Teammanagerbericht: SC Eilbek II

Autor: Klaus Pablo Torgau

12.03.2018

Last-Minute-KO durch Martin

Kreisliga 5 | Teammanagerbericht SC Eilbek II

Nach 92 Tagen Pflichtspielpause war es wieder soweit: nach keiner einzigen Trainingseinheit auf dem Ausweichplatz durfte der SC Eilbek II an der Bramfelder Ellernreihe antreten. Mit ein wenig Personalproblemen – die halbe Mannschaft befand sich im Skiurlaub oder war grippekrank – konnte Trainer Torgau dennoch eine absolut wettbewerbsfähige Elf aufstellen. In der Innenverteidigung musste der SCE improvisieren, Sven Prigann stellte sich an die Seite von Kapitän Sager.


Wie schon im Hinspiel (0:0) ging es sofort zur Sache, Schiedsrichter Rosinski war nach gerade einmal 60 Sekunden das erste Mal im Blickpunkt. Nach einem Zweikampf zwischen Gesla und Dehka trat der Bramfelder gegen den am Boden liegenden Dehka nach, doch statt dem berechtigten Platzverweis gab es nur eine Ermahnung. Schon im Hinspiel hatte der BSV nach fünf Minuten eine rote Karte wegen einer Tätlichkeit erhalten und auch hier hätte es soweit sein müssen.

Im fußballerischen Bereich hatte Bramfeld im ersten Abschnitt die Oberhand, Eilbek verteidigte arg tief und passiv und konnte sich nur selten befreien. Ein erster Distanzschuss von Tsoutsouras stellte Eilbeks Keeper Simon aber vor keine großen Probleme. Gefährlich wurden die Bramfelder vor allem über die Flügel, wo Oliver Martin und sein Gegenüber auf der linken Seite Michele Windisch einige Meter abrissen und im Dribbling immer wieder gefährlich waren.

Für einen kollektiven Herzinfarkt auf der Eilbeker Bank sorgte Sören Sager, der einen Rückpass unbedrängt am weit vor dem Tor stehenden Marco Simon vorbeispielte, zum Glück für den SCE aber auch am eigenen Tor. Nicht einmal ein halber Meter trennte Bramfeld hier von der Führung, die nach einer halben Stunde fallen sollte. Nach sehenswerter Kombination durchs Zentrum brachte Windisch von links eine scharfe Flanke in den Rücken der Eilbeker Verteidigung, am langen Pfosten hatte der eingelaufene Oliver Martin keine Mühe, um aus Nahdistanz das 1:0 für Bramfeld zu erzielen.

Eilbek wurde nach dem Rückstand etwas munterer und hatte nach Flanke von Bengtsson durch Bruchhäuser, Feldmeier und Lammert eine Dreifachchance, ein Ausgleich wäre zu diesem Zeitpunkt durchaus schmeichelhaft gewesen.

In der Halbzeit justierte der SCE seinen Spielaufbau und die offensiven Flügel und war auf einmal die bessere Mannschaft. Bruchhäuser verfehlte aus halbrechter Position den langen Pfosten nur knapp, wenig später war Stopper Schulzke aus sieben Metern gegen Krohn Sieger. Als Eilbek gerade anfing mit der Chancenverwertung zu hadern, fiel nach 57 Minuten der Ausgleich. Eine Hereingabe von Horn legte Krohn mit der Brust für Bruchhäuser ab, dessen Zuspiel fand Bengtsson, der sich fünf Meter vor dem Tor um seinen Gegenspieler drehte und ins kurze Eck zum 1:1 traf.

Eilbek hatte nun deutliches Oberwasser und diktierte das Geschehen, Sebastian Krohn wurde acht Meter vor dem Tor von Bramfelds Keeper Schulzke umgenagelt, doch Schiedsrichter Rosinski ließ weiterspielen. Die Eilbeker Bank war derweil außer sich und sollte es nicht zum letzten Mal sein.

Beide Teams wollten aus dieser ansehnlichen und stark umkämpften Kreisliga-Partie als Sieger vom Platz gehen und hatten ein offensives Visier aufgesetzt. Michele Windisch traf für Bramfeld aus spitzem Winkel nur den Pfosten, auf der Gegenseite wurde Bengtssons Schuss aus zehn Metern im letzten Moment geblockt.

Eilbek bekam in der Schlussphase immer mehr Räume angeboten, und hatte in der 85. Minute die große Chance zur Führung, nachdem der eingewechselte Tohme vom rechten Flügel Lammert bediente, Eilbeks Mittelstürmer wurde 18 Meter vor dem Tor jedoch von hinten in stumpfster Kostic-Manier über den Haufen gerannt. Und wieder blieb Rosinskis Pfeife nach dieser klaren Notbremse stumm. In der griechischen Liga wäre jetzt der Präsident mit der Waffe zum Schiedsrichter gerannt, nicht nur Eilbeks Trainer Torgau war fassungslos über diese Fehlentscheidung. Schiedsrichter-Assistent Yasar Aydin versuchte die Gemüter auf der SCE-Bank zu beruhigen, brauchte dafür all seine Erfahrung und ein wenig Zeit.

Zu allem Überfluss traf Bramfeld nach einem eigentlich ungefährlichen langen Ball in der Schlussminute zum Sieg. Oliver Martin setzte sich gegen Prigann und Horn, der sich noch über einen Ellenbogeneinsatz von Martin beklagte, durch und traf zum 2:1 ins lange Eck. Kollektiver Jubel beim BSV, blankes Entsetzen beim SCE. Eine bärenstarke zweite Halbzeit wurde nicht belohnt, eine Punkteteilung wäre nach diesem Klassefight mindestens berechtigt gewesen.

Gepunktet werden muss nun in der kommenden Woche beim SC Urania an der Habichtstraße, bei denen Torwart Frank Hertwig nach einem Platzverweis gegen den Walddörfer SV fehlen wird.

Aufstellung:
Marco Simon – Stephan Horn, Sven Prigann, Sören Sager, Steffen Heinrich – Pedram Dehka (70. Hannes Twardawa) – David Feldmeier (87. Marius Hensch), Marius Bruchhäuser (78. Kassem Tohme), Sebastian Krohn, Jörn Bengtsson – Artur Lammert

Tore:
1:0 Oliver Martin (32., Rechtsschuss, Windisch)
1:1 Jörn Bengtsson (57., Rechtsschuss, Bruchhäuser)
2:1 Oliver Martin (90., Rechtsschuss)

Gelbe Karten:
Gesla, Martin – Prigann, Bruchhäuser, Dehka, Horn, Feldmeier, Lammert

Schiedsrichter: Dennis Rosinski (Note 6) – Eigentlich mit einer guten Spielleitung in einer intensiven Partie, vor allem mit guter Vorteilsauslegung. Benachteiligte den SCE in drei Schlüsselszenen: vergab für die Tätlichkeit von Gesla in der zweiten Minute keinen Platzverweis, untersagte Eilbek einen Strafstoß nachdem Schulzke Krohn abräumte und sah auch die glasklare Notbremse an Lammert nicht (85.).

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