Oberliga

Klaas macht's klar: Sasels Seuchen-Serie gegen Vicky bleibt bestehen

TSV verliert mit 1:2 und bleibt somit seit 2003 weiter sieglos gegen den SCV

17. November 2019, 19:27 Uhr

Jubeltraube in Blau und Gelb: Die Vicky-Spieler feiern den 2:1-Siegtreffer von Klaas Kohpeiß. Foto: KBS-Picture.de

Motivation ist manchmal so einfach. Das beste Beispiel hatte Martin Spreitz, der Co-Trainer des SC Victoria, der im Match beim TSV Sasel (Hier gibt’s die Highlights im Live-Ticker) erneut den verhinderten Marius Ebbers vertrat, schon in der Vorwoche geliefert. Da war Ian-Prescott Claus „nicht wahnsinnig viel gelungen“, wie Spreitz fand – und trotzdem sagte er Claus gegen den Bramfelder SV einen Treffer voraus. Claus traf tatsächlich. In Sasel nun rief Vickys „Aushilfs-Chef“ seinem Offensivmann zu, er solle es wie letzte Woche machen. Und wieder klappte es: Zwar traf Claus fünf Minuten vor dem Ende nicht selbst, dafür aber legte er den Ball Klaas Kohpeiß zum Siegtreffer auf, der dafür sorgte, dass eine Serie hielt: Der letzte Sieg des TSV gegen den SCV bleibt ein 1:0 vom 24. August 2003.

Umso kurioser, weil: Bislang hatte sich Vicky in dieser Saison in der Fremde schwergetan. Der einzige „Dreier“ auswärts war bislang ein 7:0-Sieg gegen den SV Rugenbergen. „Die drei Punkte sind immens wichtig. Zum einen, weil es auswärts in dieser Saison bei uns bislang nicht so lief und so ein Sieg gegen ein heimstarkes Team wie Sasel natürlich viel Selbstvertrauen bringt. Zum anderen, weil Sasel vor dem Spiel zwei Punkte Vorsprung vor uns hatte. Jetzt haben wir sie überholt. Wir haben uns – wie es sich als Top-Team gehört – vorgenommen, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen. Diesmal ist es nicht nur beim Sprechen geblieben, sondern man hat es auch auf dem Platz gesehen“, konstatierte Klaas Kohpeiß nach dem Abpfiff und fasste sein spielentscheidendes Tor zusammen: „Es ist immer ganz gut, wenn man als Stürmer reinkommt und das Gefühl im Fuß hat, noch ein Tor zu machen. Das hatte ich. Ich freue mich, wenn ich der Mannschaft helfen kann. Wenn es dann auch noch der Siegtreffer ist, ist es umso schöner“, sagte der Matchwinner und grinste: „Ich konnte nicht mehr viel verkehrt machen. Den daneben zu schießen, wäre schon schwer gewesen. Zum Glück hat der Fuß ruhig gehalten und der Ball ist reingekullert.“

Spreitz: „Wenn der Pfostenschuss reingeht, dann wird es 2:2 ausgehen...“

Timo Stegmann (li, hier gegen Stefan Winkel) traf früh zum 1:0 für den SCV. Foto: KBS-Picture.de

Ganz zur Freude von „Ebbers-Ersatz“ Spreitz. „Zum gewichtigen Teil gehört der Treffer natürlich auch Ian. Er hat eine unglaubliche Qualität im Eins-gegen-Eins und ein super Tempo. Wenn man es schafft, ihn freizuspielen, dann wird es immer gefährlich. Im Endeffekt hat er so ja dann auch das 2:1 für uns vorgelegt“, sagte Vickys Co-Trainer, der befand: „Es war ein sehr hochklassiges Oberliga-Spiel mit unglaublichen guten Aktionen auf beiden Seiten. Für einen so kalten Sonntagnachmittag kann man sich so ein heißes Spiel nur wünschen.“ Man könne, so Spreitz weiter, „an den Toren immer sehen, welche Mannschaft gerade das Spiel dominiert hat. Wir haben die erste Hälfte sehr dominant begonnen, hatten ein Übergewicht und gehen entsprechend auch verdient in Führung. Nach der Pause hat Sasel völlig das Kommendo übernommen, der Ausgleich war verdient – das müssen wir eingestehen.“ Warum seine Mannschaft „das Kommando so hergegeben hat, ist mir noch nicht ganz klar“, sagte Spreitz, durfte aber danach auch loben: „In den letzten 20 Minuten hatten wir dann wieder das Kommando und die Kontrolle. Genau das hatte ich von den Jungs verlangt: Dass wir die Kontrolle übers Spiel haben.“ Aber: „Wir hatten auch Glück“, wusste der eigentliche Assistenztrainer des SCV mit Blick auf Sasel Pfostentreffer aus der 87. Minute: „Wenn der reingeht, dann wird es 2:2 ausgehen. Da haben wir einen Tick Glück. Mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen.“

Zankl: „Über das Spiel glücklich, aber über das Ergebnis ein bisschen verärgert“

Zweikampf im Mittelfeld: Victorias Dennis Bergmann (li.) im Duell mit dem Saseler Sebastian Zinselmeyer. Foto: KBS-Picture.de

Danny Zankl teilte diesen letzten Satz freilich nicht. „Ich hätte mir gewünscht, dass sich meine Mannschaft am Ende für den Aufwand, den sie betrieben hat, auch belohnt. Aber wir treffen den Pfosten, Dennis Lohmann rettet im Vicky-Tor ein Mal mit dem Fuß und ein Mal überragend zur Ecke“, bilanzierte Sasels Coach. Und dann war da ja auch noch ein Abseitspfiff, der kurz vor dem Ende die Gemüter der Gastgeber erregt hatte. „Da steht unser Spieler 17 Meter nicht im Abseits. Ich weiß, dass die Schiedsrichter das auch wissen, sie haben sich dafür entschuldigt. Alles gut, Fehler passieren. Pfosten, Abseits, Lohmann – wir haben Pech gehabt. Sowas passiert leider manchmal“, befand Zankl, der nach eigenem Bekunden „über das Spiel glücklich, aber über das Ergebnis ein bisschen verärgert“ war. „Wir liegen erst durch einen dummen Fehler, der uns bei einer Stanradrsituation unterläuft, mit 0:1 zurück und hatten in der ersten Hälfte eine Phase, wo wir nicht den besten Zugriff hatten. Eigentlich haben wir uns insgesamt ganz gut präsentiert, hatten ein gutes Tempo und haben mutig gepresst. Leider haben wir uns erst nicht dafür belohnt“, bilanzierte Sasels Übungsleiter, „in der zweiten Halbzeit kommen wir gut raus, haben unser Pressing etwas feinjustiert und machen dann ein super schönes Tor. Es ist ärgerlich, dass wir das Spiel danach wieder aus der Hand geben. In den letzten 20 Minuten haben wir schlampige Bälle gespielt und hatten unnötige Ballverluste.“

Jan Knötzsch

Kommentieren