06.11.2019

In der Nachspielzeit: BUTT(L)ERweich zum Sieg – Josipovic „extrem stolz“

Lokstedt ringt Rantzau im hart umkämpften Duell nieder

Umjubelter Matchwinner der Eintracht: Johann Buttler traf in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg gegen den direkten Konkurrenten Rantzau. Foto: Sebastian Neumann

Er sei „extrem stolz“ auf seine Jungs, „dass sie es geschafft haben, diesen fünften Platz zu erobern – trotz vieler Dinge, die immer wieder vorfallen“, so Anto Josipovic, der damit nicht nur die große Ausfallrate, die er öffentlich stets als Tabuthema ansieht, meint. Er müsse seiner „Mannschaft für das, was sie geleistet hat, ein ganz, ganz großes Lob aussprechen“, betonte der Übungsleiter von Eintracht Lokstedt nach dem hart erkämpften 2:1-Sieg zum Hinrunden-Abschluss gegen den direkten Konkurrenten aus Rantzau.

Es lief bereits die Nachspielzeit, als Eintracht Lokstedt zum letzten Hurra ansetzte. Ein langer Abschlag von Torhüter Jan Giesecke rutschte bis an den gegnerischen Sechzehner durch, wo sich Johann Buttler behauptete und das Leder unter tosendem Jubel der Eintracht-Anhänger aus 15 Metern im rechten Toreck unterbrachte (90.). Der Luckypunch der Josipovic-Kicker! „Es war ein unfassbar intensives Spiel, richtig heiß, emotional und zweikampfbetont“, fasste der Coach im Nachgang zusammen – und verriet, dass „auch ein bisschen viel Trashtalk“ auf sowie abseits des Platzes betrieben wurde. Aber seine Mannen wären auf jene Intensität und Robustheit vorbereitet gewesen, wie Josipovic erklärte. „Wir haben das Spiel von Rantzau im Training gespiegelt und eine Mannschaft aufgestellt, die genau so spielen sollte. Das hat da schon gut geklappt.“ Genauso wie am Sonntagnachmittag. „Rantzau hat konstant in die Räume reingespielt, wo wir sein wollten – und auch waren. Meine Mannschaft hat das wirklich gut gemacht, ist relativ ruhig geblieben und hat den Matchplan klar verfolgt.“

Drei Platzverweise, zehn Gelbe Karten

Lokstedt-Fänger Jan Giesecke bereitete das Siegtor in der Nachspielzeit mit einem weiten Abstoß direkt vor. Foto: Sebastian Neumann

Sicherlich half da auch das frühe 1:0, das der später noch umjubelte Matchwinner Johann Buttler einleitete. Seine Hereingabe, die Mario Beslic finden sollte, drückte Onur Tiryaki in die eigenen Maschen (3.). Während seine Elf „verdient in Führung gegangen“ sei, habe „Rantzau von der Trainerbank viel Energie bekommen. Das hat die Mannschaft gepusht und im Spiel gehalten.“ Aber auch auf dem Platz wurde es zunehmend unruhiger. Eine gute Viertelstunde vor Schluss schwächten sich die Hausherren selbst: Nach einem Foulspiel an seine Person ließ sich Tom Münster zu einer Beleidigung hinreißen – glatt Rot (74.). Folglich agierte Lokstedt in Unterzahl und kassierte den Ausgleich durch den zur zweiten Halbzeit eingewechselten Marvin Jensen, der auf halblinks von Jan-Niklas Rohr in Szene gesetzt wurde. Doch kurz vor Anbruch der „Extra-Zeit“ musste jener Rohr mit der Ampelkarte ebenfalls vorzeitig zum Duschen (89.), ehe Buttler butterweich zum Sieg traf. Das unheimlich hitzige Duell beendete Lokstedt zu neunt, da Alexander Gäde in der sechsten (!) Minute der Nachspielzeit aufgrund eines rüden Foulspiels noch den roten Karton sah. Insgesamt hagelte es zehn Gelbe, eine Gelb-Rote und zwei glatt Rote Karten!

"Die Jungs haben es unglaublich umgesetzt"

„Es war das intensivste Spiel überhaupt“, befand Josipovic im Nachgang. „Am Ende hat es nicht nur viel Spaß gemacht, sondern wir haben es auch verdient gewonnen“, konstatierte er. Seine Equipe habe eine „unfassbar starke Leistung, die so nicht zu erwarten war, gezeigt“. Bereits im Vorfeld habe man gewusst, „dass wir aggressiv sein, aber auch Schmerz erleiden müssen, weil das eine starke und robuste Mannschaft ist – und die Jungs hatten Bock drauf und keine Angst. Wir wollten diesen fünften Platz und die Jungs haben das unglaublich umgesetzt.“ Er sei „stolz darauf“, was sein Team in der ersten Saisonhälfte abgerufen habe“, erklärte Josipovic, der im bisherigen Verlauf bereits 29 (!) Akteure einsetzen musste. Trotz der knappen Niederlage sprang Rantzau-Coach Marcus Fürstenberg in nahezu dieselbe Kerbe: „Was wäre erst möglich gewesen, wenn wir nicht so extrem viele Ausfälle gehabt hätten?“, rätselte er auf der facebook-Seite der Barmstedter – und meinte abschließend: „Großes Kompliment an meine Mannschaft, was sie im zweiten Jahr nach dem Aufstieg bisher insgesamt abgeliefert hat.“

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