Teammanagerbericht: TSV Sasel II

Autor: Christian Humpert

16.04.2018

Bings-Doppelpack bei Witthöft-Comeback: Sasel-Reserve siegreich im Lokalderby

Bezirksliga Nord | Teammanagerbericht TSV Sasel II

Aufgrund einer deutlichen Leistungssteigerung im Laufe der Partie kamen die Parkwegler beim Lokalrivalen TSC Wellingsbüttel zu ihrem ersten Sieg in der Rückserie. Besondere Freude machte dabei die Rückkehr des langzeitverletzten Linksfußes Lennart Witthöft, der sein erstes Bezirksligaspiel überhaupt absolvierte und mit einer Vorlage zum letztendlich verdienten Triumph entscheidend beitrug.


Im Vergleich zum Last-Minute-Punktgewinn aus der Vorwoche gegen UH-Adler veränderte das Trainergespann Woltemath/Voß die Elf der Gäste auf drei Positionen. Für Weise, Hoppe (beide 5. gelbe Karte) und Winter (nicht im Kader) begannen Cyglicki, Becker und die A-Jugend-Leihgabe Stephen Arthur. Heim-Trainer Daniel Schäffer veränderte seine Startformation gegenüber dem 7:1-Auswärtserfolg bei der Norderstedter Eintracht auf Positionen. Für Haertel, Schwien und Jan Zierau durften Wigger, Rößler und Darracott beginnen.

Gegen die bei Ballbesitz im 3-4-3 antretende Heimmannschaft taten sich die in Weiß gekleideten Gäste zu Beginn der Begegnung äußerst schwer. Bereits nach etwa 180 Sekunden tauchte Giesenschlag in halbrechter Position frei vor Winkel auf, der jedoch rechtzeitig abtauchte und den Schuss damit entschärfte. Keine zwei Umdrehungen später war TSC-Top-Torschütze auf und davon, doch Cyglicki rettete mit einer starken Abwehraktion und verhinderte damit die sichere Führung der Schäffer-Équipe um Kapitän Pahlke (5.). Der Dauerdruck der Hausherren machte den Saselern im Spielaufbau sichtlich zu schaffen. Die Folge: Leichte Ballverluste gepaart mit zu wenig gewonnenen Zweikämpfen und zweiten Bällen. Bester Akteur der Gäste war zu Anfang des Spiels ganz klar Goalie Winkel, der in der 11. Minute gleich zweimal spektakulär parierte. Erst lenkte er einen Rößler-Fernschuss zur Ecke ab, dann boxte er Wiggers Direktabnahme im Anschluss an die Standardsituation aus der Gefahrenzone. Dann kamen die Gäste das erste Mal gefährlich vor das von TSC-Schlussmann Janz gehütete Tor. Arthur setzte sich über die linke Seite durch, passte auf den freistehenden Bings, der das Leder nicht dirket verwertete und dadurch entscheidende Zehntelsekunden vor. Letztlich ging der Schuss in die Arme von Janz (16.). Ein Distanzkracher von Thomas Zierau rauschte wenige Minuten nach der Bings-Chance knapp am Kasten vorbei (21.). In der 25. Minute gelang es dem TSC dann doch die Führung zu erzielen: Nach einem Ballverlust des im Spielaufbau des TSV kam Kortmann völlig blank zum Abschluss und bugsierte das Leder sehenswert über die Linie. Die TSC-Führung hielt allerdings nicht lange an. Nur sieben Minuten später profitierten die Gäste von einem genialen Diagonalpass Pablo Cardosos von der linken Seite, den Fabian Bings per Dropkick vollendete (32.). Der TSC kam nun nicht mehr in der Häufigkeit vor das Sasel-Gehäuse. Stattdessen hätte Arthur beinahe seinen Bezirksliga-Einstand mit einem Treffer krönen können. Janz konnte gerade noch entschärfen (39.). Kurz vor dem Pausentee überschlugen sich die Ereignisse: Sommer köpfte eine Cardoso-Ecke in Richtung TSC-Tor, die Gastgeber klärten die Kugel auf der Linie, der Ball sprang zu Doß, welcher von Darracott von den Beinen geholt wurde. Es gab Strafstoß (45.). Becker schnappte sich das Leder und verlud Janz. Keine 60 Sekunden darauf schlug die TSV-Reserve erneut zu: Nach mehreren gescheiterten Klärungsversuchen gelangte das Leder zu Gohari, der aus wenigen Metern keine Mühe hatte und auf 3:1 erhöhte (45.+1). Die 3:1-Halbzeitführung der Parkwegler war sicherlich schweichelhaft, dennoch schien es so als hätte die Schäfer-Elf in den ersten 25 Minute eine zu hohe Schlagzahl an den Tag gelegt.

Zur zweiten Hälfte kam bei den Gästen Lennart Witthöft zu seinem ersehnten Comeback nach langer Leidenszeit. Um es vorweg zu nehmen: Er machte seine Sache außerordentlich gut. Die Partie verlor mit dem Wiederanpfiff durch den guten Schiedsrichter Kohlert allerdings zunächst deutlich an Schwung. Es dauerte bis zur 58. Minute ehe ein wenig Torgefahr kreiert wurde. Arthur tanzte Bohnhorst aus, sein Steilpass war jedoch für Doß einen Tick zu lang. Wenige Augenblicke später klingelte es dann doch im Gehäuse von TSC-Keeper Janz. Witthöft hatte auf der linken Seite zu viel Freiraum, flankte toll in die Mitte, wo Bings per Kopf erst an Janz scheiterte, den Abpraller legte Witthöft gekonnt für Bings auf, der diesmal nur seinen Fuß hinhalten brauchte und so auf 4:1 aus Sicht des TSV stellte (60.). Kurz darauf hätte die Heimelf noch einmal ins Spiel zurückkommen können: Dähnhardts Schuss fälschte Kortmann mit dem Rücken ab, der Ball klatschte aber nur an den rechten Torpfosten (65.). Praktisch im Gegenzug zeigte Janz seine Aktion als er den Schuss von Christopher Doß - der unfreiwillig von Bohnhorst in Szene gesetzt wurde - mit dem Fuß zur Seite lenkte (66.). Danach war der TSC wieder feldüberlegen. Ein weiterer Treffer sollte aber - auch dank einer Winkel-Glanztat in Minute 79 - nicht mehr fallen.

Fazit: Der TSV gewinnt unterm Strich - wenn auch um das ein oder andere Tor zu hoch - nicht unverdient. Im Gegensatz zum Gegner konnte man sich über die gesamte Spieldauer steigern, während die Heimmannschaft nach gutem Beginn nicht mehr den entscheidenden Zug zum Tor ausstrahlte. Die Serie von acht Spielen ohne Dreier ist somit für die Woltemath-Elf endlich zu Ende. Auch tabellarisch sieht es nun wieder besser aus. So klettert man nach der Niederlage der Barmbek-Reserve vorübergehend auf Rang 3. Gleichwohl bedarf es im kommenden Spiel gegen das Spitzenteam von ETV um Trainer Beyer eine konzentrierte Leistung über 90 Minuten, nicht nur über 60. Man darf gespannt sein, aber mit Sicherheit wird dieser Erfolg das Selbstvertrauen der Parkwegler deutlich steigern.

Die Schäffer-Elf verharrt durch die Niederlage auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz und hat zudem noch ein Spiel mehr in der Hinterhand als die direkte Konkurrenz. In der kommenden Partie geht es für den TSC gegen den Hoisbütteler SV. Eine ausgeglichene Begegnung wird erwartet.

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