Landesliga Hansa

„Tornie“ trägt Trauer: „Es war möglich zu gewinnen“ – aber Rahlstedt „szillat“ mehr

Düneberg zeigt beim RSC „beste Saisonleistung“, verliert aber mit 0:4

01. November 2019, 23:49 Uhr

Joel Osei Szillat (Mi.) besorgte zwei der vier Rahlstedter Treffer. Foto: Hoyer

Die Niederlage tat weh. Und sie hinterließ ihre Spuren. „Die ganze Mannschaft und auch die Spieler, die nicht im Kader waren, saßen gerade alle zusammen fassungslos in der Kabine. Es war bestimmt zehn Minuten lang total still. Keiner konnte es so richtig glauben“, berichtete Dennis Tornieporth nach dem 0:4 des Düneberger SV beim Rahlstedter SC. „Das Ganze muss man erstmal zwei, drei Tage sacken lassen. Das Wochenende ist für mich gelaufen. Es tut mir leid für die Mannschaft, dass sie sich nicht belohnt“, fügte der DSV-Coach hinzu und erhielt Trost von seinem Trainerkollegen Mohet Wadhwa: „'Tornie' hat eine super Mannschaft, da ist viel mehr drin, als im Moment abgerufen wird. Ich wünsche Düneberg, dass sie da unten rauskommen.“

Nette Worte unter den beiden Übungsleitern, die sich seit einem gemeinsamen C-Lizenz-Lehrgang bestens kennen und freundschaftlich miteinander verbunden sind. Dennoch aber „klaute“ Wadhwa mit dem RSC seinem Kumpel Tornieporth die drei Zähler – und die Freude über den „Dreier“ konnte auch der RSC-Trainer nicht verhehlen: „In der Höhe fällt dieser Sieg zu hoch aus. Aber es sind drei Punkte, die uns gut tun. Wir sind die nächsten zwei, drei Wochen über den Berg und müssen jetzt im nächsten Spiel gegen den Klub Kosova Gas geben – darauf kommt es an, nur das zählt. Das 4:0 tut gut und beschert uns ein schönes Wochenende. Aber Düneberg hatte auch drei, vier richtig gute Chancen. Wenn wir in den ersten zehn, 15 Minuten 0:1 zurückliegen, dann kann sich auch keiner beschweren.“ Seine Elf aber, so Wadhwa weiter, sei „eiskalt gewesen. So ist Fußball. Wir sind froh über die Punkte.“

Wadhwa: „Wir haben die Lücken, die Düneberg zwangsläufig hatte, brutal genutzt“

Gerrit Brelle setzte nach seiner Einwechselung den 4:0-Schlusspunkt für den RSC. Foto: Hiob

Nach Einschätzung des RSC-Übungsleiters war es „ein ausgeglichenes Spiel, wo ein Unentschieden in der ersten Hälfte gerecht gewesen wäre. Wir machen durch einen blitzsauberen Konter das 1:0. Dann haben wir in der zweiten Halbzeit die Lücken, die Düneberg durch das Aufmachen zwangsläufig hatte, brutal genutzt. Wir haben immer wieder schnelle Konter gefahren und Nadelstiche gesetzt. Den Angriff beim 3:0 spielen wir brutal über drei Stationen aus“, bilanzierte Wadhwa mit Blick auf die Treffer von „Doppelpacker“ Joel Osei Szillat, Gerrit Betzin und Gerrit Brelle, den Wadhwa im Verlauf des zweiten Durchgangs eingewechselt hatte. Auf der anderen Seite ärgerte sich Dennis Tornieporth: „Es war definitiv möglich, zu gewinnen. Ich glaube, Rahlstedt war vier Mal vor dem Tor und erzielt vier Treffer. Wir haben sie eigentlich dominiert und hatten ein Chancenverhältnis von 10:4. Aber wir kriegen es einfach nicht fertig, den Ball über die Linie zu drücken. Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider. Rahlstedt war einfach cleverer und hat die Konter gut ausgespielt.“

Tornieporth: „Wenn wir diese Leistung zukünftig abrufen, dann ist noch alles möglich“

DSV-Trainer Dennis Tornieporth war bedient: Trotz der besten Saisonleistung kassierte sein Team die nächste deutliche Niederlage. Foto: Bode

Seine Equipe, so „Tornie“, habe ihr „bestes Spiel in dieser Saison gemacht. Jeder Außenstehende, der das Spiel gesehen hat, würde sagen: Wie kann dieses Ergebnis bei diesem Spielverlauf zustandekommen? Und jeder, der das Spiel nicht gesehen hat, wird sagen: Was hat der Tornieporth da für ein Spiel gesehen? Wenn es 4:0 für Rahlstedt ausgeht, kann Düneberg nicht besser gewesen sein – es war aber so.“ Die Niederlage gegen „einen direkten Konukrrenten ist natürlich ärgerlich. Wir haben immer wieder gedrückt und hatten drei Huntertprozentige, die wir liegenlassen und nach denen wir uns dann auf der anderen Seite die Konter einfangen. Sowas kannst du hinten raus einfach nicht auffangen“, befand der Coach der Düneberger und haderte weiter mit den vergebenen Möglichkeiten: „Ein bisschen ist das unser Unvermögen, das muss man schon so sagen. Von der Zielstrebigkeit vorm Tor her sind wir derzeit nicht auf Landesliga-Niveau.“ Spielerisch hingegen sei der Auftritt auf dem Kunstrasen an der Scharbeutzer „eine Steigerung um 100 Prozent zu den letzten Wochen“, gewesen: „Wir haben gut und schnell nach vorne gespielt, hatten überwiegend Ballbesitz und waren griffig in den Zweikämpfen. Wenn wir diese Leistung zukünftig abrufen, dann ist noch alles möglich. Wir müssen dann nur noch mehr Glück haben und Tore erzwingen. Dann bin ich mir sicher, dass wir auch wieder Punkte einfahren.“

Jan Knötzsch 

Kommentieren