30.09.2019

Ach, Jassi... – oder: Wenn Wut das Wort führt

Abpfiff – Die FussiFreunde-Kolumne

Foto: KBS-Picture.de

In unserer Kolumne „Abpfiff“ greifen wir die wichtigsten Themen der vergangenen Woche im Hamburger Amateur-Fußball auf und kommentieren diese. Dieses Mal geht es dabei um die Pressekonferenz von Hamm United nach dem Oberliga-Heimspiel gegen den Niendorfer TSV am vergangenen Freitag.

„Fans, wir müssen reden!“ – Mit diesem Satz begrüßte Moderator Jörg Wontorra bei „Sky“ noch in der vergangenen Saison Sonntag für Sonntag zur besten „Doppelpass“-Zeit seine Gäste zum Talk. Auf den Hamburger Amateurfußball heruntergebrochen muss es an dieser Stelle heißen: „Jassi, wir müssen reden!“ Jassi? Ja, genau: Sascha Jasmin, genannt „Jassi“, Huremovic. Der Manager von Hamm United. Ein eigentlich ganz netter Zeitgenosse, mit dem man abseits des Platzes Spaß haben kann, der einem die eine oder andere nette Anekdote aus vielen Jahren im Amateurfußball erzählen kann und sich zudem damit empfehlen kann und darf, als lizensierter Spielerberater tätig zu sein. Manchmal aber liefert der „Jassi“ einfach auch selbst ganz gute Anekdoten. Erinnern wir uns doch einfach mal nur an sein verbal lautstarkes Poltern, als es um die Spielberechtigung für den einst vom HUFC verpflichteten Ex-Profi Mustafa Kucukovic ging. Da feuerte der liebe „Jassi“ mal eben in Richtung eines ganzen Verbandes. Und wurde dafür vom Verband anschließend bestraft.

Frustbewältigung am Freitagebend

HUFC-Manager Jassi Huremovic (li.). Foto: KBS-Picture.de

Nun ist der „Poltergeist“ aus dem Hammer Park am vergangenen Freitag wieder auferstanden und watschte – waren da etwa die beiden hohen Herren Hoeneß und Rummenigge aus Münnchen Vorbild? – mal eben zwei Oberligisten und weil er sich ja gerade so schön in Rage redet nebenbei auch noch mal die ganze Presse ab. Was passiert war? Nun, liebe Leser, stellen Sie sich einfach mal das Szenario vor, dass Sie einen Raum mit zugegeben ziemlich diffusem Licht extra schön herrichten, ein paar hübsche Sitzgelegenheiten aufstellen, die ganze Nummer schön für 70 Minuten nach dem Schlusspfiff des Spiels planen und dann auf ihre Gäste warten – und die einfach nicht kommen. Zumindest nicht die, die man erwartet hätte – nämlich Vertreter vom NTSV und die ja ach so „böse“ Presse, Schöne scheiße, oder? Was also machen, um die zu unterhalten, die doch da sind? Nun, sich einfach mal diesen ganzen verdammten Frust, der sich nach diesem miesen Ausgleichstor der Niendorfer in der Schlussphase und dem Nicht-Erscheinen angestaut hat, wild freie Bahn lassen und einfach alles und jeden aufs Korn und vor die Flinte nehmen, der nicht da ist.

Die bösen Niendorfer, weil sie einfach keine netten Gäste sind, wenn sie so eine Einladung zu einem innigen Beisammensein auf der Pressekonferenz in einem so netten Ambiente nicht wahrnehmen. Die bösen Dassendorfer, die es sich tatsächlich erlauben, auf ihrer „PK“ eine Woche vorher an der falschen Stelle mit den Augen zu rollen und die vielleicht – man kann es nur vermuten – ein nicht ganz so nettes Ambiente auf die Beine gestellt haben, wie der „Jassi“. Und auch die Presse, die einfach mal gar nicht da (Wie kann sie nur, soll sie sich doch einfach bei vier Spielen am Freitagabend doch einfach vierteilen, um bei allen Spielen zu sein!), ja sowieso ganz hinterfotzig ist und dann auch noch eine Woche zuvor so unverfroren war, in Dassendorf das eine oder andere Getränk zu sich zu nehmen. Gleich drei Ärgernisse auf einmal, da kann einem schon mal die Zündschnur durchbrennen und der Hut hochgehen. Oder nicht? Ach, das soll einfach ein jeder für sich selbst entscheiden. Wenn man vorher respektvollen Umgang einfordert, könnte man ihn ja – aber auch nur vielleicht – selbst doch ganz einfach mal vorleben?

Frieden zwischen HUFC und NTSV – und was ist mit „Dasse“ und der Presse?

Nun aber ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen. Die böse Presse darf fortan gar nicht mehr mit dem lieben „Jassi“ an einem Tisch im Hammer Park sitzen und ihm lauschen, wenn er wechselnd amüsante Anekdoten erzählt, spitzenmäßige Spielanalysen abliefert oder aber beim einen oder anderen Getränk nett plaudern möchte. Und – Sie wissen schon, liebe Leser: einmal in Rage... – Texte zu HUFC-Spielen möchte der „Jassi“ am liebsten fortan auch höchst selbst schreiben. Nun, weil wir dich so schätzen und bislang ein ähnlich gutes Miteinander mit dir gepflegt haben, wie der HUFC und die Niendorfer (kurz zur Erklärung: United und der NTSV haben sich nach einer gemeinsamen Pressemitteilung nun wieder lieb, weil ja alles nur ein Missverständnis war) das taten und tun: Du darfst gerne ein Praktikum bei uns absolvieren. Oder uns deine Texte schicken. Bitte neutral, nicht durch die Vereinsbrille betrachtet und im Idealfall so 70 Minuten nach Abpfiff im Hammer Park. Gemeinsam an einen Tisch mit uns setzen musst du dich dafür ja nicht... Du könntest das ganze Problem aber auch mit uns aus der Welt räumen, so wie es der HUFC und der NTSV getan haben. In eurem „PK“-Raum? Nächsten Freitag? Und sollen wir noch wen aus Dassendorf mitbringen, damit man auch da gleich die Friedenspfeife rauchen kann? 


Liebe Grüße, deine Vögel von der Presse (P.S: Diese Kolumne beinhaltet Satire)

Jan Knötzsch 

Kommentieren