Kreisliga 2

Falke II-Neucoach Ferck: „Wenn das Miteinander stimmt, ist das die halbe Miete!“

24. Juni 2021, 14:39 Uhr

Das neue Trainerduo beim HFC Falke II: Timm Ferck (li.) und Paul Krakow. Foto: Verein

Sein Name steht für den SC Alstertal-Langenhorn. Über 20 Jahre war Timm Ferck bei SCALA aktiv – ob als Spieler oder Trainer. Zunächst durchlief er als Aktiver sämtliche Jugendteams und schaffte schließlich den Sprung in die Liga-Mannschaft. Nachdem er seine eigene Laufbahn aufgrund diverser Verletzungen vorzeitig beenden musste, schlug er die Trainer-Karriere ein – und arbeitete sich über die B- und A-Jugend bis in den Herrenbereich vor. Von der Vierten Herren über die „Zweite“ bis hin zur Ersten: Ferck war bei „seinem“ Club stets zur Stelle. Doch im vergangenen Sommer ging die Ära zu Ende. „Berufsbedingt“ legte Ferck sein Amt als Cheftrainer bei SCALA nieder. Nun ist er zurück – aber erstmals nicht an der Siemershöh…

Mitte Mai gaben die Verantwortlichen des HFC Falke bekannt, dass Timm Ferck den Cheftrainerposten bei der Zweitvertretung übernehmen wird. An seiner Seite: Paul Krakow. Der Kontakt zu den Falken kam über Obmann Nils Kuntze-Braack zustande, wie uns Ferck verrät. „Mein Bruder war früher bei Schnelsen, als ‚NKB‘ dort tätig war. Von daher kennen wir uns schon ein paar Jahre“, klärt er auf – und fügt mit einem leichten Augenzwinkern an: „Ich glaube, die haben gesehen, dass die Arbeit nicht so schlecht war, die ich bei SCALA fabriziert habe.“ Am Tag nach der Kontaktaufnahme schaute Ferck bereits beim Training der „HFC-Amateure“ zu und tauschte sich dort mit Kuntze-Braack sowie dem neuen Präsidenten Timo Oehlenschläger aus. „Da ich jetzt ein Jahr lang berufsbedingt nichts gemacht habe, hat es schon in den Füßen gejuckt, den Platz mal wieder aus nächster Nähe zu erleben“, war das Kribbeln zurück. „Die Gespräche liefen super. Das Drumherum hat einen guten Eindruck gemacht. Ich hatte Bock, wieder als Trainer tätig zu sein. Deshalb habe ich dort zugesagt und wurde auch nicht enttäuscht!“

"Im Großen und Ganzen bin ich happy, wie es gekommen ist"

Falke-Obmann Nils Kuntze-Braack hat Timm Ferck von einem Engagement bei den Falke-Amateuren überzeugt. Foto: Bode

Aufgrund einer angedachten beruflichen Weiterbildung, zu der es im Endeffekt nicht kommen sollte, legte Ferck sein Amt bei SCALA im vergangenen Sommer nieder. Eine Entscheidung, die er im Nachgang keineswegs bereut – denn: „Im Großen und Ganzen bin ich happy, wie es gekommen ist. Es bringt einen selbst immer weiter, wenn man mal einen neuen Verein und neue Leute kennenlernt“, wagte er „Schritt ins Ungewisse“. Da sich als Spieler nie die Möglichkeit ergab, zu wechseln, „weil ich zu oft verletzt war“, habe er nun „die Chance genutzt, den Schritt raus zu machen“, wie er sagt.

"Ich trainiere nur das, worauf ich selbst Bock hatte"

Dass es sich um eine Zweite Mannschaft handelt, tangiert Ferck indes überhaupt nicht: „Ich will Jungs voranbringen – unabhängig davon, in welcher Liga sie spielen. Wir verdienen uns alle keine goldene Nase mit dem Fußball, also sorge ich dafür, dass ich die Jungs, die ich trainiere, möglichst nach vorne bringe. Da ist mir erstmal egal, in welcher Liga.“ Er wolle nur „das Feuer und die Leidenschaft“ bei seinen Jungs sehen. „Für den Rest bin ich verantwortlich.“ Und das in einer Rolle, in der er voll aufgeht – wenngleich: „Gefühlt bin ich immer noch mehr Spieler als Trainer. Ich würde auch sagen, dass das eine meiner Stärken ist, nah an den Jungs dran zu sein. Und ich trainiere auch nur das, worauf ich als Spieler selbst Bock hatte.“ Allerdings betont er auch: „Natürlich gehört in der Vorbereitung so etwas wie Grundlagenausdauer dazu. Aber in der Regel versuche ich, alles mit dem Ball zu machen. Denn ich hatte früher selbst keine große Lust, zu laufen“, witzelt er. „Grob gesagt: Ich versuche, das zu vermitteln, worauf ich früher selbst Bock hatte.“ Durch den Erwerb der Trainer-B-Lizenz habe er aber auch ganz andere Eindrücke gesammelt und neuen Input bekommen, berichtet uns Ferck. „Ich habe da sehr viel mitgenommen, was mir im Trainerdasein weiterhilft. Und so mixe ich das ein wenig.“

"Zu einem guten Kicker sage ich niemals 'Nein'"

Der HFC Falke vertritt Hamburg und ganz Deutschland bei der FENIX Trophy - auch die "Zweite" will tatkräftig supporten. Foto: Bode

Der neue Kader für die kommende Saison in der Kreisliga würde derzeit circa 18 Mann umfassen. Da man sich noch in der Urlaubsphase befindet und die erste Trainingswoche „etwas schwierig war, da alle erstmal mit dem Gedanken klarkommen mussten, dass wir nach acht Monaten nichts tun wieder Training haben“, müsse sich alles noch ein Stück weit „einpendeln“. Doch die Falke-Reserve ist auf einem guten Weg, wie auch der neue Übungsleiter meint: „Wir haben ein, zwei Verstärkungen dazu bekommen. Aber grundsätzlich guckt man sich immer um. Zu einem guten Kicker sage ich niemals ‚Nein‘, wenn er denn ins Team passt.“ Allerdings würde er „niemals einen super Kicker nehmen, wenn er die gute Stimmung im Team stört. Denn in der Kreisliga ist es nun mal so: Wenn das Miteinander stimmt, dann ist das die halbe Miete.“ Bei seinem Ex-Verein wolle er indes „nicht aktiv Spieler abwerben“, schließt er aus, dass sich ehemalige Weggefährten, die noch bei SCALA aktiv sind, nun dem HFC Falke II anschließen.

"Ich sehe mich hier über mehrere Jahre arbeiten"

Was das grundsätzliche Leistungsniveau innerhalb der Kreisliga 2 anbelangt, könne er keine Einschätzung abgeben, „weil die Liga für mich neu ist und ich die Gegner nicht wirklich kenne. Aber wenn wir unseren Part abrufen, dann wird es für jeden Gegner schwierig, uns zu schlagen. Aber das muss dann auch zu 100 Prozent der Fall sein“, fordert er von seinem Team volle Leistungsbereitschaft. Dann könne man auch „so weit oben wie möglich mitspielen und erfolgreichen Fußball zeigen. Was dabei schlussendlich herum springt, wird man sehen“, will sich Ferck nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. Zumindest in diesem Punkt nicht. Denn beim neuen Club fühlt er sich schon jetzt pudelwohl. So sehr, dass er sagt: „Ich kann mir das auf jeden Fall langfristig vorstellen und sehe mich hier auch über mehrere Jahre arbeiten. Denn es macht wirklich Spaß.“ Dass Timm Ferck für Vereinstreue steht, hat er hinlänglich bewiesen. Nun hofft er darauf, „dass die Erste weiter erfolgreich ist. Und wir wollen den Anschluss halten, damit Erste und Zweite immer dicht beieinander sind.“ Denn: „Es ist ja immer das Ziel, ein guter Unterbau zu sein.“

"So etwas gab es noch nie und ist für jeden Fußballfan ein Highlight!"

Ferck möchte mit der "Zweiten" der Falken möglichst weit oben landen. Foto: KBS-Picture.de

Apropos Erste Mannschaft: Diese sorgte durch ihre Teilnahme an der sogenannten „FENIX Trophy“ gerade erst für Aufsehen (HIER mehr dazu). Beim international besetzten Turnier, für das sogar ein Antrag zur Genehmigung bei der UEFA gestellt wurde, vertritt Falke den deutschen Fußball. „Ein super Projekt“, schwärmt auch Ferck. „So etwas gab es noch nie und ist für jeden Fußballfan ein absolutes Highlight – gerade als Amateurfußballer. Ganz egal, ob man nun aktives Falke-Mitglied ist oder nicht.“ Und welchen Beitrag kann die „Zweite“ bei jenem Turnier leisten? „Wenn die Jungs Unterstützung brauchen, werden wir möglichst viel Unterstützung bieten – und wenn es nur lautstarker Support von draußen ist. Es gibt doch nichts Schöneres, als unter der Woche mal ins Ausland zu reisen und dort Fußball zu spielen!“ Ehrlichen Fußball ohne Kommerz. Genau darum geht es auch bei besagter FENIX Trophy – und für den HFC Falke. „Für mich ist Falke kein Projekt mehr. Es war vielleicht mal eines am Anfang. Aber mittlerweile ist man so gereift, dass wir uns als gefestigtes Team sehen“, befindet Ferck abschließend.

Autor: Dennis Kormanjos

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