Landesliga Hansa

"Waren sofort einer Meinung, dass Matthias das mitbringt, was wir brauchen"

05. Januar 2021, 15:49 Uhr

Am Montagabend war Ohe-Manager Daniel Schmitt (re.) bei Kiez-Legende Kalle Schwensen im Amateurtalk "Kalles Halbzeit im VERLIES" zu Gast. Foto: Screenshot

Trotz der fortwährenden Corona-Pandemie und der aktuellen Saison-Unterbrechung war in den vergangenen Tagen im so beschaulichen Ohe eine Menge los. Nicht nur, dass das Umfeld stetig versucht, „die Voraussetzungen und das Drumherum zu verbessern“, wie Teammanager Daniel Schmitt erklärt – auch im direkten Mannschaftsumfeld wird es zur kommenden Saison eine gravierende Veränderung geben.

Nach jeweils siebenjähriger Amtszeit in Ohe werden Sportchef Hanno Stengel (li.) und Trainer Rainer Seibert ihre Posten räumen. Foto: Bode

Nach sieben Jahren im Verein wird Rainer Seibert das (Trainer-)Ruder an Matthias Wulff übergeben (müssen). Eine Entscheidung, die „keine Kurzschlussreaktion“ sei, wie Schmitt im Amateurtalk „Kalles Halbzeit im VERLIES“ betont, „sondern etwas, worüber wir länger gesprochen haben und was sich über die letzten Monate so ein bisschen abgezeichnet hat“. Der Verein wolle „einen neuen und jüngeren Weg einschlagen und einen Generationswechsel einleiten“, so Schmitt. „Dass die Personalie Rainer Seibert zugleich an unseren Sportlichen Leiter Hanno Stengel gekoppelt ist, war uns ebenfalls klar“, wusste man beim FC Voran Ohe darum, dass es das Duo, das einst gemeinsam bei der „Zweiten“ die Erfolgsserie begann, nur im Doppelpack oder eben gar nicht geben würde. Aber: „Wir sind guter Dinge, dass uns Hanno zumindest im Förderverein und auch anderweitig erhalten bleibt.“

"Rainer war der richtige Trainer zur richtigen Zeit"

In "Kalles Halbzeit im VERLIES" sprach Schmitt (re.) über die Trainer-Entscheidung und die sportlichen Ziele mit den Reinbekern. Foto: Bode

Dass es nun ausgerechnet im „verflixten siebten Jahr“ zur beidseitigen Trennung kommt, habe indes nichts mit dem Mythos zu tun. Denn: „Verflixt war an diesen sieben Jahren gar nichts“, beteuert Schmitt – und fügt an: „Wir trennen uns nicht im Schlechten. Rainer hat eine sehr bewegte Zeit in Ohe mitgemacht, ist auf Anhieb mit unserer Zweiten Kreisliga-Meister geworden und mehr oder weniger über Nacht zum Liga-Trainer befördert worden. Und plötzlich hatte er eine Landesliga-Mannschaft im Umbruch vor der Brust.“ Eine Mannschaft, die mit ihrem Übungsleiter zusammen gewachsen ist und sich inzwischen im oberen Landesliga-Drittel etabliert hat. Deshalb stellt Schmitt auch klar: „Rainer Seibert war der richtige Trainer zur richtigen Zeit!“ Dass irgendwann der Zeitpunkt kommen würde, an dem man „einen neuen Impuls“ braucht und vielleicht auch, „um einen neuen Weg einzuschlagen, um zu gucken, ob eventuell noch mehr drin ist“, scheint nur logisch.

"Matthias vertritt die Werte, die wir brauchen"

Ex-Curslack-Coach Matthias Wulff wird in der kommenden Saison das Ruder am Amselstieg innehaben. Foto: Bode

Dass die Wahl bei der Suche nach einem Nachfolger auf Matthias Wulff fiel, erscheint ebenso plausibel. „Ich kenne Matthias noch als Kapitän aus Curslack-Zeiten. Mittlerweile bestimmt schon seit 15 Jahren. Er war der erste Kandidat, mit dem wir uns auseinandergesetzt haben – und auch der, wo wir uns sofort einer Meinung waren, dass er das mitbringt, was wir brauchen“, nimmt Schmitt auch Abteilungsleiter Peter Bahr mit ins Boot – und erläutert: „Er kann einen neuen Anreiz schaffen mit einem entsprechenden Anspruch an sich selbst als Trainer, steht aber auch für eine Konstanz, nur für zwei Vereine gespielt zu haben.“ Für eben jene Konstanz steht man eben auch im dörflichen Ohe, wo „mit relativ überschaubaren finanziellen Mitteln“ versucht wird, „vernünftigen Sport anzubieten“. Etwas, was Wulff aus seinen Stationen bei Curslack oder auch Altengamme ebenfalls kennt. „Zudem vertritt die Werte, die wir brauchen – was Kameradschaft auf und abseits des Platzes angeht.“. Denn: „Er hat auch gesagt, dass er mit seinen Vereinen nicht so erfolgreich war, weil sie die besten Einzelspieler hatten, sondern weil sie zu dem Zeitpunkt die beste Einheit gebildet haben. Das trifft unseren Nerv. Und den Weg wollen wir auch gehen.“

"Wenn es am Ende dazu reicht, werden wir uns nicht wehren"

Sportliche Ziele seien da, von einem Aufstiegs-Druck will Ohe-Manager Schmitt aber gar nichts wissen. Foto: Bode

Nur zu verständlich, dass die Ansprüche am Amselstieg steigen. Von einer Aufstiegs-Pflicht will man jedoch nichts wissen. „So etwas gibt es bei uns nicht“, entgegnet Schmitt deutlich bei „Kalles Halbzeit im VERLIES“ – und präzisiert: „Wir gehen damit ganz locker um, haben keinen Druck und nicht den Anspruch, jetzt sofort aufzusteigen. Wir fühlen uns in der Rolle im oberen Drittel der Landesliga sehr wohl und wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen. Matthias bekommt die nötige Zeit.“ Nichtsdestotrotz habe man einen Kader beisammen und nicht zuletzt im vergangenen Sommer mit Spielern verstärkt, „die eine gewisse Oberliga-Erfahrung mitbringen, uns auch im Training weiterbringen und für eine Mentalitäts-Steigerung sorgen sollen.“ Dennoch wird der eingeschlagene Weg, „vermehrt auf junge Talente zu setzen“, nahtlos fortgeführt. „Wir wollen ein Verein sein, der für junge Spieler, die sich in einer ruhigen Atmosphäre weiterentwickeln wollen, ein guter Hafen ist. Wenn das am Ende dazu reicht, um sportlich so erfolgreich zu sein, dass es eine Liga höher geht, dann werden wir uns nicht dagegen wehren.“ Aber zunächst einmal sieht sich Schmitt selbst „in der Pflicht, dass wir die Mannschaft so gut vorbereiten, dass wir besser sind als in der letzten und vielleicht auch in dieser Saison“. Wann auch immer die fortgesetzt wird…

Autor: Dennis Kormanjos

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