06.01.2019

„Wir wussten trotz allem immer, dass wir die Qualität haben, jetzt Erster zu sein“

Dassendorfs Henrik Dettmann lässt im Interview die bisherige Saison Revue passieren

In den Phasen, in denen es nicht rund lief, „war auch nicht alles schlecht“, sagt Dassendorfs Henrik Dettmann. Foto: Bode

Es lief nicht alles so rund – zumindest nicht so rund, wie es die Konkurrenz befürchtet hatte: Die TuS Dasendorf überwintert zwar als „Leader“ der Oberliga, spürt allerdings den Atem des punktgleichen Verfolgers Altona 93 im Nacken – und auch der FC Teutonia 05 und der TSV Sasel liegen im Kampf um die Meisterschaft noch auf der Lauer. Wir haben mit Henrik Dettmann darüber gesprochen, warum die TuS im bisherigen Saisonverlauf schwierige Phasen hinter sich bringen musste, warum es nun auf einmal doch wieder läuft und wie er den Titelkampf in Hamburgs höchster Amateurspielklasse einschätzt. Zudem blicken wir mit dem 28-Jährigen auch schon einmal auf den zukünftigen Coach Jean-Pierre Richter, der im Sommer am Wendelweg den Staffelstab von Elard Ostermann übernimmt. 

FussiFreunde: Henrik, wenn du eure bisherige Saison mit einem Satz zusammenfassen müsstest, wie würde der lauten?

Henrik Dettmann: (überlegt) Am Anfang lief es nicht so, wie wir es geplant, hatten. Es lief alles eher zögerlich an, weil vieles neu war und sich finden musste. Inzwischen sind wir aber auf dem richtigen Weg.

Zwischendurch gab es die von dir schon angesprochenen Schwächephasen, in denen es nicht so lief. Was waren aus deiner Sicht die Gründe dafür?

Dettmann: Wir haben mit Elard Ostermann einen neuen Trainer bekommen. Zudem kamen auch Mirko Petersen als Co-Trainer und Sandro Ahrens als Torwart-Trainer neu dazu. Vorher hatten wir als Mannschaft ja bekanntlich eine lange Zeit mit Peter Martens und Thomas Hoffmann als Trainergespann gearbeitet. Man kannte die beiden also und wusste, was die sie gefordert haben und wie die Abläufe waren. Unter Elard musste sich das Ganze erst einspielen. Das braucht eine gewisse Zeitspanne. Und: Es war auch nicht alles schlecht in diesen Phasen...

Könnte einer der Gründe für die Probleme auch sein, dass ihr in der vorherigen Saison mit dem ODDSET-Pokalsieg und der Meisterschaft eigentlich alles gewonnen habt, was man gewinnen kann und es schwer ist, das nochmal zu toppen und sich zu motivieren?

Den Gegner aus dem Weg geräumt: Henrik Dettmann (li.) setzt sich gegen Condors Özgür Bulut durch. Foto: Bode

Dettmann: Ja, das stimmt schon: Wenn man ein so gutes Jahr spielt, dann kann man das so sehen. Aber es muss nicht so sein. Wir als Mannschaft sind trotzdem gierig. Der Pokalsieg in der vergangenen Saison war ein tolles Erlebnis. So etwas möchte man natürlich gerne wiederholen, wenn man die Chance dazu hat. Für die Meisterschaft gilt das genauso.

Trotz einiger Rückschläge steht ihr jetzt im Winter doch an der Tabellenspitze. War das nach diesem Verlauf der bisherigen Spielzeit noch zu erwarten?

Dettmann: So überraschend kam es aus meiner Sicht nicht unbedingt. Wir haben in der Vergangenheit auch schon Hinrunden gespielt, in denen wir nicht gänzlich überzeugt haben und am Ende waren wir trotzdem oben. Mit diesem Gefühl und dem Wissen, dass wir auch nach einer nicht so guten Hinrunde schon Meister geworden sind, haben wir Ruhe bewahrt. Wir wussten trotz allem immer, dass wir die Qualität haben, jetzt Erster zu sein.

Was macht dich zuversichtlich, dass ihr auch am Ende der Saison wieder ganz oben stehen werdet?

Dettmann: Alle Teams, die mit uns in der Tabelle da oben mitmischen, spielen bislang eine starke Saison. Egal ob das nun Altona 93, der TSV Sasel oder Teutonia ist. Wir müssen einfach auf uns schauen. Wir wissen, dass wir es können, wenn wir es in der eigenen Hand haben. Dazu müssen wir punkten – auch gegen die vermeintlich kleinen Gegner.

Trotz der Tabellenführung wird die TuS erneut nicht für die Regionalliga melden. Worin liegt eigentlich der Anreiz, als Spieler nach Dassendorf zu gehen, wenn man so oder so nicht aufsteigt?

Auch, wenn die TuS wieder nicht für die Regionalliga melden wird, gibt es aus Henrik Dettmanns Sicht genügend Anreize, das Dassendorf-Trikot zu tragen. Foto: Bode

Dettmann: Das mit der Meldung ist sicher richtig. Aber: Wir haben eine richtig gute Truppe – sowohl menschlich als auch sportlich. Es macht einfach Spaß, nach Dassendorf zu fahren. Du bist in jedem Training gefordert, an deine Grenzen zu gehen, um dem Trainer zu zeigen, dass er auf dich setzen kann. Das ist schon Anreiz genug. Bei uns ist die Stimmung zudem bestens, auch das Umfeld ist top.

Apropos Umfeld: Da wird sich zur neuen Saison etwas ändern. Jean-Pierre Richter wird als Nachfolger von Elard Ostermann euer Trainer. Wie beurteilst du die Wahl, die der Verein bei der Suche nach einem neuen Coach getroffen hat?

Dettmann: Dass Elard sich die Tür aufhält, nach einer Saison und dem Fußball-Lehrer-Lehrgang etwas anderes zu machen, war klar. Das hat der Verein uns gegenüber immer so kommuniziert. Zu Richter kann ich noch gar nicht so viel sagen, was die Zusammenarbeit angeht. Wir hatten schon positive Gespräche, aber das meiste kann ich nur aus Sicht als Gegner beurteilen, weil ich gegen Süderelbe oder Vicky gespielt habe: Er hat die Mannschaften, die er trainiert hat, besser gemacht. Seine Teams haben uns als TuS Dassendorf immer wieder vor Probleme gestellt. Die Mannschaften von „Jonny“ haben immer Fußball gespielt, den ich beeindruckend fand. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm.

Interview: Jan Knötzsch 

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