Wiederaufstieg in die vierthöchste Spielklasse – auch dank Metidji, der beim 3:2-Erfolg beim Bremer SV einmal traf und im abschießenden Match gegen den Heider SV das so wichtige 1:1 von „Captain“ Marco Schultz vorbereitete.

Martens: „Er ist ein technisch sehr begabter Spieler“

Die Eintracht-Trainer Jens Martens (li.) und Olufemi Smith freuen sich über ihren Neuzugang. Foto: KBS-Picture.de

Lange schien es so, als würde Metidji den nächsten Schritt beim Profi-Nachwuchs des VfL Wolfsburg machen. Bei den „Jungwölfen“ mischte er auch in den ersten Testspielen der Sommer-Vorbereitung mit. Doch ein Wechsel zerschlug sich. Auch bei der „Zweiten“ von Borussia Dortmund durfte er sein Können unter Beweis stellen. Ein Engagement beim BVB kam aber ebenfalls nicht zustande. Gleiches gilt auch für einen Transfer zu Fortuna Köln. Nun ist er zurück in der Hansestadt und schlägt seine Zelte bei Eintracht Norderstedt auf, wie der Verein mittlerweile bestätigte. „Ja, er kommt zu uns. Die Spielberechtigung liegt jetzt vor“, erklären uns Präsident Reenald Koch und Trainer Jens Martens. „Er ist ein technisch sehr begabter Spieler, der seine Stärken in der Offensive hat – damit hat er uns auch in den Probetrainingseinheiten überzeugt. Er weiß aber auch, dass er im Defensivverhalten und in Sachen Athletik noch Nachholbdarf hat“, so Martens über seinen neuen Schützling. 

Bei einem anderen Verein aus der Hansestadt trainierte der Mittelfeldspieler, der bereits in der vergangenen Woche seinen Vertrag bei der Eintracht bis zum 30. Juni 2020 unterschrieb, übrigens zuletzt mit. „Ich habe mich viel für mich selbst fit gehalten und nach Gesprächen mit Joachim Philipkowski durfte ich dann beim FC St. Pauli II mittrainieren. Er hat gesagt, ich könne vorbeikommen“, verrät Metidji und erklärt, dass er dem Trainer der Kiezclub-Reserve dafür „sehr dankbar“ sei. Dass er nicht im Team der Braun-Weißen landete, „lag daran, dass der Kader dort schon dicht war“, teilt uns der 20-Jährige im Gespräch mit.     

Metidji: „Natürlich macht man sich Sorgen, wenn man so lange ohne neuen Verein ist“

Auf das Duell mit seinem Ex-Club Altona 93 freut sich der 20-Jährige besonders, wie er sagt. Foto: KBS-Picture.de

„Der Kontakt zu Norderstedt kam dann über meinen Berater zustande. Ich habe bei der Eintracht zwei Tage im Probetraining mitgemacht. Danach gab es ein Gespräch mit dem Trainerteam, in dem wir über meine Stärken und Schwächen gesprochen haben und wie sie mit mir planen würden“, berichtet uns derweil Metidji, der zu seinen Vorstellungen mit dem neuen Club sagt: „Für mich steht das Team im Vordergrund. Ich möchte mit der Mannschaft so hoch platziert sein, wie es geht und so wenig mit dem Abstieg zu tun haben, wie es möglich ist. Für mich selbst habe ich mir das Ziel gesetzt, viel zu spielen. Ich will der Mannschaft mit Assists, Toren und guten Spielen helfen.“ Auf einen Widersacher in der Regionalliga „freue ich mich natürlich sehr“, so Metidji: Altona 93. „Es ist etwas Besonderes, die alten Kollegen wiederzusehen. Das wird im Spiel ein großer Ansporn sein“, konstatiert der Mittelfeldmann.


Dass es nun nicht Wolfsburg, Dortmund oder Köln, sondern Norderstedt wurde – für Metidji ist das kein Problem. „In Wolfsburg habe ich vier, fünf Wochen mittrainiert, hatte gute Gespräche mit dem Trainer. Am Ende hat es dennoch leider nicht gereicht. Vielleicht war der Sprung von einem Oberligisten zu einem Top-Team der Regionalliga doch zu groß. In Dortmund und Köln war ich zu spät dran, da habe ich eine Woche vor dem Punktspielstart mittrainiert“, berichtet der 20-Jährige, und verrät: „Natürlich macht man sich Sorgen, wenn man so lange ohne neuen Verein ist. Aber ich bin von meinen Fähigkeiten überzeugt und habe mir, nachdem es nicht geklappt hat, gesagt, dass ich nicht zu schlecht bin. Dass es jetzt Eintracht Norderstedt geworden ist, freut mich. Das ist ein großer Club in Hamburg.“ 

Dennis Kormanjos/Jan Knötzsch

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