LOTTO-Pokal

Ex-Profi Morike Sako schießt den FC Hamburger Berg zur nächsten Sensation!

23. Januar 2022, 19:16 Uhr

Der FC Hamburger Berg kegelt den Bezirksligisten Heidgrabener SV aus dem LOTTO-Pokal. Foto: privat

Beim Heidgrabener SV staunte man nicht schlecht. „In gewisser Weise waren wir schon überrascht“, entgegnete Patrick Langer, Fußball-Abteilungsleiter des HSV, auf Nachfrage zu einer ganz besonderen Personalie. Nicht etwa beim Tabellensiebten der Bezirksliga-Staffel 1, sondern beim Pokal-Gegner vom FC Hamburger Berg. Nach drei gescheiterten Anläufen konnte das Viertrunden-Duell im LOTTO-Pokal nun endlich stattfinden – und der Kreisklassist hatte eine ganz besondere Überraschung parat…

Hamburger Berg-Präsident Ralph Hoffmann sorgte im Vorfeld dafür, dass der Platz an der Wichmannstraße spielfähig ist. Foto: privat

Er ist inzwischen 40 Jahre jung, blickt auf 67 Zweitliga-Einsätze (sechs Tore) für den FC St. Pauli und Arminia Bielefeld zurück – und beendete seine aktive Karriere eigentlich im Sommer 2015 bei Eintracht Norderstedt. Die Rede ist von Ex-Profi Morike Sako. Der groß gewachsene Angreifer stand urplötzlich in der Startaufstellung des FC Hamburger Berg im Pokalduell mit dem zwei Klassen höher kickenden Gast aus Heidgraben! „Das ist jetzt schon seine zweite Saison bei uns“, verriet Hamburg Berg-Coach Gerd Kruspe. In der Vorsaison stand Sako in den ersten vier Partien für den Underdog aus der Kreisklasse auf dem Platz. In dieser Spielzeit hatte er allerdings noch keinen Einsatz zu verzeichnen. Bis jetzt!

"Seine Erfahrungswerte sind für uns natürlich Gold wert"

„Über ihn lief das ganze Spiel. Allein schon durch seine körperliche Präsenz ist er natürlich sehr auffällig“, konstatierte Langer – und befand: „Was er in seiner Freizeit oder nach seiner Karriere macht, bleibt ja ihm überlassen. Wenn er das machen möchte, steht ihm das natürlich frei“, so der Fußball-Abteilungsleiter der Gäste, die am Ende – um es vorweg zu nehmen – das nächste Opfer des FC Hamburger Berg wurden!

Trotz Führung musste man sich dem krassen Außenseiter, der zuvor schon den Eimsbütteler TV aus dem Wettbewerb kegelte, geschlagen geben. „Der alte Trainer hat mal wieder zugeschlagen“, witzelte Kruspe im Anschluss an den 2:1-Sieg seiner Mannen. „Die Mannschaft hat den Plan gut umgesetzt und sehr gut gespielt!“ Auch ein gewisser Morike Sako, der das zwischenzeitliche 1:1 erzielte und die Aufholjagd einleitete. „Wir haben auch andere Spieler, die genauso stark sind. Morike hat natürlich einen Namen, aber auch schon ein gewisses Alter. Seine Erfahrungswerte sind natürlich Gold wert für uns. Und heute haben wir ihn mal wieder mitspielen lassen“, so Kruspe mit einem Augenzwinkern, ehe er anfügte: „Morike ist natürlich ein toller Spieler!“

"Ich weiß, wie stark die Mannschaft ist"

Die Spieler des Kreisklassisten bejubeln den neuerlichen Coup. Auch Ex-Profi Morike Sako (obere Reihe, 5. v. re.) trug seinen Teil mit einem Tor dazu bei. Foto: privat

Früher als richtiger Sturmtank bekannt, hat Sako beim Hamburger Berg inzwischen eine ganz neue Rolle: „Sonst war er immer als ‚Sechser‘ dabei, heute hat er als ‚Zehner‘ und Ballverteiler gespielt.“ Aber auch den defensiven Bereich mit abgedeckt. Bei seinem Tor profitierte Sako von einem kongenialen Zuspiel von der Seite. „Die Vorbereitung war entscheidend“, befand sein Trainer, der keineswegs überrascht war vom nächsten Coup seiner Elf: „Ich weiß, wie stark die Mannschaft ist. Und für mich ist ein Pokalspiel auch kein besonderes Spiel, sondern ein ganz normales wie jedes andere. Die waren überrascht, dass wir sie gestresst, dagegengehalten, unsere Spielstärke ausgespielt und den Gegner hinten reingedrückt haben“, lautete Kruspes Fazit.

"Schwer nachzuvollziehen, wie diese Mannschaft im Mittelfeld der Kreisklasse stehen kann"

Und auch Langer musste anschließend gestehen: „Für uns ist es ein bisschen schwer nachzuvollziehen, wie diese Mannschaft im Mittelfeld der Kreisklasse stehen kann. Das ist eine gute Mannschaft. Aber auf den Pokal haben sie scheinbar mehr Lust.“ Angesprochen darauf, entgegnet Kruspe: „Das geht uns genauso. Aber wir haben leider nicht die Kontinuität in der regelmäßigen Arbeit und nicht immer alle Jungs beisammen. Es ist schwer, eine Mannschaft immer so stark spielen zu sehen. Bisher hatten wir aber das Glück im Pokal, stets eine starke Mannschaft aufstellen zu können.“ Und weiter: „Wir haben wirklich eine starke Mannschaft, mit der man was erreichen kann!“

"Jetzt wird man sagen: Stopp - jetzt wissen wir, wer der Hamburger Berg ist"

Foto: privat

Und wo soll die Reise – nach dem 2:1-Siegtreffer per Foulelfmeter durch Najimu Mohammed und dem Einzug ins Pokal-Achtelfinale – noch hingehen? „Ich schaue als Trainer von Spiel zu Spiel – ob nun in einem Punkt- oder in einem Pokalspiel. Wir haben ein Spiel gewonnen – nicht mehr und nicht weniger.“ Aber: „Beim ersten Mal, als wir den ETV geschlagen haben, hat man vielleicht noch gedacht: Das war Glück. Jetzt wird man sagen: ‚Stopp. Jetzt wissen wir, wer der Hamburger Berg ist.‘ Denn keiner hatte uns auf der Rechnung!“ Das wird sich nun ändern. Spätestens im Achtelfinale, wenn der Harburger SC an die Wichmannstraße kommt. Ob Präsident Ralph Hoffmann dann wieder mit der Harke den kompletten Platz herrichten muss, wird sich dann zeigen…

Das 2:1 für den Kreisklassisten per Elfmeter!


Der FC Hamburger Berg bejubelt den nächsten Pokal-Coup!

Autor: Dennis Kormanjos

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