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Sandro „schraubt“ am historischen Altengamme-Abend!

Altengamme dreht 0:2-Rückstand und siegt dank „Monster“ Schraub

28. August 2019, 11:25 Uhr

Am Amselstieg ging es ordentlich rund - am Ende mit dem besseren Ende für die Gäste aus Altengamme! Foto: Zerbian

Dass der SV Altengamme Geschichte schreiben und erstmals in der Vereinshistorie einen Sieg beim FC Voran Ohe landen würde, war 44 Minuten lang kaum bis gar nicht absehbar. „Mich ärgert die erste Halbzeit. Denn das ist einfach unnötig!“, war SVA-Coach Jan Krey bedient. „Die haben zwei Torchancen, beide sind drin“, echauffierte er sich, fügte gegenüber „Bolzjungs“ aber gleichzeitig an: „Wir haben eine Mannschaft, die auch das drehen kann.“ Zwar sei die Stimmung in der Kabine „anfangs bedrückt gewesen, weil man selbst unzufrieden war mit dem Gezeigten“. Schnell habe man sich jedoch zusammengerauft und „vorgenommen, Vollgas zu geben. Glücklicherweise ist das aufgegangen!“

Da war die Freude bei den Ohern noch groß, als Phil Krieter mit einem absoluten Traumtor das 1:0 markierte, was auch bei Sandro Schraub (re.) für hängende Schultern sorgte. Foto: Zerbian

Nicht zuletzt dank eines Mannes: Sandro Schraub! „Wir führen 2:0, kriegen den unglücklichen Anschluss – und dann kommt Schraub. Der hat heute einfach den Unterschied ausgemacht. Das muss man so sagen“, wusste auch Ohe-Trainer Rainer Seibert – und entgegnete auf die Frage, wieso man schlussendlich als Verlierer vom Platz schreiten musste: „Weil wir keinen Schraub in den eigenen Reihen haben!“ Im ersten Durchgang nahezu unsichtbar, im zweiten Abschnitt nicht mehr zu stoppen: Der Goalgetter der „Deichkicker“ lief zur Höchstform auf – und jagte dem Gegner, im wahrsten Sinne, Angst und Schrecken ein. „Mit Sandro haben wir da vorne ein Monster stehen“, hob Krey nochmal die Bedeutung des 23-Jährigen hervor, stellte aber auch zugleich klar, dass der Anschlusstreffer mit dem Pausenpfiff „ganz, ganz wichtig“ für sein Team war.

Die verletzungsbedingte Auswechslung von Munib Saqib (2. v. li.) sein "ein Knackpunkt" gewesen, wie Ohe-Coach Seibert befand. Foto: Zerbian

Denn bis zu diesem Zeitpunkt legten die „Amselstiegler“ eine ungeheure Effektivität an den Tag. Erst jagte Phil Krieter einen Distanzschuss in den Knick (14.), dann nutzte Patrick Gordon die zweite Chance zum zweiten Treffer (35.). Es folgte der „erste Knackpunkt“, wie Seibert anschließend befand. Sein Team war bereits mit einem Bein in der Kabine, als die Gäste noch einmal einen Freistoß zugesprochen bekamen, den Jonas Buck zum Anschluss in die Maschen schlenzte (45.). „Der zweite Knackpunkt“, so Seibert, wäre die verletzungsbedingte Auswechslung von Munib Saqib gewesen (55.). „In der zweiten Halbzeit sind wir aufgewacht. Dann sieht man auch, wozu wir in der Lage sind. Die Jungs sind so stark. Aber wir kriegen es nicht über 90 Minuten auf die Platte. Die Tore sind ja auch keine Zufallsprodukte“, konstatierte derweil Krey, der auch nicht schlecht staunte, als die Schraub-Show ihren Lauf nahm!

Zunächst „schraubte“ er per Kopf den Ausgleich in die Maschen (62.), ehe er eine Hereingabe von Philip Alpen zum 3:2 verwertete (68.)! Doch Ohe schlug zurück: Gordon, der zuvor das 3:1 verpasste, enteilte Max Böttcher und sorgte mit seinem zweiten Torerfolg wieder für offene Verhältnisse (75.). Als die Partie bereits in die Nachspielzeit abbog und alle mit der Punkteteilung rechneten, hatte ein Akteur etwas dagegen. „Wir waren nicht mehr konzentriert genug“, haderte Seibert. „Der Fehler passiert schon bei der Flanke – er darf erst gar nicht zum Schuss kommen“, führte der Ohe-Dompteur aus. Mit „Er“ war natürlich Sandro Schraub gemeint, der den Amselstieg in eine Altengammer Partyzone verwandelte (90. +1)! „Wir wussten, wie viele Achterbahnspiele es schon in Ohe gab. Normalerweise machen sie kurz vor Schluss den Ausgleich oder gar den Siegtreffer. Heute haben wir den gemacht. Aus meiner Sicht auch verdient“, jubelte Krey. Liga-Obmann Philipp Mohr schlug in dieselbe Kerbe und hob die „enorme Willensstärke“ seiner Equipe hervor.

Der Jubel bei den Gästen nach dem ersten Sieg beim FCVO in der Vereinsgeschichte war riesengroß. Foto: Zerbian

Während sein Gegenüber deutliche Worte fand: „Uns fehlen zurzeit Spieler, die wir nicht ersetzen können – das hat das Spiel gezeigt. Es wird keiner mehr davon sprechen, dass wir oben mitspielen können. Denn das können wir nicht. Das haben wir gesehen, ist aber auch nicht schlimm. Wir sind auf dem Boden der Tatsachen“, gab er zu Protokoll – und wurde noch klarer in seiner Wortwahl: „Sollten wir so weiterspielen – ich weiß, dass will jetzt keiner hören –, dann ist das einfach schlecht und wir kicken unten rum. Es wäre schade, denn in der Truppe steckt viel Potenzial. Aber zurzeit ist der Wurm drin und wir belohnen uns einfach nicht.“ Am Ende sei es „ein verdienter Sieg für Altengamme“ gewesen, wie Seibert gestand. „Sie wollten es vielleicht einen Tick mehr.“ Seine Jungs wären hingegen „ziemlich deprimiert“. Deshalb müsse man sie nun wieder „aufbauen und versuchen, in Bergstedt zumindest einen Punkt zu holen. Dann bin ich hochzufrieden.“

Autor: Dennis Kormanjos