20.10.2019

„Asche“ macht mächtig Krawalle - und sorgt für glücklichen ASV-Erfolg

„Heute ist einer der Tage, wo ich sage: Dersim hätte es verdient gehabt“

Zwei Tore selbst gemacht, den Siegtreffer mustergültig vorbereitet: Timo Aschenbrenner (Mi.) war der Garant für seinen ASV Hamburg. Foto: Bode

Mit Alesson Fernandes Arguelho, Serhat Cayir, Vedat Barlak, Daoud Raji und Lamin Jawla standen gleich fünf Spieler in der Startelf des ASV Hamburg, die auf eine sportliche Vergangenheit bei Dersimspor zurückblicken. Nach seiner Einwechslung machte Bedran Atug das halbe Dutzend voll. Kein Wunder, dass ASV-Manager Mansoor Ahmadi im Nachgang von einem „sehr emotionalen Spiel“ sprach. „Für die Jungs war es natürlich eine besondere Angelegenheit“ so Ahmadi. Für den neunten Sieg im 13. Saisonspiel war am Ende des Tages aber keiner der genannten Akteure zuständig. Vielmehr entwickelte sich ein anderer Mann zum Hauptprotagonisten…

Die Partie an der Snitgerreihe begann gleich mit einem Paukenschlag: Anstoß Dersimspor, Balleroberung ASV – und auf einmal war Timo Aschenbrenner durch und erzielte nach gerade mal zwölf (!) Sekunden das 1:0 für die Hausherren. Was ein Auftakt! Doch es sollte noch besser kommen aus Sicht des Tabellenzweiten. Denn nach einer Viertelstunde stellte „Asche“ seine Eiseskälte vor dem gegnerischen Tor einmal mehr unter Beweis – 2:0. Mit der scheinbar beruhigenden Führung im Rücken wurden die Schützlinge von Ghazi Mustapha allerdings ein wenig leichtsinnig. Vor allem Torhüter Shahin Ahmadi, der die Gäste mit einem kapitalen Bock zurück ins Spiel holte. Anstatt eine Kopfball-Rückgabe von Abdul-Nafe Farahi mit den Händen aufzunehmen, versuchte er, die Kugel mit den Füßen zu stoppen – doch das misslang. Das Leder rutschte ihm durch und die Selcuk-Schützlinge waren wieder im Geschäft (17.). „Dadurch hat Dersim Blut geleckt“, befand auch Ahmadi. „Sie sind kämpferisch sehr gut zurückgekommen und haben auch mehr oder weniger das Spiel gemacht. Wir haben uns zu sehr hinten reindrücken lassen.“ Die Folge war der postwendend Ausgleich durch Fadi Hamze, der das Spielgerät aus rund 20 Metern einschweißte und Ahmadi erneut nicht allzu gut aussehen ließ (22.). Welch eine turbulente Anfangsphase!

„Heute ist einer der Tage, wo ich sage: Dersim hätte es verdient gehabt, zu gewinnen“

„Wir kommen stärker aus der Halbzeit zurück, machen das Spiel, sind am Drücker und dann wendet sich das Blatt“, konstatierte Ahmadi, ehe er gestand: „Dersim hat einige 100-prozentige Chancen liegengelassen.“ Und weiter: „Heute ist einer der Tage, wo ich sage: Dersim hätte es verdient gehabt, zu gewinnen.“ Letzten Endes hätten es „beide Mannschaften verdient gehabt“, so Ahmadi, „aber Dersim etwas mehr durch die Chancen“. Das Tor machte aber der ärgste Lohbrügge-Verfolger – und wieder war es Aschenbrenner, der über die Außenbahn zwei Spieler stehen ließ und Mike Appiah, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste, den Luckypunch ermöglichte (86.). „So ist Fußball. Wer seine Chancen vorne nich macht, kriegt sie nun mal hinten rein“, bemühte Ahmadi die Schublade der Floskeln. „In der Phase hat aber auch ein bisschen die Erfahrung für uns gesprochen. Die Jungs haben das unter Druck gut bewerkstelligt.“ 

Autor: Dennis Kormanjos

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