Oberliga

Osdorf historisch, Ivanko angefressen: „Es ist jede Woche das einzige Thema vor dem Spiel“

Rugenbergen-Coach schießt scharf gegen Referee Saad

11. November 2019, 15:13 Uhr

Brachte den Sieg des TuS Osdorf auf den Weg: Verteidiger Bryan Godts erzielte den Führungstreffer. Foto: KBS-Picture.de

Andelko Ivanko war bedient – und das gleich in doppelter Hinsicht: „Das, was ich von meiner Mannschaft erwartet habe, haben wir nicht ansatzweise abgerufen. Nach so vielen guten Spielen, in denen wir uns nicht belohnt haben, habe ich schon befürchtet, dass so ein Spiel kommt, wo wir unterm Strich verdient verlieren“, zeigte sich der Trainer des SV Rugenbergen aufgrund der Vorstellung seiner Schützlinge „not amused“ – und betonte dann: „Ich hätte mir gewünscht, so etwas nach einem Sieg zu sagen – dann wäre es viel glaubwürdiger…“, nahm er anschließend Referee Falah Abed Saad (VfL 93) in die „Mangel“ und kritisierte dessen Leistung scharf.

„Beim Stand von 1:0 für Osdorf wurde uns ein klarer Elfmeter nicht gegeben. Die Hand war einen Meter vom Körper weg – das war eine beachtliche Torwart-Leistung“, monierte Ivanko, ehe er noch weiter ausholte: „Es ist jede Woche, egal wo dieser Schiedsrichter auftaucht, das einzige Thema vor dem Spiel. Alle 18 Mannschaften, Trainer und Verantwortliche wissen das, auch die Zuschauer sehen das inzwischen – nur der Hamburger Fußball-Verband reagiert nicht. Es gibt einen Haufen absurder Entscheidungen, die man nicht mal ansatzweise verstehen kann. Alle müssen das schlucken. Du kannst auch deine Mannschaft nicht coachen, weil du nicht weißt, was als Nächstes kommt. Sowas habe ich noch nie erlebt!“ Osdorf-Manager Cemil Yavas sprang dem SVR-Coach zur Seite, sagte: „Ich muss Andelko Recht geben, dass schon aufgrund der Kommunikation auf und neben dem Platz größere Probleme bestehen. Es ist auch tatsächlich so, dass es wieder einige strittige Entscheidungen gab und die Schiedsrichter-Ansetzung jedes Mal im Vorfeld ein Thema ist.“

Nichtsdestotrotz stellte Ivanko auch klar: „Wir haben sehr schlecht gespielt, hatten viele Fehlpässe in der Spieleröffnung und im Mittelfeld im Vergleich zu den letzten Spielen, wo ich sehr zufrieden war, auch wenn die Niederlagen teilweise hoch ausgefallen sind, überhaupt keinen Zugriff.“

Osdorf bestraft Rugenbergen-Fehler eiskalt

Rugenbergen-Coach Andelko Ivanko übte scharfe Kritik am Unparteiischen. Foto: KBS-Picture.de

So entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein an Höhepunkten äußerst rar gesäter Kick auf einem „katastrophalen Platz“, wie selbst Ivanko meinte. Nach der Pause nahm der Gast das Heft des Handelns in die Hand und ging durch einen Kopfball von Bryan Godts, nach einer Flanke von Felix Spranger, in Führung (54.). „Ich habe die Situation nicht mal gesehen, sondern hatte mich in dem Moment umgedreht, weil es eigentlich gar nicht gefährlich war“, so Ivanko, der zudem das „ganz schlechte Abwehrverhalten“ seiner Elf in jener Szene kritisierte, hinterher. Doch auch der Gegentreffer rüttelte die Bönningstedter nicht wach. Im Gegenteil. „Wir haben nicht ins Spiel gefunden, Bälle unbedrängt ins Aus gespielt.“ Und so machte Osdorf den Deckel drauf, als Daniel Tönges in die Tiefe geschickt wurde und vom ehemaligen TuS-Torhüter Patrick Hartmann zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte Jeremy Wachter ins rechte Toreck – wenngleich Hartmann noch dran war, den scharf geschossenen Ball aber nicht mehr entschärfen konnte (77.).

Osdorf triumphiert erstmals beim SVR - und feiert eine weitere Premiere

Am Ende feierte Osdorf im Sportzentrum Bönningstedt – und das zum ersten Mal: „Wir haben in der Vergangenheit bei Rugenbergen immer schlecht ausgesehen und tatsächlich auch noch nie gewonnen“, hatten Yavas und Co nicht unbedingt positive Erinnerungen an die Gastspiele des TuS beim SVR. „Auch wenn es für den neutralen Zuschauer vielleicht nicht das beste Spiel war, sind wir froh, das erste Mal bei Rugenbergen und auswärts auf Rasen gewonnen zu haben.“ Auch wenn man „einige Veränderungen“ vornehmen musste, habe „uns das nicht wirklich gestört, da die Jungs, die gespielt haben, das wirklich gut gemacht haben“, so Yavas. „Wir haben in der Defensive nichts anbrennen lassen, dem Gegner kaum Platz gelassen, das Spiel zu jeder Zeit kontrolliert und das Tempo gewechselt.“ Und: Das erste Mal in dieser Saison zu Null gespielt. „Das gibt dann auch gleich zwei Zu-Null-Kisten von den Trainern, darauf freuen sich die Jungs schon“, verriet Yavas, dessen Elf nur eines der letzten neun Spiele verlor und sechsmal gewann. „Es ist ein absoluter Aufwärtstrend zu erkennen. Wir sind nach 17 Spielen mit 23 Punkten voll im Soll. Jetzt spielen wir nächste Woche gegen Meiendorf und wollen diese schöne Bilanz ausbauen.“

Autor: Dennis Kormanjos

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