04.10.2019

Doppelte „Doppelpacker“: „Tor-Toni“ und „Jubel-Jerry“ lassen den Blomkamp beben

Trotz 0:1-Rückstand nach 50 Sekunden schlägt Osdorf den TSV Sasel mit 4:1

Doppelt erfolgreich: Jeremy Wachter legte Sasel genso wie sein Sturmpartner Toni Rohrbach zwei Eier ins Netz. Foto: KBS-Picture.de

Jeremy Wachter konnte es gar nicht mehr erwarten – und es war ihm angesichts des strömenden Regens, der 90 Minuten lang auf den Kunstrasen am Blomkamp geprasselt war und des deutlichen Resultats auch gar nicht zu verdenken. Schiedsrichter Max Beyer hatte noch nicht ein Mal 60 Sekunden zuvor angezeigt, dass er im Spiel des TuS Osdorf gegen den TSV Sasel (Hier gibt’s die Highlights im Live-Ticker) fünf Minuten nachspielen lassen wollte, als Osdorfs Stürmer am Strafraum der Gäste seine Stimme erhob. „Und jetzt abpfeifen“, rief Wachter Richtung von Beyer, der sich natürlich nicht so einfach überzuegen ließ. Vier weitere Zeigerumdrehungen musste Wachter noch abwarten, ehe er und seine Teamkollegen ihren 4:1-Erfolg gegen den Tabellenzweiten feiern durften.

Dass am Ende jener „Dreier“ zu Buche stand, von dem Osdrofs Coach Philipp Obloch später sagen sollte, dass er mit ihm „nicht zwingend gerechnet hatte“ – daran war Wachter nicht ganz unbeteiligt. Genauso wie Toni Rohrbach, den draußen als Zuschauer nicht nur Dassendorf-Coach Jean-Pierre Richter und ETV-Manager Koray Gümüs vom Auftreten her als fast originalgetreues Abbild von Osdorf-Legende Torben Krause – nur eben jünger und mit einer anderen Nummer auf dem Rücken seines Trikots – titulierten, traf der baumlange Stürmer doppelt. „Tor-Toni“ – rein nummerntechnisch legitimer Nachfolger von Antonio Ude – war zur 2:1-Führung (27.) und zum 4:1-Endstand (67.) erfolgreich, Wachter gab nach dem 1:1-Ausgleich (25.) und dem 3:1 (44.) jeweils den „Jubel-Jerry“, nachdem Sasel nach  50 Sekunden durch Timo Adomat in Führung gegangen war. Kurzum: Die „doppelten Doppelpacker“ waren zu viel für die Gäste.

Zankl: „Wir verlieren das Spiel durch zwei individuelle Fehler, weil wir schläfrig sind“

Sasels Coach Danny Zankl erklärte nach dem Spiel, er könne mit der Niederlage leben, weil sein Team Haltung und gute Ansätze gezeigt habe. Foto: KBS-Picture.de

„Nach dem 1:0 machen wir es auch noch ganz gut, Es war ein wildes Pressing von Osdorf – das war bei dem Wetter und der Dunkelheit nicht ganz so angenehm“, befand Sasels Coach Danny Zankl und ging in seiner Spielanalyse die Szenen noch einmal durch: „Vorm 1:1 erobert Tolga Celikten den Ball, spielt ihn dann aber nicht raus und gerät unter Druck. Vorm 2:1 wird Tim Jobmann angeworfen und kann verlängern. Wir hatten eine klare Zuordnung abgesprochen.“ Anschließend gab Referee Beyer von insgesamt drei Elfmeter-Szenen im Spiel ausgerechnet den, den man am wenigsten pfeifen musste. „Das war keiner! Unser Torwart Todd Toffour hat eine riesige Beule am Kopf“, hatte Zankl in der 44. Minute eher einen Zusammenprall als ein Foul gesehen und konstatierte: „Den in der letzten Minute beim Stand von 1:2 zu kriegen, ist bitter.“

Aber: „Wir haben es auch danach in der zweiten Hälfte nicht schlecht gemacht, sondern hatten große Chancen, den Anschlusstreffer zu machen. Es war klar, dass es ein offene Spiel werden würde. Das mussten wir riskieren und haben es riskiert. Es ging nach hinten los. Wir müssen den Anschlusstreffer machen, dann ist mehr drin. So verlieren wir das Spiel durch zwei individuelle Fehler bei den Toren, weil wir zu schläfrig waren. Wir haben unsere Möglichkeiten gehabt. Wichtig war mir, dass wir in der zweiten Halbzeit ein bisschen Haltung zeigen. Es ging hin und her. Ich kann damit leben. Wir haben ein paar Leute dabei, die konnten heute richtig dazulernen. Wir können mit der Niederlage umgehen. Vor allem, weil wir nicht nur Haltung, sondern auch gute Ansätze gezeigt haben“, bilanzierte Zankl.

Obloch: „Ich wusste, dass wir Mannschaften, die gerne den Ball haben wollen, weh tun können“

„Natürlich tut dieser Sieg gut und geht runter wie Öl. Ich war nicht zwingend vom 'Dreier' ausgegangen, wusste aber schon, dass wir eklig sein können und wir Mannschaften, die auch gerne Fußball spielen und den Ball haben wollen, weh tun können“, sagte derweil Philipp Obloch im Ancahluss an die Partie, vor der der Osdorfer-Coach erst einmal hinnehmen musste, dass „gleich drei Leute 24 Stunden vorher krank geworden sind.“ Seine Spieler hätten „es gut gemacht, mein Kompliment. Mit den ganzen Begleitumständen muss man sagen: Ich bin stolz auf die Jungs“, stellte Obloch fest und gab zu: „Klar hätte es besser losgehen können, als mit dem Gegentor nach 50 Sekunden.“ Das aber war am Ende nach dem zweiten Sieg in Serie vergessen. „Fußball ist manchmal komisch. Wir haben ein paar Spiele verloren, bei denen wir uns gefragt haben, warum das so war. Dann haben wir in Bramfeld ein nicht so geiles Spiel gemacht und gewonnen. Wir müssen einfach weitermachen und dranbleiben. Es ist uns und dem Umfeld gelungen, sich nicht verrückt machen zu lassen, sondern ruhig zu bleiben – auch, wenn die acht Spiele ohne Sieg vorher schon wehgetan haben“, so der Osdorfer Übungsleiter abschließend. 


Jan Knötzsch

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