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Tabellenschlusslicht Eidelstedt überrascht Alsterbrüder II zum Rückrundenstart

Koc und Lenert jubeln als „Doppelpacker“

11. November 2019, 12:06 Uhr

Der Eidelstedter Jimoh Kolade (li.) im Duell mit Alsterbrüder II-Akteur Dejan Glisovic. Foto: Klaas Dierks

Am Sonntagnachmittag empfing Schlusslicht SV Eidelstedt den Aufsteiger FC Alsterbrüder II zum Rückrundenstart bei schönem Herbstwetter am Furtweg. Obwohl die Alsterbrüder vor dem Spiel 17 Punkte mehr auf der Habenseite präsentieren konnten als die Heimmannschaft, rechnete man sich bei den Eidelstedtern einiges aus. Schaut man nämlich auf die Bilanz der letzten Spiele im Vergleich, zeigt sich, dass der Gast dabei nur einen Punkt (mehr) aus den letzten fünf Partien holte als das Schlusslicht. Genug Motivation für beide Teams, ihre jeweilige Bilanz aufzubessern. Und das mit so stark ausgedünntem Kader, dass sich die Trainer beider Mannschaften vorsorglich auch als Ersatzspieler auf dem Spielberichtsbogen eintrugen. 

Ferdi Koc (li.) erzielt das zwischenzeitliche 1:1. Foto: Klaas Dierks

Bei den Alsterbrüdern fehlt neben anderen Stammkräften Top-Scorer Tim Algner, bei den Eidelstedtern unter anderem der Stammtorwart, der durch Marcel Hengse von den Dritten Herren vertreten wird. Und der ist schon gleich nach Anpfiff gefragt und macht seine Sache über die Dauer der Partie mehr als ordentlich. In der ersten Minute pariert er stark den ersten Angriff des Gastes mit einer Fußabwehr. Allerdings führt schon der zweite Angriff der Alsterbrüder in der fünften Minute zur frühen Führung der Eimsbüttler. Hilchenbachs Pass findet Daniel Beortegui fast an der gleichen Stelle wie beim ersten Angriff. Dieses mal lupft der Angreifer über den Torwart hinweg ins nun leere Tor. Und nach zehn Minuten ist es erneut Beortegui, der frei vor Hengse vom Elfmeterpunkt versucht einzunetzen. Und wieder verhindert der rechte Fuß von Hengse Schlimmeres. Er hält seine Mannschaft bravourös im Spiel. Die hat den frühen Rückstand rasch verdaut und bemüht sich ebenfalls nach vorne zu spielen. Nach 12 Minuten sehen die Zuschauer einen schönen Angriff über rechts. Morina Agonis flankt fast von der Grundlinie in die Mitte, wo ein Eidelstedter verpasst, aber im Rücken der Abwehr steht Ferdi Koc, der genau Maß nimmt und den Ball flach ins linke Eck schiebt, wo er fast noch von Philipp Huntenborg von der Linie gekratzt wird, aber eben nur fast. Ausgleich! In der Folge haben die Alsterbrüder bessere Chancen, aber weder Schal, der sich zwei gute Chancen erarbeitet, noch Alexander Klann mit einem Kopfball bringen den Ball im Tor unter.

Auf der anderen Seite bleibt Eidelstedt nicht untätig, aber entweder geht der Ball über das Tor, oder er wird in letzter Sekunde am Überqueren der Torlinie gehindert, so als der Alsterbrüder Torwart schon ausgespielt ist, und Huntenborg noch klären kann.

Flavio Gomez (li.) besorgt das 5:1 für das Tabellen-Schlusslicht. Foto: Klaas Dierks

Die zweite Hälfte beginnt ähnlich wie die erste. Die Alsterbrüder sind feldüberlegen und haben mit Dejan Glisovic einen quirligen und eifrigen Angreifer. Der hatte sich in der ersten Hälfte ohne Einwirkung des Gegners leicht verletzt, spielt aber notgedrungen durch. Immer wieder kommt er gefährlich nah vors Tor der Eidelstedter, ein erfolgreicher Abschluss bleibt ihm aber heute versagt. Ein erstes Ausrufezeichen in der zweiten Halbzeit setzen die Eidelstedter in der 55. Minute. Fabio Lenert bekommt den Ball nach einem abgefangenen Angriff des Gegners 35 Meter vor dem Tor der Alsterbrüder, sieht, daß der Keeper noch nicht wieder im Kasten ist und hält einfach mal drauf. Aber der Ball geht gut einen Meter drüber. In der 63. Minute bekommt Ferdi Koc den Ball genau im richtigen Moment in die Füße gespielt, aus dreizehn Metern lässt er Philipp Bringmann keine Chance und schießt das 2:1. Großer Jubel um den Doppeltorschützen. Der Tabellenletzte hat die Partie gedreht. Wie reagieren die Alsterbrüder?

Erleichternder Siegerjubel bei William Gyamfi. Foto: Klaas Dierks

Denen steckt die Führung noch in den Knochen, denn nur eine Minute später hätte Koc einen Dreierpack schnüren können, doch er vergibt. Auch ein beherztes Solo vom eingewechselten Flavio Gomez hätte den Ausbau der Führung bedeuten können, doch sein Schuß von der linken Ecke des Fünfmeterraumes streicht knapp am langen Pfosten vorbei ins Aus. Die Alsterbrüder geben sich nicht geschlagen, aber oft scheitern vielversprechende Aktionen an ungewohnten Stockfehlern bei der Ballannahme oder am unpräzisen Passspiel. Kopfsache? Eidelstedt nun selbstbewusst und konsequent. In der 77. Minute ist Morina Agonis auf links durch und zieht im Strafraum aus spitzem Winkel ab. Bringmann pariert gut, aber der Ball erreicht Fabio Lenert am langen Pfosten, der keine Mühe hat, einzuschieben. Nur eine Minute später macht es Morina Agonis selbst. Aus halbrechter Position erhöht er auf 4:1. Jetzt wird jeder Angriff zum Torerfolg. In der 81. Minute ist Flavio Gomez über links durch und tunnelt Bringmann aus acht Metern. Was soll der Keeper der Alsterbrüder machen? Er sieht sich fast nur 1:1 Situationen gegenüber. Ein letztes Mal bekommen die Alsterbrüder die Chance zumindest zu verkürzen, aber die scharfe Hereingabe von der linken Seite erreicht Daniel Beortegui knapp nicht, frei vor dem leeren Tor. So bleibt es Fabio Lenert in der 88. Minute überlassen, den Schlusspunkt zu setzen. Auch er kommt, wie zuvor Gomez, über links und schiebt die Kugel am herauseilenden Bringmann vorbei zum Endstand von 6:1 ins Netz.

Wer hätte das gedacht? Selbst die Eidelstedter Spieler und das Trainergespann sind von dem Ergebnis ehrlich überrascht. Auf alle Fälle ein immens wichtiger Sieg, um sich noch den Hauch einer Chance zum Klassenverbleib zu erhalten. In wie weit es hilft, gegen übermächtige Gegner zu bestehen wird das Spiel nächste Woche auswärts gegen Uetersen zeigen. Was gerade bei den Alsterbrüdern los ist, ist schwer zu sagen. Dass sie es besser können, haben die ersten Wochen der Saison gezeigt. Es wäre dem Aufsteiger zu wünschen noch vor der anstehenden Winterpause wieder ein Erfolgserlebnis einzufahren. Die nächste Möglichkeit dazu haben sie zu Hause gegen Hörnerkirchen. Das wird nicht so einfach, wie es die Tabellensituation aussagt, zumal der Mitaufsteiger am Wochenende gegen den TBS Pinneberg drei Punkte einfahren konnte.

Klaas Dierks

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