Teammanagerbericht: TSV Sasel II

Autor: Christian Humpert

04.12.2017

Sasel-Reserve lässt Führung liegen und wird bestraft: VfLs Ellis überwindet Thomä gleich doppelt

Bezirksliga Nord | Teammanagerbericht TSV Sasel II

Was hatten der TSV Sasel II und der Hamburger SV an diesem verflixten Freitagabend gemeinsam? Die Antwort: Beide hätten sie in ihren Auswärtsspielen wohl noch Stunden spielen können, ohne dabei ein Tor zu erzielen. Während beim HSV Torchancen Mangelware waren, hätten die Parkwegler beim Gastspiel an der Meerweinstraße zur Pause in Führung liegen müssen. Nach dem Wechsel versetzte VfL-Akteur Ellis einer kämpferisch stark verbesserten Sasel-Reserve mit einem Doppelpack den Todesstoß.


Im Vergleich zum uninspirierten Auftritt im Heimspiel gegen den FC Alsterbrüder nahm Cheftrainer Tom Woltemath sieben Wechsel in seiner Startformation vor. Für Winkel, Bings, Doß (alle nicht im Kader), Winter, Lauts, Plambeck und Hoppe (alle Bank) rückten Thomä, Cardoso, Gelübcke, Unger, Ruschke, Weise und Liga-Leihgabe Schiavone in die Anfangself. Taktisch kehrten die Parkwegler zum gewohnten 4-2-3-1-System zurück. VfL-Coach Said Farhadi, dessen Team vor der Partie sieben Spiele in Serie unbezwungen war, nahm gegenüber dem 2:0-Auswärts bei Eintracht Norderstedt II zwei Veränderungen vor. Lorenz und Ellis durften für Inacio und Hehlke beginnen. Taktisch agierten die 93er in einem sehr defensiv ausgerichteten 4-4-2-System.

Unter der Leitung des insgesamt ordentlichen Schiedsrichers Emil Reicherz begann ein in den ersten zehn Minuten ausgeglichenes Spiel. Die Parkwegler hatten mit dem kurzen, aber breiten Platz an der Meerweinstraße sichtlich Mühe, der VfL versuchte durch schnelles Umschaltspiel zu Chancen zu kommen, dies gelang jedoch (noch) nicht. In der 11. Minute ergab sich nach einem Pass in die Tiefe plötzlich für den aufgerückten Linksverteidiger Gelübcke die große Chance, seine Farben in Führung zu bringen. Er vergab. Nur zwei Minuten später - wieder sorgte ein Steilpass in die Tiefe über die anfällige rechte Abwehrseite der VfLer für Gefahr - tauchte Ruschke frei vor 93er-Torhüter Heidt auf. Heidt holte Ruschke außerhalb des Strafraums von Beinen, Schiedsrichter Reicherz entschied jedoch auf Strafstoß für die in Blau gekleideten Gäste - eine Fehlentscheidung (13.). Schiavone schnappte sich das Leder, scheiterte mit seinem Versuch allerdings am rechten Innenpfosten (14.). So blieb es vorerst beim 0:0. Keine fünf Minuten kam der VfL das erste Mal äußerst gefährlich vor das von Thomä gehütete Sasel-Tor. Im Anschluss an einen der doch häufigen Fehler im Aufbau der Gäste drang VfLs Benjamin Marschall über die linke Seite in den Sechszehner ein, zirkelte das Leder allerdings Zentimeter am langen Pfosten vorbei (18.). Keine 60 Sekunden lief der am heutigen Tag sehr starke Ruschke alleine auf Heidt zu. Heidt verkürzte den Winkel geschickt und zwang den Youngster zu einem etwas verunglückten Abschuss. Das Leder ging ca. einen Meter am Kasten Vorbei (19.). Im Anschluss verflachte die Partie ein wenig. Kurz vor der Pause sollten dann jedoch abermals Schiavone, Ruschke und Heidt im Mittelpunkt stehen. Ein toller Abschlag von Michél Thomä verlängerte Marco Schiavone mit dem Hinterkopf zu Sasels linkem Flügelflitzer Ruschke, der freistehend vor Heidt zum Schuss kam und diesen zu einer Glanzparade zwang (40.). Mit einem aus VfL-Sicht glücklichen Unentschieden ging es in die Halbzeitpause. Die Saseler zeigten sich trotz einiger Fehler im Spielaufbau vor allem kämpferisch stark verbessert und hätten die Führung sicher verdient gehabt.

Im zweiten Durchgang blieb die Woltemath-Elf die spielbestimmende Mannschaft. Die Farhadi-Équipe verteidigte im Gegensatz zum ersten Abschnitt nun aber sicherer. Aus dem deutlichen Plus an Ballbesitz konnten die Gäste keinen Ertrag schöpfen. Im Gegenteil: Nach 58 Minuten setzte sich Florian Samek über die rechte Seite durch, flankte ins Zentrum, wo der Ball über Umwege zu Ellis gelang, der das Leder über den Spann rutschen ließ. Die Kugel flog für Thomä unhaltbar in den Winkel (58.). Die zu diesem Zeitpunkt überraschende Führung für die Hausherren. Kurz nach dem Treffer bot sich dem laufstarken Kapitän Cardoso die Ausgleichsmöglichkeit. Seine Direktabnahme ging daneben (59.). Danach entwickelte sich an der Meerweinstraße ein Handballspiel. Der VfL verteidigte mit Mann und Maus, die Parkwegler belagerten den gegnerischen Strafraum, bissen sich aber an der starken Abwehrreihe die Zähne aus. In der 72. Minuten bot sich Ruschke eine weitere Gelegenheit, sein erstes Saiontor zu erzielen. Nach einer Flanke von Cyglicki donnerte er das Leder ans Außennetz. Vier Minuten nach der Ruschke-Chance versetzte VfL-Akteur Ellis mit seinem Doppelpack dem TSV den Todesstoß. Thomä wehrte einen Marschall-Schuss vor die Füße von Ellis ab, der den Ball aus 16 Metern trocken ins rechte untere Toreck einschweißte (76.). Trotz großem Engagement bis zum Schlusspfiff blieb die Woltemath-Elf im weiteren Spielverlauf ohne nennenswerte Szene.

Fazit: Trotz einer stark verbesserten Leistung verlieren wir aufgrund der mangelnden Chancenverwertung im ersten Durchgang gegen einen Gegner, der sicherlich etwas Glück hatte, aber vor allem im zweiten Abschnitt stark verteidigte. Trotzdem ist es bitter. Während der Schiavone-Strafstoß vor ein paar Wochen mit Sicherheit ins Netz gegangen wäre, springt ein solcher Ball zurzeit vom Pfosten wieder ins Feld zurück. So ist es eben, wenn es einmal nicht läuft. Wir abschieden uns letztendlich mit einer Sieglosserie von vier Spielen in die Winterpause. Trotzdem bedeuten 37 Zähler aus 19 Partien einen momentan sensationellen dritten Rang. Damit spielen wir nach wie vor deutlich über den Erwartungen. Nicht viele rechneten angesichts der starken Konkurrenz mit einem Absteiger namens TSV Sasel II.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen aufmerksamen Lesern unserer Spielberichte bedanken. Wir wünschen ein frohes und besinnliches Fest, einen guten Rutsch und kehren spätestens am 3. März (Punktspielauftakt 2018 gegen den SC Victoria II) mit ausführlichen Berichten zu unseren Parkweg-Helnden zurück.

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