Oberliga

„No (Außen)rist, no fun“: Niendorf verschluckt sich an Dassendorfs „M&M“

Spitzenreiter schlägt beim 2:0 gegen den NTSV schnell doppelt zu

14. September 2019, 16:37 Uhr

Komm her und lass dich feiern: Len Aike Strömer (re.) freut sich mit Sven Möller über dessen Treffer zum 1:0. Foto: KBS-Picture.de

Dass dieser Mann Qualität hat, ist in der ganzen Oberliga bekannt. Und dennoch gelang es dem Niendorfer TSV am Samstagnachmittag im Auswärtsspiel bei der TuS Dassendorf (Hier gibt’s die Highlights im Live-Ticker) nicht, Sven Möller ganz auszuschalten. Ganz im Gegenteil: an beiden Treffern der Hausherren zu deren 2:0-Sieg war „Mölli“ beteiligt. Erst versenkte er ein Zuspiel im Giebel. „Der geht entweder oben rechts rein oder unten links – oder er fliegt in den Himmel“, grinste Möller anschließend im Video-Interview (siehe Text). Der Schuss saß – und danach hatten er und Mattia Maggio noch ein weiteres Mal die hohe Kunst des Fußballs demonstriert. 

Nach dem Möller-Knaller in den rechten Torwinkel (29.), legte die TuS nämlich nur zwei Minuten später schon nach: Möller spielte den Ball mit dem Außenrist unnachahmlich in die Schnittstelle auf Maggio, der sich – völlig blank vor Keeper Marcel Kindler – auch nicht lumpen ließ und sich getreu des Mottos „No risk, no fun“ befähigt sah, den Ball ebenfalls mit dem Außenrist zu spielen. Und das gelang: Das Spielgerät schlug hinter Kindler im Netz ein, Dassendorf führte 2:0, Niendorf hatte sich an Dassendorfs„M(öller)&M(aggio)“ verschluckt. Oder aus Sicht der Gastgeber formuliert: „No (Außen)rist, no fun“.

Richter: „Der Schlüssel zum Sieg lag ganz klar in der Defensive“

Achtung, Hintermann: Dassendorfs Rinik Carolus (li.) gegen den Niendorfer Oliver Doege. Foto: KBS-Picture.de

Doch Jean-Pierre Richter lobte nicht nur seine Offensive. „Wir haben zwar zwei schöne Treffer gemacht, aber man muss trotzdem sagen: Der Schlüssel zum Sieg lag ganz klar in der Defensive. Wir haben zuhause gegen eine starke Mannschaft Stand gehalten. Alexandar Nogovic, Amando Aust und Marcel Lenz haben zu dritt überragend verteidigt hinten“, sagte „JPR“ und bilanzierte: „Wir haben es geschafft in der ersten Hälfte den Grundstein zu legen, obwohl wir schwer in die Partie gekommen sind und zunächst nicht ganz so viel Druck auf den Gegner bekommen haben. Aber wir haben eine unglaublich gute Qualität. Wenn wir die Räume dafür finden und sie einsetzen, sind wir auf einem guten Weg.“

Der führte die TuS nach dem Remis zu Beginn der Saison gegen Meiendorf mit nunmehr sieben Siegen in Serie inzwischen längst wieder auf den Platz an der Sonne in der Tabelle. In der dritten Woche bleibt die TuS nun nach dem Sieg dort oben. „Es ist immer schön da zu stehen, das passt zum tollen Wetter heute und dem 2:0-Sieg gegen den NTSV. Diesen Erfolg zu schaffen, ist gut. Niendorf ist ein sehr unbequemer Gegner. Wir mussten sehr lauffreudig sein, das war ein intensives Spiel. In der zweiten Hälfte hatten wir eine gute Phase, wo wir uns nicht mit dem dritten Tor belohnen. Wir haben ihnen den Stecker nicht ganz gezogen, deswegen war es bis zum Ende noch ein sehr aktives Spiel“, konstatierte Richter.

Farhadi: „Möller kommt in die Box, schießt – bumm, bäng, Tor!“

Amando Aust (re., hier gegen den Niendorfer Dario Streubier) machte in der TuS-Defensive ein starkes Spiel. Foto: KBS-Picture.de

„Das waren wirklich sehr starke 20 Minuten von uns zu Beginn, da hat alles gut gepasst. Da haben wir so gespielt, wie man sich das als Trainer wünscht. Aber wir machen das Tor nicht. Wir haben keinen richtigen Stürmer und uns fehlt das Abschlussglück“, ärgerte sich auf der anderen Seite derweil Ali Farhadi. „Christian Gruhne hat allerdings auch toll pariert, er hat Dassendof im Spiel gehalten. Für mich ist er einer der besten Torhüter in Hamburg“, fügte der Niendorf-Übungsleiter hinzu. „Dann lässt sich Ilyas Afsin sehr einfach ausspielen, Möller kommt in die Box, schießt – bumm, bäng, Tor! So muss das sein. Das ist der Klassenunterschied: Wir hätten wahrscheinlich gewartet, bis einer da ist, ehe wir geschossen hätten“, so Farhadi. „Dassendorf hat eine riesige Qualität, da spielen halt einfach die besten Spieler Hamburgs. Unterm Strich ist das ein verdienter Sieg für Dassendorf. Sie haben ihre schwache Phase gut überstanden, das macht eine Top-Mannschaft aus. Für uns war das Lehrgeld. Ich hoffe, dass meine Jungs da mal richtig zugeguckt haben. Es tut weh, aber wir werden nicht umfallen“, schloss der NTSV-Coach sein Fazit.

Jan Knötzsch

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