Teammanagerbericht: SC Eilbek II

Autor: Klaus Pablo Torgau

16.04.2018

Dramatische Schlussphase: Eilbeks Joker stechen

Kreisliga 5 | Teammanagerbericht SC Eilbek II

Dauerhafte Regenfälle seit dem Samstag brachten einige Personen ins Grübeln, ob denn die Partie an der Stephanstraße angepfiffen werden konnte. Doch Schiedsrichter Michael Linke wollte das Spiel sehr zum Wohlwollen beider Teams anpfeifen, nur bei Glatteis hätte der Referee einen Grund zum Nicht-Anpfiff gesehen. Zwar sollte das Geläuf schwer bespielbar sein, aber für diese Verhältnisse konnten die wenigen Zuschauer ein technisch anspruchsvolles, intensives Match sehen, das nie entschieden sein sollte.


Hellbrook erwischt den etwas besseren Start in die Partie, weil Eilbek Probleme im Anlaufen offenbarte und Spielmacher Ak immer wieder Freiräume bekam. Im so wichtigen Spiel für den SCE gab es schon nach neun Minuten den ersten Nackenschlag, nach einer abgewehrten Ecke verlor Sager Angreifer Eke Agu aus den Augen und der Nigerianer konnte unbedrängt aus fünf Metern zum 0:1 einköpfen. Doch von Niedergeschlagenheit keine Spur bei den Hausherren, stattdessen kombinierte Eilbek in der Folge munter nach vorne. So traf Marius Hensch nach sehenswertem Diagonalball von Gyasi nur die Latte, zuvor wurde er von hinten arg geklammert und Hellbrook hatte etwas Glück, dass Schiedsrichter Linke hier nur auf Vorteil und nicht auf Notbremse entschied.

Nach einer Viertelstunde war der SCE die klar bessere Mannschaft, Artur Lammert kam aus halblinker Position gleich zu einer Doppelchance, scheiterte aber erst an Keeper Baumgart und schoss dann über das Tor. Doch nach einer halben Stunde war der lang ersehnte Ausgleich fällig. Genia Rubin mit einer starken Balleroberung in der gegnerischen Hälfte und dann zauberte der eher für seine rustikale Spielweise bekannte Rubin einen Zuckerpass aus dem Fußgelenk auf den eingelaufenen Marvin Schuster, der vor dem Tor eiskalt blieb. Bis zum Seitenwechsel hatte Eilbek weiterhin mehr vom Spiel, im letzten Drittel fehlte dann aber ein wenig die Genauigkeit. Nach 44:10 pfiff Linke dann zur Pause, der Schiedsrichter hatte keine Stoppuhr zur Verfügung.

Weiter ging es im zweiten Abschnitt nur in eine Richtung, Baumgart konnte einen Freistoß von Lammert gerade noch mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken, wenig später schoss Marvin Schuster aus aussichtsreicher Position links daneben. Kurz darauf stand Lammert nach Pass von Prigann auf einmal frei vor Baumgart, sein Heber über den Keeper aus 15 Metern senkte sich aber nur von oben auf das Tornetz. Die verdiente Führung ließ nicht lange auf sich warten, eine Lammert-Ecke landete vor den Füßen von Marius Hensch, der aus der Drehung trocken ins kurze Eck eindrosch. Für den Winterneuzugang war es das erste Saisontor, ein wichtiges dazu.

Allzu lange währte die Freude aber nicht, denn Eke Agu war nach einem Freistoß zum zweiten Mal zur Stelle, zwar klebte Sager an Agu, dieser sprang aber minimal höher und sein Kopfball senkte sich genau in den Giebel zum 2:2-Ausgleich. Wenig später hatte Agu nach Flanke vom rechten Flügel eine weitere Kopfballgelegenheit, doch dieses Mal konnte Marc Schultz den wenig druckvollen und platzierten Ball mühelos abwehren.

Der SCE spielte weiter fleißig nach vorne, doch Hellbrook lag nach 70 Minuten auf einmal in Front. Agu bekam den Ball an der Strafraumgrenze zugespielt, Kägeler und Prigann liefen ins Leere und Agu erzielte mit seinem dritten Treffer per Schlenzer das 2:3. Und es sollte noch dicker kommen, denn im Laufduell Prigann Agu versuchte Eilbeks Innenverteidiger den Ball abzugrätschen, doch Agu war noch irgendwie dazwischen und von der Strafraumkante hob er den Ball zum 2:4 in die Maschen. War dies eine Viertelstunde vor Schluss der K.O. für den SC Eilbek II?

Mitnichten! Eilbeks Trainer Torgau stellte auf ein offensives 3-2-3-2 um und Gyasi hatte sofort die Chance zum 3:4, doch am Elfmeterpunkt wurde er in zentraler Position mit einer sauberen Grätsche noch vom Ball getrennt. Fünf Minuten vor dem Ende setzte keiner mehr einen Pfifferling auf den SCE, doch nie müde und mutlos rannte Eilbek das Hellbrooker Tor an. Nach einem Steilpass von Prigann war der eingewechselte Paul Großmann frei durch und behielt vor dem Tor die Nerven, 3:4 (85.). Nur 180 Sekunden später klingelte es schon wieder im Tor von Hellbrook, nach einem Freistoß von Heinrich und einem Beingewirr war der ebenfalls eingewechselte Dennis Dahms der handlungsschnellste und bugsierte das Leder zum 4:4 über die Linie (88.).

Was war das für ein dramatisches Fußballspiel? Paul Großmann und Marvin Schuster hatten in der Nachspielzeit sogar noch die großen Chancen auf ein 5:4, doch am Ende blieb es beim 4:4, mit dem beide Trainer nur schwer leben können. Für über weite Strecken überlegene Eilbeker war deutlich mehr drin und der SCE hätte ohne weiteres 6-7 Tore erzielen müssen, Hellbrook-Trainer Patrick Sadownik war ob der späten 4:2-Führung und des Endstandes natürlich ebenfalls bedient. Für den SCE ist es ein Punkt für die Moral und die Tabelle, da alle Verfolger ohne Punkt blieben.


Aufstellung:
Marc Schultz – Nils Kägeler (78. Sebastian Helm), Sven Prigann, Sören Sager, Steffen Heinrich – Genia Rubin, David Feldmeier (83. Dennis Dahms) – Marvin Gyasi, Artur Lammert, Marius Hensch (70. Paul Großmann) – Marvin Schuster

Tore:
0:1 Eke Agu (9., Kopfball)
1:1 Marvin Schuster (28., Rechtsschuss, Rubin)
2:1 Marius Hensch (55., Linksschuss, Lammert)
2:2 Eke Agu (64., Kopfball)
2:3 Eke Agu (71., Rechtsschuss)
2:4 Eke Agu (75., Rechtsschuss, ohne Vorarbeit)
3:4 Paul Großmann (85., Rechtsschuss, Prigann)
4:4 Dennis Dahms (88., Rechtsschuss, Heinrich)

Gelbe Karten:
Ak, Losch

Schiedsrichter: Michael Linke (Note 2,5) – Sollte sich dringend eine Digitaluhr zulegen, ansonsten in einer fairen Partie ohne große Probleme. Knifflig einzig die Szene vor Hensch‘ Lattenschuss, wo ein deutliches Halten vorlag.

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