23.09.2019

Antos „Ass aus dem Ärmel“ zündet und zahlt zurück!

Lokstedt feiert dank Münster-Kopfball bei Eidelstedt den „Dreier“

Lokstedt-Kapitän Ersin Cavus übernahm Verantwortung und ergriff in der Pause das Wort. Foto: Duwe

„Es ist nicht zu begreifen, wie diese Mannschaft mit diesem Fußball aus sieben Spielen nur einen Punkt geholt hat“, konnten sich die Verantwortlichen von Inter Eidelstedt die magere Ausbeute nicht erklären – und versprachen: „Hier gibt keiner auf. Die Mannschaft hat sich versprochen, noch enger zusammenzurücken, noch mehr Motivation zu zeigen.“ Man spiele einen guten Ball, es würde lediglich an „Erfahrung und der mangelnden Chancenverwertung“ hapern, so die Inter-Offiziellen, die in der Vorwoche einen starken Auftritt ihrer Schützlinge beim Eimsbütteler TV sahen, der nach einem frühen 0:2- und späteren 2:3-Rückstand mit einem Zähler (3:3) belohnt wurde.

Markierte den Lokstedter Siegtreffer in der 65. Spielminute per Kopf: Tom Münster. Foto: Duwe

Gegen Eintracht Lokstedt wollte der Liga-Neuling nachlegen und im neunten Spiel endlich den ersten „Dreier“ einfahren – doch daraus wurde nichts, weil Lokstedt-Coach Anto Josipovic nach einer guten halben Stunde gezwungenermaßen ein Ass aus dem Ärmel zog. Da es für Tamino Kunter verletzungsbedingt nicht weiterging, kam Tom Münster in die Partie. „Er war dran, zurückzuzahlen“, so Josipovic – und der ehemalige Wedel-Angreifer gehorchte. Es lief die 65. Spielminute, als die Gäste einen „wunderbaren Angriff über die Außen“ zum krönenden Abschluss brachten. Johann Buttler nahm die Kugel auf dem Flügel mit dem ersten Kontakt und schlug sie scharf in die Mitte, wo eben jener Münster aus neun Metern gegen die Laufrichtung von Inter-Keeper Ramazan Duman schulbuchmäßig zum goldenen Tor des Tages einköpfte! Bereits zuvor hatte Lokstedt die große Chance auf die Führung – doch Ersin Cavus zielte nach einer schönen Stafette über Luis Gleich und Mario Beslic aus fünf Metern über das Gehäuse.

„Dürfen uns von nichts beeindrucken lassen“

Gegen die Laufrichtung von Inter-Keeper Ramazan Duman (li.) köpfte Tom Münster (Mi.) die Eintracht zum Sieg. Foto: Duwe

Apropos Ersin Cavus: Der Kapitän ergriff – neben Trainer Josipovic – in der Halbzeitpause das Wort. Der Grund: „Durch viel Lautstärke von außen und einige komische Entscheidungen vom Schiedsrichter, der das Spiel damit unruhig gemacht hat, haben wir uns ein bisschen beeindrucken lassen – vor allem die jungen Leute. Das hat uns aus dem Spiel gebracht“, so Josipovic, dessen Elf nach einem anfänglichen Abtasten in der Folge „etwas mehr vom Spiel und die eine oder andere Ecke und Aktion“ hatte. „Wir haben es kontrolliert, lassen nichts zu – doch dann kam eine gewisse Unruhe rein.“ Dies führte dazu, dass Inter nun auf- und zu „zwei 100-prozentigen Chancen“ kam, „die unser Torwart Jan Giesecke unfassbar gut hält. Ihm hatten wir zu verdanken, dass wir nicht mit einem Rückstand in die Pause gegangen sind – er hat uns im Spiel gehalten“, lobte Josipovic seinen Schlussmann, ehe er über die Kabinenansprache auspackte: „Wir haben versucht, die Jungs ein Stück weit zu beruhigen. Unser Kapitän hat auch viel geredet und uns eingeschworen, dass wir wieder die Kontrolle übers Spiel übernehmen müssen und uns von nichts mehr beeindrucken lassen dürfen. Wir wollten einfach wieder unser Spiel spielen. Das haben wir umgesetzt.“

Innenverteidiger-Duo und „sensationeller“ Torwart ragen heraus

Auch bei Keeper Jan Giesecke (2. v. li.) konnten sich die Gäste bedanken, dass sie mit drei Punkten im Gepäck die Heimreise antreten konnten. Foto: Duwe

Die Folge war der Führungstreffer durch Tom Münster, woraufhin die Hausherren auf ein 3-4-3-System umstellten, alles nach vorne warfen und viel mit langen Bällen operierten. Doch: „Da hatten wir mit ‚Otto‘ (Johann Eisenberg; Anm. d. Red.) den Turm in der Brandung. Er hat alle Bälle weggeköpft“, schwärmte sein Coach – und hob auch Eisenbergs Nebenmann Jan Steinbüchel hervor. „Beide haben ein richtig gutes Spiel gemacht. Genauso wie unser Torwart, der uns sensationell im Spiel gehalten hat.“ Da man hinten die Null hielt und vorne einmal zuschlug, durften die „Döhrntwietler“ schließlich den zweiten Sieg in Serie bejubeln. „Am Ende des Tages haben wir dazu gelernt. Man hat gesehen, wie ein Spiel von außen beeinflusst werden kann. Aber das haben wir in der zweiten Halbzeit gut angenommen und die für uns wichtigen drei Punkte mitgenommen“, bilanzierte Josipovic.

Autor: Dennis Kormanjos

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