22.09.2019

Fünf Volltreffer: Falke feiert trotz „mit der schwächsten Saison-Leistung“

„Welle“-Taktik geht fast auf - bis zur Schlussphase

Foto: Bode

„Uns ist nicht viel eingefallen, wir hatten keine gute Bewegung drin, waren nicht wach und bissig genug, haben eine gute Trainingswoche einfach nicht rüberretten können in das Spiel“, sah Falke-Coach Dirk Hellmann „sicherlich mit die schwächste Leistung in dieser Saison“ von seinem Team. Und trotzdem hätte sein HFC am Ende allen Grund zu Freude. Denn: „Wir haben uns lange Zeit sehr schwer getan, sind aber ruhig geblieben – und das ist unsere Qualität. Wir sind immer in der Lage, noch einmal zuzuschlagen – auch in einem solchen Spiel, wo wir wirklich keine gute Leistung gebracht haben.“

In einer Partie, die „lange Spitz auf Knopf stand“, wie auch Hellmann befand, bewies seine Elf den längeren Atem. Doch der Reihe nach. „Wellingsbüttel hat uns so ein bisschen das Feld überlassen und wollte in schnelle Umschaltbewegungen kommen – das hat auch gut geklappt. Denn wir hatten teilweise haarsträubende Ballverluste, womit wir denen genau in die Karten gespielt haben“, so Hellmann, der die 30. Minute als Sinnbild dafür bezeichnete. Dort nämlich rückte Henrik Petersen aus dem Zentrum raus, um einen Zweikampf zu führen, rutschte dabei aber halbwegs weg, woraufhin „Welle“ das schnell ausspielte. Philip Bröcker schob nicht ein, Tobias Giesenschlag schoss dafür ein – 1:0. Doch die Gäste schlugen postwendend zurück. Petersen machte seinen Fauxpas wieder wett, steckte von Höhe der Mittellinie für Sebastian Gonzalez durch, der sich gegen Louis Schwien behauptete und ins lange Eck zum Ausgleich einschob (31.). Aber: Keine fünf Zeigerumdrehungen später packten die „Falken“ erneut nicht richtig zu. Diesmal war es Manuel Henkel, der das Leder hergab. Die Hausherren schalteten blitzschnell um und Adrian Kortmann vollstreckte ins lange Eck zur erneuten Führung (36.), die aber wieder nicht lange Bestand hatte. Benjamin Baarz nahm einen leichten Kontakt von Thomas Zierau dankend an. Elfmeter! Gian Darius Nicolai verwandelte sicher zum 2:2 (41.).

„Wir sind nicht an unsere Grenze rangekommen“

Es folgte eine Szene, die beim TSC für große Aufruhr sorgte, als der Ball ein drittes Mal im Kasten von Marco Wendt zappelte. Referee Finn Hendrik Haase gab den Treffer jedoch nicht, da er ein Vergehen gegen Wendt sah und ahndete. „Der Spieler steht genau beim Keeper, der dadurch nicht zum Ball kommen kann und behindert wird. Da es zuvor schon eine klare Ansage vom Schiedsrichter in Richtung der Wellingsbütteler Spieler gab, konnte ich verstehen, dass er so entschieden hat. Für mich war das ein Foulspiel“, so Hellmann, dessen Schützlinge aber auch im zweiten Abschnitt schlafmützig agierten. „Die haben es gut gemacht, hatten einige Konteraktionen, spielen es am Ende aber nicht gut aus. Wir hatten weiter dumme Ballverluste und sind einfach nicht an unsere Grenze rangekommen.“ Mit der Einwechslung von Marco Rohde habe man versucht, „nochmal ein bisschen Alarm zu schaffen“, erklärte Hellmann, „aber das ging erst auch nicht so richtig auf“.

Falke-Jungspund zieht in der Nachspielzeit auf

Bis zehn Minuten vor Ultimo, als ein ruhender Ball aus dem linken Halbfeld von Petersen scharf reingebracht wurde und Kristian Reif unglücklich in die eigenen Maschen traf. Plötzlich führte Falke mit 3:2 und legte in der Nachspielzeit doppelt nach. An beiden Treffern beteiligt: Youngster Leon Hinsch, der gerade erst in die Partie kam – und zunächst nach einem HFC-Ballgewinn von Rohde geschickt wurde, aber an Jorg-Philip Ansen scheiterte. Den Abpraller drückte Rohde letztendlich ins Glück (90. +1), ehe der 19-Jährige nach einem katastrophalen Ballverlust von „Welle“ in der Vorwärtsbewegung von Shahin Taheri bedient wurde und Ansen aus 17 Metern im kurzen Eck nicht allzu gut aussehen ließ (90. +2). Trotz des 5:2-Sieges bilanzierte Hellmann: „Wir hatten mehr Ballbesitz, ‚Welle‘ war aber einen Tick gefährlicher. Deren Taktik ist fast aufgegangen.“ Aber eben auch nur fast. Dennoch meinte „Helle“ abschließend: „Wir müssen dran arbeiten, jetzt auch mal wieder bessere Spiele zu machen.“ Damit möchte man schon am Donnerstag bei UH-Adler anfangen…

Autor: Dennis Kormanjos

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