08.07.2019

„Gody Cup“: Lohmann avanciert zum Sieggaranten!

Vicky schlägt Norderstedt im Finale

Vicky-Keeper Dennis Lohmann (Mi.) nimmt die Glückwünsche zum Turniersieg von Organisator und Vicky-II-Co-Trainer Michel Massing entgegen. Foto: Kormanjos

Als Spieler feierte er unzählige Erfolge. Nun hat Marius Ebbers seinen ersten Titel als Cheftrainer eingeheimst – wenn auch nur in einem Vorbereitungsturnier. Mit dem SC Victoria hat der ehemalige Torjäger des FC St. Pauli das Benefizturnier um den „Gody Cup“ – zu Ehren des langjährigen und viel zu früh verstorbenen U23-Coaches Gody Hoedoafia – gewonnen. Im Finale zwang Vicky den Regionalligisten Eintracht Norderstedt mit 4:2 nach Elfmeterschießen in die Knie. Nicht zuletzt dank Torsteher Dennis Lohmann, der gleich zwei Strafstöße parierte und somit zum Matchwinner avancierte!

„Wenn man am Ende als Turniersieger dasteht, dann kann man nur zufrieden sein“, zeigte sich Marius Ebbers hocherfreut über den Auftritt seiner Jungs. „Vor allem, weil wir in den zwei Tagen nur zwölf Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung hatten.“ Deshalb könne er ihnen nur „ein riesen Kompliment“ aussprechen. „Wahnsinn, was sie auch gerade im Endspiel über die 45 Minuten noch einmal abgerissen haben. Schön, dass sich die Truppe dafür mit dem Turniersieg belohnt hat.“ Erreicht hatte man das Endspiel durch einen 2:0-Erfolg über Liga-Kontrahent TSV Sasel. Ein Spiel, in dem die „Parkwegler“ anrannten, aber die defensive Grundausrichtung der Hoheluft-Kicker nicht durchbrechen konnten. „Wir haben übers Wochenende mal eine Alternative getestet. Das war sicherlich ein bisschen ungewohnt für die Jungs, aber sie haben es super umgesetzt. Es sah sehr kontrolliert aus, aber das war auch so gewollt“, erklärte Ebbers im Anschluss.

"Das war vom Auftreten okay"

Marius Ebbers hatte nach dem ersten Turniersieg als Chefcoach des SC Victoria allen Grund zur Freude. Foto: Bode

Die Treffer im Semifinale erzielten Neuzugang Ian-Prescott Claus, der von einem langen Ball von Joshua Freude über die Abwehrkette hinweg in Szene gesetzt wurde, und Alexander Borck, der ein Zuspiel von Magnus Hartwig zu nutzen wusste. Im zweiten Halbfinale tat sich Eintracht Norderstedt gegen Oberliga-Absteiger HEBC lange Zeit enorm schwer. Erst ein unglücklicher Strafstoß – nach einem leichten Kontakt von Moses Magens gegen Rico Bork – brachte die Martens-Equipe auf die Siegerstraße. Jordan Brown verwandelte zum 1:0, ehe Nathaniel Amamoo mit einem 25-Meter-Strahl nur wenige Augenblicke später erhöhte. Beim dritten Treffer leisteten die Eimsbütteler gütige Mithilfe: Eine Brown-Flanke köpfte Janek Wrede über seinen eigenen Schlussmann hinweg in die Maschen. Robin Geist, der an jenem Tag beim Hammonia-Landesligisten zwischen den Pfosten aushalf, gab in jener Szene auch keine glückliche Figur ab. EN-Coach Jens Martens befand im Nachgang: „Das war vom Auftreten okay. Wir haben das Spiel bestimmt – aber das muss man natürlich auch von uns erwarten.“

Bolz-Doppelpack und Gerken-Festspiele

Im Spiel um den fünften Platz machte der Eimsbütteler TV gegen Eintracht Lokstedt einen 0:1-Rückstand – Alexander Gäde traf mit einem leicht abgefälschten 20-Meter-Geschoss genau in den rechten Giebel – wett und triumphierte nach Toren von Jasper Hölscher, der nach einem Zuspiel von Lukas Wenzel aus 17 Metern ganz überlegt ins rechte untere Toreck beförderte, sowie „Doppelpacker“ Leon Bolz mit 3:1. Der aus den eigenen A-Junioren hochgezogene Bolz veredelte zunächst einen Traumpass von Bamo Karim Mohamed, um wenig später eine nicht minder sehenswerte Vorlage von Mert Erdal mit einem wunderschönen Lupfer zu krönen. Derweil schossen die „Gerken-Brüder“ den TSV Sasel zum dritten Platz. Beim 2:0-Erfolg gegen den HEBC war es erst Jean-Lucas Gerken, der nach einem Zankl-Volley in Folge einer Bajraktaraj-Ecke beherzt nachsetzte und das Leder aus 18 Metern in den linken Winkel schweißte, ehe Nick Gerken nach einem Querpass von Mazlum Oguz zur Stelle war.

Von Knebel-Doppelpack zu wenig: Lohmann avanciert zum Sieggaranten

Joshua Freude (li.) und Dennis Lohmann (2. v. li.) halten die errungenen Trophäen in den Händen. Foto: Kormanjos

Dem großen Finale drückte zunächst Johann von Knebel seinen Stempel auf. Der frühen Führung ließ der Mittelfeldakteur von Eintracht Norderstedt nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich – Yannick Siemsen war vom Punkt zur Stelle, nachdem Fabian Grau ein völlig unnötiges Foulspiel im eigenen Sechzehner beging – die abermalige Führung für den Regionalligisten folgen. Zuvor hatte ihm Dane Kummerfeld die Kugel mustergültig serviert, so dass von Knebel aus der Drehung mit links erfolgreich war. Letzten Endes sorgte Incheol Choi jedoch dafür, dass die Partie im Elfmeterschießen entschieden werden musste. Der Neuzugang vom SC Condor vollstreckte nach einer Vorarbeit von Magnus Hartwig zum 2:2. Damit ermöglichte der offensive Außenverteidiger des SCV seinem Keeper Dennis Lohmann, dass dieser anschließend zum Helden avancierte. Lohmann entschärfte die Versuche von Nick Brisevac und Philipp Koch – während Dennis Richter für Vicky nur die Latte traf. Da Choi und Siemsen ihre Hausaufgaben aber souverän erledigten, behielt der Oberligist gegen die klassenhöheren Garstedter mit 4:2 die Oberhand und heimste den Turniersieg ein!

Martens: "Wenn du zwei solche fetten Fehler machst, dann musst du dich nicht wundern"

Auch wenn Ebbers im Nachgang betonte, dass man „die Vorbereitung“ und das Ergebnis „nicht zu hoch hängen sollte“, „Norderstedt schon leicht spielbestimmend war“ und „Elfmeterschießen immer ein bisschen Glück- und Nervensache“ sei, habe sein Team „immer wieder gefährliche Nadelstiche gesetzt“, sich „mit zwei Toren belohnt“ und „am Ende nicht unverdient gewonnen“. Sein Gegenüber betonte derweil: „Wenn du zwei solche fetten Fehler machst, dann musst du dich nicht wundern, wenn das Spiel 2:2 ausgeht.“ Womit er auf den von Fabian Grau völlig unnötig verursachten Strafstoß vor dem 1:1 und den Fauxpas von Vico Meien vor dem 2:2 anspielte. Man habe „die nächsten Erkenntnisse gewonnen“, so Jens Martens, der mit seinen Schützlingen bis dato „ziemlich viel im konditionellen Bereich gearbeitet“ hat, wie er verriet. Die Erkenntnis: „Da sind wir noch nicht da, wo ich uns haben will. Aber die Jungs haben sehr gut mitgearbeitet – und wir haben durchaus schon leichte Verbesserungen über die Testspiele festgestellt. Da werden wir auf jeden Fall noch weiter arbeiten und im Trainingslager richtig Gas geben.“

Autor: Dennis Kormanjos

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