LL Hammonia

Aus Zidane wird Priebe: Serie und Gegner „pushen“ HEBC zum nächsten „Dreier“

Hammonia-Primus bezahlt Sieg teuer - Haimerl: „Durchschnittliche Leistung reicht“

19. Oktober 2019, 20:50 Uhr

Erst versuchte er nach Meinung seines Trainers zu viele „Zidane-Pässe“, dann ließ er den Führungstreffer folgen: Maximilian Priebe (2. v. li.). Foto: timelash.de

Von Titel-Träumen ist man beim HEBC noch immer weit entfernt. Auch nach dem 13. ungeschlagenen Saisonspiel und dem zwölften Sieg mahnt Trainer Özden Kocadal: „Wir bleiben bodenständig, damit sind wir bisher gut gefahren.“ Der langjährige Liga-Spieler der Eimsbütteler und ehemalige Niendorfer weiß nämlich auch: „Am Ende kackt die Ente!“ Man setze sich jede Woche neue Ziele, so Kocadal. „Keine, die in Richtung einer Platzierung gehen, sondern Ziele, jeden Spieler besser zu machen. Das pusht – genauso wie solche Serien, wie wir sie aktuell haben, und Konkurrenten, die nicht locker lassen.“ Am Freitagabend legte TuRa Harksheide (2:0 gegen Hansa 11) vor, nun zog der HEBC nach und gab sich auch bei BU II keine Blöße.

Lionel von Zitzewitz (li.) zeigte bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung eine starke Leistung und war an beiden Toren beteiligt. Foto: timelash.de

Nach dem sehr souveränen Auftritt seiner Schützlinge konstatierte Kocadal: „Wir haben sehr gute spielerische Mittel gefunden und den Gegner dazu gezwungen, sehr viel lang zu spielen.“ Anfangs waren es ihm jedoch zu viele spielerische Elemente. Beispiel: In der 15. Spielminute ermahnte der HEBC-Dompteur seinen Spieler Maximilian Priebe nach dem „sechsten Zidane-Pass“ in Folge, doch endlich mal den Abschluss zu suchen. Keine 40 Sekunden später setzte Priebe die Forderung in die Tat um und veredelte eine Hereingabe von Lionel von Zitzewitz, die Juro Julardzija noch knapp verpasste, zur Führung (16.). Womit wir allerdings auch schon beim kleinen Wermutstropfen wären: „Jedes Wochenende kommen zwei verletzte Spieler dazu“, ärgerte sich Manager Stilianos Vamvakidis nach der Partie – und sprach damit auf die ausgefallenen Jorma Eggers, der nach einem Luftduell unglücklich auf die Hüfte fiel, und von Zitzewitz, der sich nach einem Foulspiel von Florian Kuklinski vermutlich an den Bändern verletzte, an. Eben jener von Zitzewitz sorgte zuvor noch für die Vorentscheidung, als er einen verunglückten Abschlag von Oliver Gaedtke ganz überlegt mit der rechten Innenseite vom linken Strafraumeck neben den rechten Pfosten setzte (52.).

„Wer weiß, ob wir dann nochmal zurück ins Spiel kommen?“

Max Priebe (li.) hat keine Mühe mehr, die Hereingabe von Lionel von Zitzewitz im Eckigen unterzubringen. Foto: timelash.de

„Wir hätten höher gewinnen können und müssen, aber sind trotzdem zufrieden“, bilanzierte Kocadal, der sich zudem über die Tatsache freute, dass man „die Null gehalten“ habe. Bedenken hatte er keine, wie er erklärte, „aber es ist nicht so, dass man in ein Spiel geht und glaubt, dass man nicht verlieren kann. Denn im Fußball geht alles so schnell, man hat selbst jahrelang gespielt und etliche Spiele gesehen und erlebt. Deshalb weiß man, dass so ein Spiel ganz schnell kippen kann.“ Doch dazu fehlte es dem Kontrahenten an der Durchschlagskraft in der Offensive. „Ich glaube, dass sie heute nicht mal ein Riesenspiel, sondern ein etwas mehr als durchschnittliches Spiel gemacht haben. Aber man hat gesehen, dass es dann trotzdem reicht in dieser Spielklasse. Sie schon schon das Top-Team der Liga“, befand auch BU II-Coach Jan Haimerl, der allerdings auch anmerkte: „Natürlich darf man nicht vergessen, dass uns letzte Saison noch zwei Ligen getrennt haben.“ Man hätte nicht „viele Aktionen nach vorne“ gehabt, so Haimerl, und in der zweiten Halbzeit „nur einen Torschuss“ verbucht. „Das war der von Moritz Scholz. Ich will mich da jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber wenn er da das Tor macht, dann steht es 1:2 – und wer weiß, ob wir dann nochmal zurück ins Spiel kommen? Aber alles in allem geht das Ergebnis absolut in Ordnung, ist mehr als gerechtfertigt und auch auch verdient“, gab er unumwunden zu.

„Erfahrung schießt keine Tore“

BU II-Torjäger Florian Kuklinski (li.) war bei Chris Flick und Co gut aufgehoben. Foto: timelash.de

Denn in einigen Situationen hätte der Hammonia-Primus noch nachlegen können. „Wenn sie das cleverer und konsequenter spielen, dann kann es auch Ruck-Zuck 0:5 ausgehen“, konstatierte Haimerl, der im Vorfeld einen Zähler gerne mitgenommen hätte. „Auf der anderen Seite sage ich den Jungs aber auch immer wieder, dass nur Unentschieden zu spielen auch kein Spaß macht. Du willst schon irgendwie gewinnen. Aber wenn du natürlich solche Bretter vor der Brust hast, ist die Herangehensweise schon auch ein bisschen dem vielen Ballbesitz des Gegners geschuldet – wobei ich überrascht war, dass sie anfangs gar nicht so viel Ballbesitz hatten.“ Zudem hätte man gemerkt, dass in gewissen Umschaltmomenten „Leute wie Cordes und Soppke fehlen“ würden. Währenddessen macht sich bei den „Veilchen“ die „harte Arbeit“ bezahlt. „Erfahrung schießt keine Tore“, so Kocadal, der abschließend einen Erfolgsfaktor nannte: „Die Jungs nehmen an, was wir als Trainerteam vorgeben, und sind offen für neue Sachen.“ Ganz so neu wäre die Oberliga für den HEBC nicht – aber noch ist es ein weiter Weg dahin.. 

Autor: Dennis Kormanjos

Kommentieren