Teammanagerbericht: TSV Sasel II

Autor: Christian Humpert

11.09.2018

Drama, Baby, Drama! Elfmeter-Ausrutscher bringt Sasel drei Punkte

Bezirksliga Nord | Teammanagerbericht TSV Sasel II

Als Schiedsrichter Rasmus Renner nach 98 quälend langen Minuten endlich in seine Pfeife bließ, fielen sich die Jungs in Weiß sofort in die Arme - gefolgt von einem kleinen Gerangel auf Höhe der Mittellinie mit den Kickern des FC Alsterbrüder. Der FCA hatte in Person vom eingewechselten Ex-HEBCler Gramsch gerade erst die wohl größte aller sich bietenden Möglichkeiten vergeben: Nach Ruschkes vermeindlichem Foul an Kraft trat die Nummer 22 der Alsterbrüder vom Punkt aus an - und rutschte weg. Bitterer kann man einen Zähler wohl nicht liegenlassen. Und angesichts des ersten Abschnitts hätten sich die Mannen vom Walter-Wächter-Platz sogar über "nur" einen Punkt unzufrieden zeigen dürfen.


FCA-Coach Marcel Plewka baute sein Team nach dem Last-Minute-2:2 gegen die Schmidt-Équipe vom NTSV III auf vier Positionen um. Für Mata-Seta, Heine, Albers und Gramsch durften Kraft, Carl Constantin Janta, Wulf und Hogrebe starten. Voß veränderte die Parkwegler trotz des 4:2-Erfolgs über St. Pauli III ebenfalls auf vier Positionen. Für Gohari, Lüth und Warlich kamen Doß, Schütt und Gelübcke ins Spiel. Zudem musste Capitano Pick kurz vor Spielgebinn passen. Sommer rückte in die erste Elf, Goalie Winkel übernahm die Binde.

Die Hausherren bestimmten von Anfang an das Geschehen auf dem Walter-Wächter-Platz. Mit Wulf im Zentrum, Drude über die linke Seite, Niebuhr über die rechte Bahn wurde Sasels Spielfluss früh unterbunden. So konnte man tatsächlich die Uhr danach stellen, wann der erste Treffer für die Plewka-Eleven fallen wird. Nach Krafts Kopfball, der sein Ziel nur knapp verfehlte (11.), verzog Hogrebe zunächst knapp (17.), ehe er nach 18 MInuten von einem Schnitzer Winkels profitierte. JW1 - sonst wie üblich ein starker Rückhalt - drosch einen Abschlag genau in Hogrebes Füß, der aus etwa 20 Metern gegen die Laufrichtung Winkel zum 1:0 traf. Nur wenige Minuten später hätte Niebuhr erhöhen müssen, scheiterte jedoch am sensationell rettenden Ruschke (21.). Danach kam es so, wie es im Fußball so häufig eintrifft: Erste Chance, erster Tor! Bings nahm per Freistoß Maß, FCA-Goalie Kühn verspekulierte sich (28.). Das Tor gab dem TSV merklich Sicherheit. Kurz darauf tankte sich Doß gegen mehrere Spieler durch, schickte Goalie Kühn auf den Boden und passte quer zu Schütt, der aus kurzer Distanz das leere Tor traf (34.). Kurz vor dem Pausentee war es dann erneut Niebuhr, der aus guter Position scheiterte - Winkel war zu Stelle.

Der zweite Durchgang begann mit einer taktischen Veränderung auf Seiten der Gäse. Um die Außenbahnen stärker in den Griff zu bekommen, stellte man auf eine Viererabwehrrreihe um. Das fruchtete durchaus, wenngleich die Alterbrüder um Kapitän Max Janta zumindest im Mittelfeldzentrum deutlich spielbestimmender wurden. Die vorerst besseren Chancen hatte jedoch der TSV. Den Freistoß von Weise konnte Kühn nur nach vorne abwehren (59.). Zielke und Bings ließen weitere Chancen verstreichen (66.). Kratzmann prüfte Kühn mit seinem Schuss aus rund 18 Metern, blieb aber erfolglos (76.). Auf der Gegenseite wurde es erst kurz vor Ultimo wieder so richtig gefährlich. Kraft kam nach einem Zusammenprall mit Ruschke im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Renner, bis dato mit einer ordentlichen Spielleitung in einer schwierig zu pfeifenden zweiten Hälfte, zeigte völlig überraschend auf den Punkt. Der eingewechselte Gramsch schnappte sich das Leder, rutschte beim Versuch aus und setzte die Kugel - möglicherweise sogar mit einem Doppelkontakt à la Riyad Mahrez - über die Kiste (88.). Nicht verschweigen wollen wir, dass sich unsere Elf nach dem Strafstoß nicht von der besten Seite gezeigt hat. Trotz aller Freude über den Fehlschuss: Seit Neven Subotic weiß man, dass sich so ein Verhalten auch schnell einmal rächen kann. Als Kratzmann in der vierten Minute der Nachspielzeit eine völlig unnötige rote Karte kassierte, kam es im Strafraum der Hausherren erneut zu einer kniffligen Situation. Schiedsrichter Renner entscheid sich nicht für einen erneuten Pfiff. In diesem Fall - so schien es aus der Distanz - hätte sich der TSV nicht über einen Elfmeter beklagen dürfen (90+5.). Gutwillingers Kopfball, der nach Kühn-Vorarbeit an den Außenpfosten ditschte, beendete eine spannende Partie.

Fazit: Trotz mäßiger Leistung in der ersten Hälfte gewinnen wir beim FC Alsterbrüder und behalten die Plätze 4 und 5 der Tabelle im Blick. Positiv ist, dass die Jungs gerade in der zweiten Hälfte defensiv an Stabilität gewinnen konnten. Auch die Chancenverwertung war dieses Mal außerordentlich gut.

Nun heißt es: Hüttig, übernehmen Sie! Nächste Woche geht es mit dem Neu-Coach dann daheim gegen die Uhlenhorster Adler. Der FCA trifft im nächsten Spiel auf die Grün-Weißen aus Eimsbüttel. Ob GWEs Spielmacher Freudenthal, der bei der Partie zwischen dem TSV und dem FCA spionierte, die richtigen Schlüsse aus seiner Spielbeobachtung zieht, wissen wir nächste Woche.

Kommentieren