Oberliga

Weil‘s Winkel will: Neun „Hammer“ kassieren Last-Minute-Ausgleich

Sasel rotiert und rettet Punkt - Zankl: „Damit können wir sehr gut leben“

18. Oktober 2019, 22:50 Uhr

Alessandro Schirosi hätte seinen 28. Geburtstag liebend gerne mit einem Sieg gefeiert - am Ende sah er die Ampelkarte. Foto: Bode

Eigentlich sollte es sein großer Tag werden. Letztendlich wurde es ein Abend zum Vergessen - zumindest aus sportlicher Sicht. Alessandro Schirosi feierte am Freitag seinen 28. Ehrentag. Begießen wollte er diesen mit einem Heimerfolg seines Hamm United FC gegen den TSV Sasel. Und beinahe wäre es auch so gekommen. Denn bis in die dritte Minute der Nachspielzeit hinein führten Schirosis "Geächteten" mit 1:0. Zu jenem Zeitpunkt leisteten allerdings nur noch neun ohnehin schon arg gebeutelte und personell geschwächte "Hammer" dem Kontrahenten vom Parkweg Gegenwehr. Auch weil "Schiro" vorzeitig zum Duschen musste...

Auch Routinier Raffael Kamalow erwies seinem Team mit der Roten Karte einen Bärendienst. Foto: Bode

Eine Viertelstunde war noch auf der Uhr, als Hamm eine 1:0-Führung innehatte. Kurz nach der Pause war es nämlich "Geburtstagskind" Alessandro Schirosi, der Tevin Tafeses Sololauf mit der mustergültigen Vorarbeit für dessen Treffer veredelte (50.). Doch dann war da eben auch das andere Gesicht des HUFC-Kapitäns. Nachdem dieser in Folge eines Foulspiels, für das er den gelben Karton sah, nicht zu besänftigen war, drückte Referee Marco Kulawiak (SC Teutonia) "Schiro" die Ampelkarte auf! Als dann auch noch Raffael Kamalow nach einem harten Einsteigen mit gestrecktem Bein glatt Rot sah (83.), standen die Marschall-Mannen nur noch zu neunt auf dem Grün im Hammer Park. "Woher auch immer die Hektik kam – wir haben uns leider anstecken lassen, obwohl ich davor gewarnt habe", gab HUFC-Coach Sidnei Marschall gegenüber "Hafo" zu Protokoll - und fügte an: "Dadurch kassieren wir zwei blöde Platzverweise. Schirosi muss da einfach nur den Mund halten. Kamalow geht zwar mit gestrecktem Bein rein, aber da muss es nicht gleich Rot sein." Währenddessen gestand Danny Zankl: "Die beiden Platzverweise haben uns in die Karten gespielt, denn spielerisch ist Hamm auf diesem Boden, wenn sie erstmal führen, kaum zu knacken."

„Können mit dem Punkt sehr gut leben“

Auf Stefan Winkel war mal wieder Verlass: Mit seinem neunten Saisontor rettete er den „Parkweglern“ einen späten Punktgewinn. Foto: Bode

Doch dann brach die turbulente Schlussphase an, in der der Aufsteiger dem Tabellendritten weiter alles abverlangte - bis zum bitteren Ende. Dann nämlich legte Jonathan Zinn eine Hereingabe für Stefan Winkel ab - und der vollstreckte inn buchstäblich letzter Sekunde zum 1:1-Ausgleich (90. +3)! "Natürlich bin ich mit dem einen Punkt nicht zufrieden", hatte Marschall den "Dreier" bereits so gut wie für sich und sein Team verbucht. "Sasel ist eine technisch und spielerisch brutal starke Mannschaft, aber mit Elf gegen Elf haben wir das sehr gut gemacht. Wir waren einen Tick besser im Spiel und haben verdient geführt. Aber am Ende fehlt noch die Cleverness", monierte er. Während Zankl gegenüber "Hafo" bilanzierte: "Heute stand für mich gar nicht das Ergebnis im Vordergrund, sondern wie unsere Jungs die Bedingungen hier annehmen." Aufgrund der Trainingseindrücke habe man "die erste Elf ein bisschen durchgewürfelt". So fanden sich beispielsweise Tolga Celikten, Marc-Oliver Timm, Jon Hoeft oder auch Jonathan Zinn zunächst auf der Bank wieder. "Mir war wichtig", so Zankl weiter, "zu sehen, dass wir als Mannschaft agieren. Damit bin ich sehr zufrieden. In der ersten Halbzeit hätten wir in Führung gehen können, so mussten wir bis zum Ende hinterher laufen. Der Ausgleich ist natürlich sehr spät gefallen, aber das haben wir uns erarbeitet und verdient. Wir haben Moral gezeigt." Abschließend erklärte er bei "Hafo", dass man "mit dem Punkt sehr gut leben" könne - und nun geht der Blick am Sonntag nach Dassendorf...

Autor: Dennis Kormanjos

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