03.10.2019

Teutonia trifft (besser), Farahdi flucht: „Wir haben es in der ersten Hälfte vermasselt“

NTSV lässt gegen „T05“ Chancen liegen und wird mit 2:3-Niederlage bestraft

Ein Mal jubeln, bitte: Der FC Teutonia 05 um Dino Fazlich (Dritter v. li.) steht in der nächsten Runde des LOTTO-Pokals. Foto: Heiden

Das Behältnis, in dem die blauen Wasserflaschen am Rande des Spielfelds standen, musste leiden. Kaum hatte Ali Farhadi im LOTTO-Pokal-Spiel des Niendorfer TSV gegen den FC Teutonia 05 (Hier gibt’s die Highlights im Live-Ticker) Marvin Karow ausgewechselt, da ließ der Mittelfeldspieler seinem Frust freien Lauf. Karow trat gegen die kleine schwarze Box mit Flaschen, es schepperte ein Mal laut – und Niendorfs Nummer acht meckerte, ehe er angesäuert auf der Ersatzbank Platz nahm. „Das musste raus. Es ist so ärgerlich, dass und wie wir dieses Spiel verlieren“, sagte der Ex-Profi später und bekam die Zustimmung seines Trainers. „Es ist ärgerlich, dass wir unsere Chancen nicht machen. Allein Dennis Thiessen trifft zwei Mal die Latte. Das ist so schade“, ärgerte sich Farhadi. 

Und Niendorfs Übungsleiter fand in seiner Analyse auch den Punkt heraus, der den Gastgebern am Sachsenweg schließlich den Garaus gemacht hatte. „Das 1:3 war der Genickbruch“, befand Farhadi mit Blick auf die Szene aus der 70. Minute, als Dino Fazlic den Ball durch das Zentrum zu Nick Gutmann spielen konnte, der die Kugel mitnahm und sie schließlich an NTSV-Keeper Marcel Kindler vorbei in den Maschen versenkte. „Da muss Marvin Karow auf den ballführenden Mann gehen. Er lässt ihn den Pass durch die Schnittstelle spielen – und peng! Lawrence Schön verteidigt in dem Moment vielleicht ein bisschen blauäugig, er kann ein bisschen enger an seinem Gegenspieler sein, dann kann der wiederum nicht frei aufs Torzugehen“, ließ Farhadi das Geschehen Revue passieren und fasste zusammen: „Unterm Strich war das ein spannendes Spiel Es ist immer ärgerlich, wenn du so früh auf einen starken Gegner triffst. Auch Teutonia war damit sicher nicht glücklich, in der Vierten Runde gegen uns spielen zu müssen. Wir haben es in der ersten Hälfte vermasselt.“

Titze: „Jede Runde ist eine Challenge – du kannst dir nichts kaufen, wenn du mitspielst, aber raus bist“

Vergeblich lang gemacht; NTSV-Keeper Macel Kindler kommt an den Kopfball von Leon Kroiß (Nummer vier) zum 0:2 nicht mehr heran. Foto: Heiden

In jenem Durchgang hätte sein Team „in Führung gehen müssen. Wir spielen 15, 20 gute und vernünftige Minuten. Dann werden die Abstände im Mittelfeld zu groß, wir sind nicht nachgerückt. Auch, wie es bei den Ecken von Teutonia läuft, war angesagt. Aber wir decken lieber mit vier Mann den Pfosten“, ärgerte sich Farhadi, dass Davidson Eden beim 1:0 für „T05“ die Kugel frei ins Zentrum köpfen konnte, wo Leon Kroiß vollendete. „Letztlich gehen wir mit einem 0:2 in die Kabine. Dort habe ich den Jungs gesagt, dass es schade wäre, wenn wir aufgeben. Man muss nicht immer alles kaputt reden, also haben wir die erste Halbzeit abgehakt und wollten in der zweiten mutig und aggressiv sein. Das haben wir gemacht. Nach dem 1:3 war klar: Die werden nicht mehr viel zulassen“, sagte Farhadi, dessen Elf aber dennoch ein zweites Mal erfolgreich war und Sekunden vor dem Abpfiff sogar nochmal hoffen durfte, als Ilyas Afsin an den Ball kam, dann aber weit drüber zielte, statt den Ball flach aufs Tor zu spielen.

„Für die Zuschauer war das sicher ein tolles Spiel. Ich als Trainer kann mit dem Ende gut leben. Es interessiert letztlich nicht immer nur, wie wir spielen, sondern auch das Ergebnis muss zählen – zumindest im Pokal. Du kannst dir nichts dafür kaufen, wenn du gut mitgespielt hast, aber raus bist. Dann ist das Ziel weg. Jede Runde ist eine Challenge“, stellte derweil Sören Titze nach der Begegnung fest. „Die ersten zehn, 15 Minuten fand ich uns nicht so gut. Da sind wir nicht gut reingekommen, Später hatten wir dann nochmal eine kurze Phase, in der wir es uns unnötig selbst schwer gemacht haben, weil wir die guten Chancen, die wir hatten, nicht zu Ende gespielt haben. Wir klauen uns zwei Tore, weil wir bei Überzahlsituationen im Abseits stehen. Das sind 100-prozentige Gelegenheiten, die musst du machen“, resümierte Teutonias Trainer und fügte hinzu: „Auf dem engen Kunstrasen war es ein anders Spiel, als es auf dem Rasen gewesen wäre. Am Ende entscheidet auf so einem engen Platz auch, wer die besseren Standards hat.“ Die Variante zum 1:0 habe man „extra in der letzten Woche noch einstudiert“, so Titze, der sich zwar übers Weiterkommen freute, aber realistisch feststellte: „Wir sind eine Runde weiter, haben aber noch nichts erreicht. Also Mund abwischen und weiter. Morgen ist Training, am Sonntag spielen wir in der Liga gegen Rugenbergen...“

Jan Knötzsch 

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