Gefühlte fünf Jahre älter, aber um drei Punkte reicher

HSV III bejubelt den ersten Sieg, Buchholz tritt auf der Stelle

16. September 2017, 01:12 Uhr

Die Mannschaft des HSV III feiert den Erfolg gemeinsam mit den Fans. Foto:Sager

Es war das Duell der beiden Fehlstarter in der Oberliga – und am Ende gab es für den bis dato sieglosen Hamburger SV III tatsächlich etwas zu feiern: Die Mannschaft von Trainer Felix Karch fuhr beim 2:1 gegen den TSV Buchholz 08 die ersten drei Punkte in dieser Saison ein. 98 Zuschauer sahen eine eher mittelmäßige Partie beider Mannschaften. HSV lll-Coach Felix Karch fasste es nach der Begegnung wie folgt zusammen: „Man hat gemerkt, dass es zwei Mannschaften waren, die erheblich mit sich zu kämpfen haben in der aktuellen Situation.“

"Gurkentore" bringen die Erfolge

Die Elf von Gästetrainer Thorsten Schneider begann die Partie druckvoller. Visuell steuerte sie mehr zu der Partie bei, blieb jedoch ohne zwingende Torgefahr. Doch nach zwölf Minuten nutzen die Buchholzer ihre Chance. Nach einem Eckball von links konnte der HSV lll die Situation im Strafraum nicht richtig bereinigen und über mehrere Kopfball-Stafetten landete der Ball schließlich vor den Füßen von Luca Knobloch, der die Kugel HSV lll-Torwart Jan Haerting durch die Hosenträger schickte (12.). 


Auf der anderen Seite fiel aus einer ähnlichen Situation der Ausgleich. „Wir machen auf der anderen Seite genau das gleiche Gurkentor nach einer verunglückten Ecke“, beschrieb HSV III-Coach Felix Karch später die Situation. Nachdem Buchholz die erste Ecke abwehren konnte, landete der Ball auf der Außenbahn. Von dort wurde eine flache Flanke von Ilic in den Strafraum gebracht, die Michael Ulbricht verwertete (22.). Nach diesen beiden Toren verflachte die Partie mehr und mehr. Einzig Knobloch hatte vor der Pause die Möglichkeit, seine Mannschaft in Führung zu bringen, scheiterte jedoch am HSV lll-Schlussmann.

Karch: "Ich glaube ich bin heute fünf Jahre älter geworden"

Die zweite Halbzeit startete identisch wie die erste. Wieder waren es die Gäste aus der Nordheide, die sich eine Chance durch Cedric Fuß erarbeiteten. Sein Ball aus gut 14 Metern flog jedoch an die Latte. Dieser Schuss wirkte wie ein Weckruf für die Hausherren: Wenig später hat der HSV lll die Möglichkeit, den Führungstreffer zu erzielen, doch eine Drei-gegen-Eins-Situation vergaben sie kläglich. Danach belohnten sich die „Rothosen“ dann allerdings. Nach einem Einwurf auf der linken Seite behielt Jendrik Bauer die Übersicht, legte clever in den Rückraum und Damian Ilic versenkte die Kugel mit einem satten Schuss im Kasten (71.). 


Die Gäste fanden danach kaum noch Bindung zum Spiel und der HSV lll machte weiter Druck. Jendrik Bauer hatte die Möglichkeit, das Ergebnis zu erhöhen, scheiterte jedoch an Philipp Wilke im Tor der Gäste. Kurz vor Schluss waren es dann die Buchholzer, die den Ausgleich hätten erzielen können, doch Knobloch vergab in der Nachspielzeit die Riesenmöglichkeit. „Wir hätten uns einen ruhigeren Abend verschaffen können, wenn wir die Kontersituationen, die wir hatten, besser nutzen. Somit bringen wir uns in der 93. Minute nochmal selbst in Bedrängnis. Ich glaube, ich bin heute fünf Jahre älter geworden“, fasste Felix Karch die packende Schluss-Szene zusammen. 

Schneider: "Es ändert sich momentan nichts"

Nach dem Spiel wirkt Gästetrainer Thorsten Schneider sehr enttäuscht. Alleine ging er über den Platz und sah nachdenklich aus. „Eigentlich mag ich zu dem Spiel gar nicht viel sagen, denn es ist wie jede Woche. Es ändert sich momentan nichts. Wir stehen zwei Mal frei vor dem Tor und schießen den Torwart an, anstatt den Ball reinzumachen. Schon beim ersten Gegentor war der Eckball unnötig, beim zweiten Gegentor der Einwurf. Wir werden weiter daran arbeiten, dass sich was ändert. Aber so langsam wird es ein bisschen frustrierend.“, ließ der Buchholzer Übungsleiter nach dem Spiel verlauten.

Karch: "Man kann der Mannschaft nur ein Lob aussprechen"

Sein Trainerkollege auf der Gegenseite, Felix Karch, wirkte befreiter, nachdem der Erfolg erst einmal mit den Fans gefeiert wurde: „Wir wollten den Sieg unbedingt und haben versucht, das Spiel offener zu gestalten. Es ist ärgerlich, dass wir die drei oder vier guten Aktionen, die wir hatten, nicht nutzen. Man kann der Mannschaft nur ein Lob aussprechen, dass sie nach so vielen sieglosen Spielen nicht den Kopf in den Sand gesteckt, sondern weiter an sich geglaubt hat und dann heute erfolgreich war.“

Autor: Kevin Sager