Krupunder-Lohkamp akzeptiert 25-Punkte-Bewährungsstrafe

Wegen des Einsatzes eines gesperrten Spielers beim „18. Willy-Freyer-Gedächtnisturnier“ des FC Roland Wedel am 27. Dezember wurde Kreisklassist SV Krupunder-Lohkamp vom Sportgericht des HFV zu einer Strafe von 750 Euro sowie einem Punktabzug von 25 Zählern verurteilt. Die Strafe ist jedoch bis zum 27. Januar 2016 auf Bewährung ausgesetzt. Norbert Grohn, zweiter Vorsitzender der Lohkamper, bestätigte auf Nachfrage, dass der Verein das Strafmaß akzeptiert hat. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Bemerkenswert ist vor allem, wie die Sportgerichtsbarkeit auf den Fall des unerlaubt eingesetzten Spielers aufmerksam wurde. Der 41-jährige Marco F., der bereits am 14. April 2013 zu einer Sperre von zwei Jahren verurteilt wurde, die sich noch um ein Jahr verlängert hatte, weil er den angeordneten Coolness-Tag des HFV schwänzte, sorgte beim Hallenturnier in Wedel erneut für negative Schlagzeilen. Nachdem er wegen leichten Nachtretens eine Zwei-Minuten-Sperre erhalten hatte, sah er vom Spielfeldrand einen vermeintlichen Ellenbogenschlag gegen einen Mitspieler. Als Schiedsrichter Simon Wiechmann die Szene ungeahndet weiterlaufen ließ, verlor Marco F. die Nerven. Er lief aufs Feld zurück, schubste und beschimpfte den Schiedsrichter und warf die Ergebnistafel des Veranstalters um. Zwar zog sich Krupunder-Lohkamp unmittelbar nach dem Spielabbruch vom Turnier zurück und entschuldigte sich sowohl beim Veranstalter wie auch beim Schiedsrichter, vor einer harten Strafe durch den HFV kamen sie jedoch nicht davon.

Marco F. erhielt vom Sportgericht eine erneute einjährige Sperre von jeglicher Funktion beim HFV oder einem dem HFV angehörenden Verein. Diese Sperre beginnt erst, sobald seine vorher schon erhaltene Strafe ausgelaufen ist. Frühestens ist für Marco F. also im Mai 2017 eine Rückkehr in den Spielbetrieb möglich. Dazu ist ihm bis dahin der Zutritt zu sämtlichen Sportstätten im Bereich des Hamburger Fußballverbands untersagt. Schwerwiegender ist jedoch die Strafe für den SV Krupunder-Lohkamp. Wegen des wiederholten Einsatzes des gesperrten Marco F. kam das Sportgericht zu einem Strafmaß von 25 Punkten Abzug auf Bewährung. Als Bewährungsauflage ist dem Verein untersagt, den Bestraften auf Platzanlagen, auf denen man das Hausrecht ausübt, Zugang zu gewähren. Zudem hat der Verein die Gastgeber ihrer Auswärtsspiele vom Platzverbot Marco F. in Kenntnis zu setzen. Im Falle eines Verstoßes gegen diese Auflagen tritt der Punktabzug in der Spielzeit in Kraft, in der der erneute Verstoß fällt.

Vorstand hofft auf Einsicht

Im Klartext heißt das: Sollte Marco F. einem Spiel des Spitzenreiters der Kreisklasse 5, in dem auch sein Sohn aktiv ist, beiwohnen, werden dem Verein 25 Zähler vom Konto gestrichen. So könnte der bei bereits zwölf Punkten Vorsprung auf den 1. FC Eimsbüttel sicher geglaubte Aufstieg schnell außer Reichweite gelangen. Auch ein Klassenerhalt im neuen Jahr dürfte bei einer solchen Hypothek zur Herkulesaufgabe werden. Zwar hält Norbert Grohn das Strafmaß des HFV für überzogen, immerhin werde nun „die ganze Mannschaft wegen eines Einzeltäters bestraft“, andererseits zeigt er sich aber auch einsichtig. Auf die Frage, wie es zu einem wiederholten Einsetzen eines gesperrten Spielers kommen konnte, weiß er keine Antwort. Es handele sich dabei aber nicht um ein vom Verein gebilligtes Geschehen, sondern um einen Alleingang der Mannschaft. Diese wissen nun aber, ebenso wie Marco F., was die Stunde geschlagen habe: „Wir haben mit den Spielern und mit Marco geredet. Es ist nicht mehr fünf vor zwölf, sondern eher zwei Sekunden vor Zwölf.“ Der Vorstand könne nur auf eine Einsicht der Mannschaft hoffen, denn mit Blick auf die Tabelle weiß Grohn: „Die Mannschaft kann sich nur selber schlagen und ist sich dessen bewusst.“ Ob ein erneutes Erscheinen von Marco F. denn nun auszuschließen sei, könne er nicht beschwören: „Wir haben ja keine Glaskugel…“

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