BZ Nord

Alsterbrüder trotz beherztem Spiel ohne Fortune gegen Paloma II

Lohfeldt-Doppelpack ermöglicht Tauben-Triumph

27. August 2019, 20:16 Uhr

Die USC-Führung: André Lohfeldt (2. v. li.) kommt zu Fall, aber Rihards Depers (2. v. re.) vollstreckt. Foto: Klaas Dierks

Am Sonntag hatte Gunnar Hitscher, Trainer der Ersten Herren der Alsterbrüder, Schwerarbeit zu leisten. Nach seiner erfolgreichen Vertretung des Kollegen Martin Gerke von der Zweitvertretung (2:1 gegen SCSII in der Bezirksliga West), musste er direkt im Anschluss wieder ran. Diesmal mit seiner etatmäßigen Truppe, der Liga-Mannschaft, die durchwachsen in die Saison der Bezirksliga Nord gestartet ist. Zu Gast diesmal die „Zweite“ von Paloma, die vor dem Spiel Platz drei der Tabelle innehaben. 

Felix Niebuhr (re.) mit der großen Chance für die Hausherren. Foto: Klaas Dierks

Dementsprechend gestaltet sich zu Anfang auch das Spiel. Nach den ersten beiden guten Chancen des Gastes braucht es circa 15 Minuten, bis die Alsterbrüder gefährlich vor das gegnerische Tor kommen. Aber Tore fallen in der ersten Halbzeit nicht. Weder durch den Alsterbruder Felix Niebuhr, frei vor Torwart Rosenow, noch durch Palomas Rodrigo Lemos Lala per Kopf aus kurzer Distanz. Auch nicht kurz vor dem Pausenpfiff, als aus einem Befreiungsschlag der Gastgeber der letzte gefährliche Angriff der ersten Halbzeit resultiert. Philip Albers trägt den Ball nach vorne, umkurvt Maurice Rosenow im Tor der Tauben, wird aber von ihm soweit abgedrängt, dass dem Angreifer nur der Pass von der Grundlinie am linken Rand des Fünfmeterraumes auf den mitgelaufenen Gian Luca Verago bleibt. Torwart Rosenow ist aber zurückgestürmt und kann die Flanke im letzten Moment unter sich begraben, bevor der einschussbereite Verago den Fuß an den Ball bekommt.

Es wäre das 1:2 gewesen - doch der Treffer zählte nicht. Foto: Klaas Dierks

Das ist, auch in Anbetracht der warmen Temperaturen, gar kein schlechter Start. Die zweite Halbzeit sollte allerdings noch deutlich heißer werden. Fünf gelbe Karten (vier für Paloma) und fünf Tore legen davon Zeugnis ab. Aber der Reihe nach: In der 52. Minute trifft Rihards Depers mit einem Kopfball aus vier Metern nur die Latte des Alsterbrüder Tores. Vier Minuten später ist es Palomas Julian Hilbig mit einem Freistoß aus zentraler Position aus 18 Metern, der erneut die Beschaffenheit des Aluminiums prüft. Wieder nur drei Minuten später sind die Alsterbrüder dran. Aber in einer eins gegen eins Situation bleibt Palomas Keeper Sieger, der Nachschuss wird von einem Feldspieler pariert.

Alsterbrüder-Keeper Moritz Kühn streckt sich. Foto: Klaas Dierks

Dann ist es soweit. Eine Flanke von Palomas Leon Richter findet sein Ziel in dem vorwärtsstürmenden Andre Lohfeldt, der den Ball noch gerade zu Rihards Depers spitzeln kann, bevor er mit Alsterbrüder Keeper Moritz Kühn an der Grenze zum Fünfmeterraum zusammenstößt. Die Frage ob Strafstoß oder nicht erübrigt sich, da Depers zum 1:0 einschiebt (62.). In der 70. Minute wird Alsterbruder Luca Drude, der bis dahin als effektiver und fleißiger Flügelläufer auf der linken Seite auffällig ist, vom Gegner umgerissen. Er wird dabei so schwer verletzt, dass er ausgewechselt werden muss. An einen Einsatz in nächster Zeit ist kaum zu denken. Gute Besserung von dieser Stelle. Durch die Anspannung auf dem Feld und die Kommentare von den Seitenlinien wird die Situation zunehmend aggressiver. Das ist schade und dem Spiel, das eigentlich im sportlichen Sinne spannend genug ist, aus unparteiischer Sicht nicht dienlich. Die Fouls und die verbalen Auseinandersetzungen nehmen zu und unterbrechen mehrfach den Spielfluss unnötig.

Markus Kraffczyk (Mi.) lässt die Alsterbrüder in einer turbulenten Schlussphase nochmal hoffen - 1:2. Foto: Klaas Dierks

Zehn Minuten nach der Führung erzielt Andre Lohfeldt nach Ecke von rechts per Kopf das 2:0 für Paloma. Wieder vier Minuten später versagt der Schiedsrichter den Alsterbrüdern den Anschlusstreffer. Einen Schuss aufs Tor kann Palomas Torwart Rosenow nur nach vorne abwehren, beim Nachschuss, der ins Tor trifft, soll er aber von einem Alsterbruder regelwidrig angegangen worden sein. Dem Berichterstatter ist die Sicht verdeckt gewesen, die Entscheidung ist wohl (gemessen an den Reaktionen der Beteiligten) korrekt. Der verdiente Anschlusstreffer fällt in der 85. Minute in der Folge eines Freistoßes aus dem linken Halbfeld der Tauben durch Niebuhr. Dessen Hereingabe spitzelt Markus Kraffczyk gedankenschnell mit der Schuhspitze über die abwehrbereiten Fäuste des herausspringenden Torwarts. Nun werden die letzten zehn (!) Minuten nochmal richtig spannend und hochemotional.

Doch dann fädelt Julian Hilbig (Mi.) gegen Torschütze Kraffczyk ein und holt den Strafstoß zum 3:1 für die "Tauben" raus. Foto: Klaas Dierks

In der 89. Minute gelingt den Gästen ein ansehnlicher Angriff bis in den Strafraum. Dabei dreht sich Palomas Hilbig um den gerade als Torschützen gefeierten Kraffczyk herum, und kommt über das Bein des Abwehrspielers zu Fall. Der Schiedsrichter pfeift Strafstoß. Der wird trocken verwandelt; es steht 1:3. Doch die Alsterbrüder zeigen Moral und werfen alles nach vorne. Und tatsächlich gelingt erneut der Anschluss, nur eine Minute später. Marco Heinrich trifft unbedrängt aus fünf Metern. Und noch sind vier Minuten zu spielen. Aber echte Torgefahr lässt keine der beiden Mannschaften mehr zu. So bleibt es bei der knappen Niederlage der Alsterbrüder. Was diese wahrscheinlich stärker schmerzen wird, sind die während des Spiels erlittenen Ausfälle von Spielern, die nun nicht mithelfen können, das Ruder Richtung Mittelfeld herumzureißen. Paloma rutscht trotz des Sieges aufgrund der anderen Ergebnisse der Staffel auf den vierten Platz ab.

Klaas Dierks

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