23.09.2019

„Ähnlich wie bei Liverpool gegen Barca“

Hansa 11 und Nienstedten liefern sich Sechs-Tore-Spektakel

Hansa 11-Torjäger Ezequiel Bautista Barbera trug sich erneut doppelt in die Schützenliste ein. Archivfoto: Klaas Dierks

Nach drei verloren gegangenen Spielen – unter anderem dem Derby gegen den SC Sternschanze – empfing der SC Hansa 11 nun den SC Nienstedten und war mal wieder auf ein Erfolgserlebnis aus. Doch die Gäste vom Quellental waren ebenfalls auf Formsuche, was selbst SCN-Co-Trainer Stefan Herrmann gestand. Hansa-Coach Erkan Sancak glaubte indes zunächst, ein Mittel zu kennen, um die Negativserie zu beenden: „Wir wollten unseren Mann stehen und Fußball spielen“ – doch leichter gesagt als getan. 

Die erste Halbzeit dominierte klar der SCN, worüber sich Sancak und Meyer einig waren. Folgerichtig gingen die Nienstedtener in Minute 31 durch Jakob Drinkuth in Führung. „Wir müssen dann das zweite oder sogar dritte Tor machen“, befand Herrmann. Das Gegenteil war jedoch der Fall: Sein Team ließ sich zunehmend zu Fehlern zwingen und fing den Ausgleich durch Ezequiel Bautista Barbera in der 53. Minute. Hansa wirkte nun bissiger und schaffte es, „Leidenschaft und Engagement an den Tag zu legen“, zur Freude von Trainer Sancak. Trotzdem gelang den Gästen neun Minuten später durch Jakob Rogge die erneute Führung nach einem Standard. „Nicht so gut herausgespielt, aber ähnlich wie die Ecke von Liverpool gegen Barcelona“, beschrieb Sancak den Gegentreffer – und sprach damit auf das Champions-League-Halbfinale in der Vorsaison an, als Liverpools Alexander-Arnold einen Eckball schnell und flach gegen die noch unsortierte Barca-Defensive ausführte und Divock Origi die Unaufmerksamkeit freistehend bestrafte.

"Sind noch zu grün, um das über 90 Minuten durchzuziehen"

Die durch die Führung erlangte Kontrolle über das Geschehen „haben wir dann komplett hergegeben“, sah Herrmann ein, „wir sind als jüngste Mannschaft neben dem ETV in dieser Liga mit etwa sieben A-Jugend-Spielern noch zu jung und zu grün, um das über 90 Minuten durchzuziehen“, fügte er an. Nicht nur die Kontrolle gab sein Team her, sondern mit Beginn der Schlussphase dann auch die Führung: Ayke Yesiltac markierte in Minute 76 den Ausgleich. Drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit drehte Hansa das Spiel durch „Goalgetter“ Bautista Barbera. Damit war allerdings noch nicht Feierabend: Wie in den letzten Partien, zeigte Nienstedten abermals Comeback-Qualitäten und antwortete prompt: Erneut war es Rogge, der zum späten Ausgleich und Endergebnis traf. „Im Großen und Ganzen war es ein gerechtes Unentschieden“, so Sancak. Für Nienstedten war das Spiel am Fuße des Millerntor-Stadions eine von vielen „Erfahrungen, die wir machen müssen und werden“, so das Fazit Herrmanns.

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