20.10.2019

Türkiyes „zweite Reihe zu grün und nicht griffig“: FTSV und Marker machen weiter im Text

Altenwerder feiert beim 5:2 gegen Türkiye den zweiten „Dreier“ in Folge

Kritischer Blick: Türkiyes Trainer Jörn Großkopf war mit dem Auftritt seiner Equipe nicht einverstanden. Foto: Bode

Es war ein Wort, das Daniel Rossa immer wieder nutzte, als die Begegnung zwischen dem FC Türkiye und dem FTSV Altenwerder beendet war: mega. „Was die Dreierkette hinten gezeigt hat, war mega“, sagte der Coach der Gäste. Den Auftritt von Emmanuel Rossa im Zentrum fand der FTSV-Trainer „mega – vor allem weil wir nicht wussten, wie lange er durchhält, da er aus einer Verletzungspause kommt.“ Und auch Dimitri Marker durfte sich damit rühmen, dass ihm Rossa eine „mega Leistung“ attestierte. Man musste also wahrlich kein Prophet sein, um zu erkennen, wer da soeben auf dem Sportplatz Landesgrenze das Landesliga Hansa-Duell der beiden Kontrahenten aus Hamburgs Süden für sich entschieden hatte: der FTSV.

Wie schon in der Vorwoche gegen Rahlstedt gab's einen 5:2 -Sieg. Und wieder traf ein Stürmer am Fließband. Diesmal war es allerdings nicht Motiejus Zibuda, sondern  Dimitri Marker, der in erster Linie dafür sorgte, dass die „Rossa-Racker“ genau da im Text weitermachten, wo sie am vergangenen Sonntag gegen den RSC aufgehört hatten. Und genau das verschlug Jörn Großkopf zumindest kurz die Sprache: „Das ist schwer zu erklären“, suchte der Coach des FC Türkiye nach Gründen für den Auftritt seiner Elf. „Leon Conde, Hasan Karaca, Serdar Aydin, Kevin Uwe Son und Hüseyin Karaca“, zählte der Fußball-Lehrer dann nacheinander auf und präzisierte: „Wir mussten auf fünf Mann verzichten, das ist schon schwer zu kompensieren. Vor allem, wenn man die Aufgabe nicht so angeht, wie es besprochen ist. Wir hatten einfach zu viele Ausfälle. Mich enttäuscht ein stückweit, wie die Jungs aus der zweiten Reihe, die immer fordern, dass sie spielen wollen, aufgetreten sind. Da haben wir nicht funktioniert.“

Großkopf: „Gegen Lohbrügge kann jeder Einzelne zeigen, dass er es besser kann“

Cem Müller war bei den unterlegenen Hausherren einer der wenigen, der Einsatz zeigte. Foto: Bode

Vielleicht hätte sich der eine oder andere aus eben jener zweiten Reihe ein Stück bei Cem Müller abschneiden sollen. „Er ist unser Ältester, aber immer vorblidlich, was den Einsatz angeht. Davon wünsche ich mir mehr“, konstatierte Türkiyes Trainer, der einen FTSV sah, der „mit viel Rückenwind gespielt hat, nachdem sie in der letzten Woche fünf Treffer gemacht hatte. Auch diesmal haben sie schnell 2:0 geführt, weil wir katastrophal verteidigt haben. Die Spieler aus dem zweiten Glied sind eben einfach nicht so in Erscheinung getreten, wie man sich das wünscht.“ Seine Elf habe insgesamt „einfach zu wenig Torgefahr im vordersten Bereich ausgestrahlt“, so Großkopf, der für die Trainingswoche ankündigte: „Wir müssen sehen, dass wir die Basics wieder reinkriegen – und das heißt Zweikampfführung, Zweikampfführung, Zweikampfführung...“

Trotz der Niederlage aber, so die Einschätzung des Übungsleiters der Hausherren, „bin ich guten Mutes, dass wir in der nächsten Woche wieder eine andere Leistung auf den Platz bringen werden, weil die Jungs unabhängig von diesem Ergebnis Charakter haben. Wir haben am kommenden Wochenende das leichteste Spiel der ganzen Serie. Gegen Lohbrügge (den unangefochtenen Spitzenreiter, Anm. d. Red.) kann jeder Einzelne zeigen, dass er es besser kann. Das ist auch meine Hoffnung. Dieses Mal waren wir zu jung, in bestimmten Situationen zu grün hinter den Ohren  und nicht griffig oder gierig genug, um eine Mannschaft zu schlagen, die um jeden Zentimeter Boden kämpft.“

Rossa: „Wir haben endlich wieder zu unseren Tugenden gefunden“

FTSV-Trainer Daniel Rossa war nach dem Spiel "euphorisiert und mega glücklich", wie er selbst sagte. Foto: Brussolo

Daniel Rossa hingegen stufte den Erfolg seiner Elf als „herausragend“ ein. „Türkiye hat in der ersten Hälfte sicher um die 80 Prozent Ballbesitz gehabt. Wir sind viel hinterhergelaufen, haben aber immer wieder unsere Nadelstiche gesetzt. Und die waren unglaublich, Wir haben endlich wieder zu unseren Tugenden gefunden, schnell umzuschalten und in die Tiefe zu gehen. Zudem haben wir uns wie Verrückte in jeden Zweikampf geschmissen“, analysierte der FTSV-Coach und ergänzte: „Nach unseren beiden Toren ist Türkiye angerannt, aber auch wir hatten unsere Chancen. Es war nicht unverdient, dass wir zur Pause geführt haben.“ Was das für die zweiten 45 Minuten bedeutete, war klar: „Wir wussten, dass wir uns nicht hinten reinstellen dürfen, sonst würden wir es nicht schaffen, das Ergebnis über 90 Minuten zu halten“, erklärte Rossa.

Und sein Team tat genau das, was der Coach verlangte: „Wir sind im Spiel geblieben und haben immer wieder für Entlastung nach vorne gesorgt. Das war eine sehr interessante Partie für die Zuschauer. Türkiye hatte mehr Ballbesitz und hat auch den gepflegteren Fußball gespielt, aber was bringt dir das, wenn nichts Zählbares herauskommt“, sagte Rossa. Richtig erkannt – und so „haben wir den größeren Willen gezeigt, nach vorne zu spielen, haben überragend gekontert und den Deckel draufgemacht. Das beste Beispiel ist der Treffer zum 3:1, als Daniel Strohmeyer nach einem missglückten Angriff von Türkiye als Innenverteidiger im Umschaltspiel wie ein echter Mittelstürmer mit nach vorne geht und den Ball, den ihm Dennis Kaya serviert, reinmacht.“ Szenen und ein Endergebnis, die den Coach des FTSV „voller Euphorie“ zurückließen und ihn – man kann es schon ahnen – „mega glücklich“ machten...

Jan Knötzsch 

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