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Derbysieg dank Neuzugang, Trainer-Eingebung und Geniestreich der „Ex“

Rahlstedt feiert in Berne – auch dank direkt verwandelter Ecke

29. Oktober 2019, 00:26 Uhr

Matteo Evers (re.) erzielte per direkt verwandelter Ecke gegen seinen Ex-Club das vorentscheidende 2:0 für Rahlstedt. Foto: Thomas Hoyer

In der ersten Halbserie der Saison 2017/18 sorgte Matteo Evers beim damaligen Landesliga-Aufsteiger TuS Berne für Furore und sammelte in 15 Einsätzen 18 Scorerpunkte (Acht Tore/Zehn Vorlagen), ehe er sich dem HSV III anschloss. Inzwischen ist Evers zurück beim Rahlstedter SC, wo er bereits in der Jugend aktiv war. Mit seinem RSC gastierte der 23-Jährige am Sonntagnachmittag an seiner alten Wirkungsstätte im „Berner Beu“ zum Derby. Gleiches galt für Steve Theis, der auf seinen Cousin Marco traf. Doch zurück zu Evers, der in der 62. Spielminute seinen (spielentscheidenden) Auftritt hatte…

Jude Graßmann versuchte beim Evers-Eckball noch zu retten, was letztlich nicht mehr zu retten war. Foto: Thomas Hoyer

Rahlstedt-Coach Mohet Wadhwa eilte von seiner Trainerbank in Richtung linke Eckfahne und gab seinem Spieler Matteo Evers ein paar Instruktionen mit auf den Weg. Die Folge: Evers zirkelte den folgenden Eckball scharf rein, Jude Graßmann verpasste am ersten Pfosten – und plötzlich schlug die Kugel hinter Florian Krumhorn zum 2:0 für die Mannen von der Scharbeutzer Straße ein. Doch was genau gab Wadhwa seinem Akteur mit auf den Weg? „Ich habe ihm gesagt, dass er das Ding mit brutaler Schärfe auf den ersten Pfosten, wenn möglich sogar direkt aufs Tor, schlagen soll“, verriet er anschließend – und sagte den Treffer praktisch voraus. Sollte das die Entscheidung in einem Spiel, „das in der ersten Halbzeit von der Taktik geprägt war“, so Wadhwa, „in dem keiner einen Fehler machen wollte“, sein?

Nach Szillat-Streich: Theis lässt Berne hoffen

Joel Szillat (2. v. li.) brachte den RSC auf die Siegerstraße. Foto: Thomas Hoyer

Zumindest kamen die Hausherren noch einmal zurück – und durch wen sonst, als Marco Theis?! Der beste Berner Schütze, der einst mit Evers zusammen zauberte, schloss einen überaus sehenswerten Angriff nach einem Schnittstellenpass auf halblinks und dem Zuspiel in den Rückraum gekonnt ab. Mit seinem starken linken Fuß legte er das Leder gefühlvoll in den Knick – nur noch 1:2 (74.). „Wir hatten in der zweiten Halbzeit drei, vier dicke Möglichkeiten. Auch Berne hatte die eine oder andere gefährliche Situation“, befand Wadhwa, der zwar noch einmal um den Sieg bangen musste – „aber am Ende wurde es nicht mehr brandgefährlich“, konstatierte er, und bejubelte den „hart erkämpften Derbysieg“. Auf den Weg gebracht hatte diesen Youngster Joel Szillat, der nach einer Balleroberung von Lukas Baake, der daraufhin geistesgegenwärtig reagierte, mit Tempo ins letzte Drittel vorstieß, Gerrit Betzin bediente, der wiederum den besser postierten Szillat in Aktion brachte, eiskalt ins lange Eck vollstreckte (55.).

Vom College gekommen: Birke feiert vielversprechendes Debüt

Rückkehrer Alex Hintz (li.) verlieh der Rahlstedter Defensive zusätzliche Stabilität. Foto: Thomas Hoyer

Dass am Ende nichts mehr anbrannte, lag auch an der neu gewonnen Stabilität. Alexander Hintz kehrte nach einer Sperre zurück und bildete zusammen mit Leon Birke ein kongeniales Innenverteidiger-Duo. Letztgenannter feierte sein Debüt für Rahlstedt. Der 23-Jährige kickte in der Jugend für Eintracht Norderstedt und durchlief anschließend den Nachwuchs bei RW Erfurt, wo er auch den Sprung in die U23 schaffte. Zuletzt schnürte Birke seine „Buffer“ für die Radford University in den USA. Nun ist er zurück in der Hansestadt und soll die Defensive beim Wadhwa-Ensemble verstärken. Einen vielversprechenden Einstand gab der einst in der U17- sowie U19-Bundesliga aktive Defensivrecke schon mal. Nun soll nach dem „in der Gesamtsumme verdienten Sieg“ in Berne gegen Mit-Konkurrenz Düneberg „unbedingt nachgelegt werden“, richtete Wadhwa den Blick bereits auf die kommende Aufgabe.

Autor: Dennis Kormanjos

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