12.10.2019

Historischer Haut und heldenhafter Harr werden zu Drochtersens Haar in der Suppe!

HSV-U21 feiert glücklichen Sieg dank zweier Matchwinner

Ein Gefühl der Glückseligkeit bei Sebastian Haut (li.) nach seinem Siegtor und dem ersten Treffer seit fünf Jahren. Foto: KBS-Picture.de

Aus Sicht der U21 des Hamburger SV war es ein Spiel mit zwei Geschichten. Einerseits war da der umjubelte Siegtorschütze Sebastian Haut (alle Highlights im LIVE-Ticker), der mit dem Ball im Gepäck stolz in Richtung Kabine marschierte und zunächst verriet, dass er das besagte Spielgerät irgendwie "mit dem Knie" im Gehäuse der SV Drochtersen-Assel unterbrachte, um dann mit einem Augenzwinkern einzugestehen: "Ich konnte es gar nicht mehr verhindern." Für den Kapitän der "Rothöschen" war es der erste Torerfolg "seit fünf oder sechs Jahren", geriet er ins Grübeln. "Es war auf jeden Fall noch in der U19 - damals im jüngeren Jahrgang", erinnerte er sich.

HSV II-Keeper Kevin Harr (Mi.) rettete seinem Team - hier gegen den Ex-Altonaer Jan-Ove Edeling (li.) - den Sieg. Foto: KBS-Picture.de

Und dann war da noch der von Trainer Hannes Drews gelobhudelte Kevin Harr. "Heute müssen wir uns bei Kevin bedanken. Er hat eine grandiose Leistung gezeigt und das Spiel für uns gewonnen", adelte Drews den 19-jährigen Schlussmann, der sich bisher zumeist hinter dem derzeit verletzten Joshua Wehking und Profi-Leihgabe Julian Pollersbeck, der die letzten beiden Partien das Tor hütete, einreihen musste. "Sich nach so harten Wochen zu belohnen, freut mich natürlich sehr", war Harr die Erleichterung deutlich anzumerken. "Solche Leistungen braucht man mal ab und zu in der Saison, um dem Team den nötigen Rückhalt zu geben", erklärte er - und fügte an: "Es ist natürlich immer ein schönes Gefühl, wenn man als Torwart ein Stück weit der Matchwinner ist und seinen Teil dazu beitragen konnte, den Sieg festzuhalten.“

Heldenhafter Harr, Haut trifft erstmal seit fünf Jahren

Henrik Giese (li.) eilte bei Hauts Siegtreffer als erster Gratulant herbei. Foto: KBS-Picture.de

Sowohl gegen Jan-Ove Edeling (7.) als auch gegen Jannes Wulff (58.) parierte der junge Torsteher glänzend im Eins-gegen-Eins und verrichtete auch ansonsten einen tadellosen Job. "Dadurch, dass ich zuletzt nicht gespielt habe, konnte ich extrem viel an der Sprungkraft und generell kraftmäßig arbeiten. Das hat mir den letzten Punch gegeben", hob er die Arbeit mit Torwart-Trainer Arvid Schenk hervor. Dieser war auch einer der ersten Gratulanten nach Schlusspfiff und fiel dem "Matchwinner" in die Arme. "Ich weiß gar nicht mehr genau, was er mir gesagt hat. Aber wir sind wie eine große Torwart-Familie. Da freut sich jeder für jeden", so Harr, der kurz vor der Pause sah, wie das Leder auf der anderen Seite in den Maschen zappelte. Sebastian Haut war nach einer scharfen Freistoß-Flanke von Maximilian Geißen zur Stelle - mit dem Knie, wie er im Nachgang verriet. Auch wenn er sich zunächst nicht mehr an den genauen Zeitpunkt seines letzten Treffers erinnern konnte, haben eifrige Nachforschungen ergeben: Am 1. November 2014 erzielte Haut das 2:1-Siegtor für die U19 gegen den Nachwuchs von Hannover 96.

„Gerade die erste Paraden pusht ihn und die Jungs“

D/A-Joker Borgmann (li.) hatte kurz vor Ultimo den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber an der Latte. Foto: KBS-Picture.de

Damals war Kevin Harr gerade mal 13 Jahre jung. "Das ganze Team wollte den Sieg. Fußballerisch war es nicht unsere beste Leistung, aber wir haben uns für unseren Willen, die Leidenschaft und den Kampf belohnt", befand der Keeper, der sich in den letzten Wochen von Julian Pollersbeck "ein bisschen was abgeguckt" habe. "Er ist ein ganz anderer Torwarttyp als ich und nochmal einen Kopf größer. Deswegen sind es andere Abläufe. Aber natürlich kann man sich von solch einem Torhüter und gestandenen Profi etwas abschauen." Sein Trainer freute sich derweil für den anfangs auch ein ums andere Mal gescholtenen Fänger. "Gerade die erste Parade pusht ihn und auch die Jungs vor ihm merken, dass da eine ganz andere Ausstrahlung ist." Eine Ausstrahlung, die an jenem Tag nicht zu bezwingen war. Drews' generelles Fazit zu den 90 Minuten: "Die erste Halbzeit war recht ausgeglichen. Wir hatten viel Ballbesitz, aber nicht in den entscheidenden Räumen. Wir wollten mehr in die Tiefe kommen. Doch dann wurde es in der zweiten Halbzeit ein ganz anderes Spiel. Viel mehr Krampf und Krampf. Die letzten zehn Minuten haben wir auch Glück gehabt." Und einen sicheren Rückhalt zwischen den Pfosten.

Autor: Dennis Kormanjos

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