Teammanagerbericht: Grün-Weiss Eimsbüttel

Autor: Simon Hagmann

19.08.2015

Grün-Weiss Eimsbüttel verpasst das Pokal-Comeback

Bezirksliga West | Teammanagerbericht Grün-Weiss Eimsbüttel

Dienstagabend, Regenwetter am Eimsbütteler Tiefenstaaken. Für die Ligamannschaft von GWE war für die 3. Pokalrunde angerichtet , der Gegner an diesem Abend hieß SC Sperber. Ein machbares Los, doch steckte einigen Akteuren mit Sicherheit noch die Niederlage beim SC Ellerau am Sonntag in den Knochen. Im Vergleich zum Wochenende ließ Trainer Michael Schirmer mit Mundt (RV), Herbst (LM) und Spiller (IV) daher auch drei frische Kräfte ran, die den Einzug in die nächste Wettbewerbsrunde sichern sollten.


Früher Schock für GWE

Schon nach fünf Minuten waren es allerdings die Gäste, die mit einem satten Schuss von Mittelfeldmotor Mathias Bach in Führung gingen. GWE schien noch nicht ganz wach zu sein, als Bach den Abpraller nach einem Eckball weitestgehend ungestört und humorlos aus 15 Metern ins Tor drosch (5.). Kurz darauf hätte Sperber ein zweites Tor nachlegen können, Haase verpasste nach einer scharfen Hereingabe von rechts nur knapp das Gehäuse von Grün-Weiss-Torhüter Lennart Meiners.

Das erste Lebenszeichen der Gastgeber dann nach einer gespielten Viertelstunde: der heute sehr fleißige Tareg Thomsen kam im Fünfmeterraum nach Flanke von Mannschaftskollege Niemeyer zum Kopfball, doch konnte sich Sperber-Schlussmann Göbel ein erstes Mal beweisen (15.). Besser im Spiel waren aber klar die Gäste in Grün, denen sich im Zentrum zu viel Platz zur Spielgestaltung bot und die mit ihrer flinken Mittelfeldbesetzung die Eimsbütteler schwer ins Schwitzen brachten.

Ausgleich und nachfolgende Tiefschläge

Chancenlos blieben die Hausherren hingegen keineswegs - und in Minute 24. war es abermals Thomsen, der sich ein Herz fasste und aus knapp 25 Metern sehenswert ins rechte Toreck vollendete - 1:1. Gerade hatte man sich auf der Ersatzbank zuende gefreut, drohte schon neues Unheil durch den Gegner. Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich geriet GWE erneut in Rückstand, als SC-Stürmer Stefan Ruhm von der Strafraumgrenze abschließen durfte und die erneute Führung markierte. Eine gleich doppelte Abfälschung ließ GWE-Keeper Meiners keine Abwehrmöglichkeit (26.).

Grün-Weiss hatte die erste halbe Stunde fußballerisch kaum stattgefunden, jetzt aber regte sich Widerstand in der Truppe und die Hausherren drückten auf den erneuten Ausgleich. Faria (30.), Niemeyer (31.) und Linksverteidiger Heermann (33.) hatten Treffer Nummer zwei für ihr Team auf dem Fuß bzw. Kopf, doch fehlte die letzte Konsequenz beim Abschluss. Mitten hinein in die Drangphase dann der dritte Treffer für die Gäste: Stroeming reagierte nach kurz ausgeführtem Freistoß am Sechzehner einen Ticken zu spät und konnte den Gegenspieler nur noch per Foul stoppen. Den anschließenden Elfmeter versenkte erneut Ruhm souverän zum 1:3 Pausenstand.

Zweiter Durchgang erhitzt die Gemüter

Nach den Einwechslungen von Sobieraj (Faria) und Kruse (Herbst) wollte GWE in Halbzeit zwei noch einmal alles versuchen. Doch nach nur sechs gespielten Minuten hagelte es Gegentreffer Nummer vier an diesem Abend. Eine zu kurze Abwehr von Meiners verarbeiteten die hoch stehenden Sperber-Offensivleute geistesgegenwärtig, Simon Burhorst schloss aus 16 Metern ab und ließ den Mut der Hausherren erneut sinken - 1:4 (51.). Schirmer brachte daraufhin mit seiner Nummer 11 noch den jüngeren der beiden Thomsen Brüder, Tore, welcher Kapitän Wieczorek ersetzte (57.).

Der SC ließ es nun spürbar ruhiger angehen und mit Sobieraj in der Mitte mehrten sich die Spielanteile der Eimsbütteler wieder. Und so markierte Blondschopf Stroeming nach einem von Stürmer Niemeyer per Kopf verlängertem Freistoß aus dem Halbfeld geistesgegenwärtig zum 2:4 (68.). Ein Hoffnungsschimmer am wolkenverhangenen Abendhimmel in Eimsbüttel? Sehr wohl, doch tickte die Uhr unerbittlich runter und Sperber wusste sich zu wehren. Drei gelbe Karten für Sperl, Henniger und Haase zeigten jedoch, dass GWE nun endlich den berühmten Schritt schneller war.

Und wirklich - zwei Minuten vor Schluss war es erneut Stroeming, der für den umjubelten Anschlusstreffer sorgte. Spiller, der nun neben Niemeyer die zweite Sturmspitze bildete, hatte eine sehenswerte Flank von rechts geschlagen und Mitspieler Stroeming konnte zum nach eigener Aussage ersten Kopfballtor seiner Laufbahn auf 3:4 verkürzen (88.). Nun brannte die Hütte am Tiefenstaaken! Neunzig Minuten waren schon abgelaufen, Grün-Weiss stürmte verzweifelt - da blieb nach einem Luftduell ein SC-Akteur auf Höhe der Mittellinie liegen und signalisierte eine Verletzung. Und was machte der bis dahin weitestgehend überzeugende Schiedsrichter Benjamin Stello? Der ließ weiterspielen, trotz lautstarker Sperber-Proteste von der Seitenlinie. Erst als Sperber den Ball gewann und zur Ecke ins Aus spielte, konnte der augenscheinlich nicht simulierende Kicker behandelt werden.

Allerdings zeigten die Eimsbütteler selbst in dieser heißen Situation Sportsgeist und spielten den eigenen Eckball zurück zum Gegner, was den SC mit der vorhergehenden Szene zumindest mit GWE versöhnte. Nun aber hieß es für Sperber, auch die letzten Sekunden noch zu überstehen. Sobieraj war es, der kurz vor dem Schlusspfiff noch einmal vielversprechend abzog und das Gäste-Tor nur um wenige Zentimeter verfehlte. Dann war ein denkwürdiger Pokalfight vorbei, Abpfiff!

Blick nach vorne

In Durchgang eins hatte Grün-Weiss nicht das auf den Platz gebracht, was in der Truppe steckt. Es fehlten Griffigkeit und Spielübersicht, der SC Sperber bestrafte diesen Umstand gnadenlos und stets zum richtigen Zeitpunkt. Was GWE aber dann an Charakter und fußballerischem Powerplay in der letzten halben Stunde der Begegnung auf den Platz brachte, lässt für die kommenden Ligapartien hoffen. Allein, starke 30 Minuten reichten an diesem Abend nicht aus gegen Gäste, die nun verdient in der 4. Pokalrunde stehen.

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