Zuschauerbericht verfasst von: Ulrich Bunsmann

03.11.2019

7:0-Befreiungsschlag nach Krisensitzung - Demir erneut dreifacher Torschütze

Zuschauerbericht

Die blamable 6:2-Niederlage bei Hamm United III am vergangenen Wochenende war der Tropfen, der das Fass beim DSC Hanseat zum Überlaufen brachte. Immer wieder brach das Team von Ercan Kurt, das in der vergangenen Saison vor allem aufgrund seiner stabilen Defensive erfolgreich gewesen war, nach Rückständen ein und musste deftige Klatschen gegen Gegner hinnehmen, mit denen die Dulsberger sich eigentlich spielerisch auf Augenhöhe befanden. Wollte man in der in Kürze beginnenden Rückrunde bestehen, musste sich - da war sich Kurt sicher - etwas ändern. Schritt 1 war in der vergangenen Woche eine Verkleinerung des zu großen Kaders, um konzentrierter arbeiten zu können, Schritt 2 am Vorabend des Spiels gegen den SV Vahdet eine mehrstündige Krisensitzung im Vereinsheim "Café Südpol", in der schonungslos und selbstkritisch alles auf den Tisch kam, was sich im Laufe der Saison an Ärger aufgestaut hatte - von der schlechten Saisonvorbereitung über den Leistungsabfall bei ehemaligen Leistungsträgern bis hin zu fehlenden Einstellung und Moral bei Rückständen.

Und geht man vom Ergebnis des heutigen Spiels gegen Vahdet aus, ist der Befreiungsschlag für eine bessere Rückrunde gelungen: Der 7:0-Erfolg - übrigens der erste seit dem Wechsel zum Ausweichplatz Stephanstrasse - fiel am Ende um das eine oder andere Tor zu hoch aus, war aber aufgrund einer hochengagierten kämpferischen Leistung mit der Spieldauer zunehmenden spielerischen Akzenten hochverdient. Der DSC Hanseat startete hochkonzentriert in das Spiel und hatte in den ersten 5 Minuten bereits 2 Torchancen - einmal scheiterte Özgür Demir am Gästekeeper, einmal wurde sein Querpass auf den freistehenden Yusuf Tan Zeyrek gerade noch abgefangen. Danach entwickelte sich ein weitgehend ausgeglichenes Spiel, in dem sich die Dulsberger Defensive durch eine wiedergewonene Kompaktheit auszeichnete, vor allem durch die Mitte mit den beiden Sechsern Mustapha und Iskender sowie dem zentralen Verteidiger Roufin ging für die Gäste praktisch nichts, sodass DSC-Keeper Joey Müller eigentlich nur bei einem tückischen Freistoss von der linken Strafraum in Gefahr geriet. Aber auch für die Angreifer der Hanseaten gab es bis zur 44. Minute kein Durchkommen, dann schlug das Dulsberger Offensiv-Duo Zekeriya Kurt und Özgür Demir zu: Mit einem öffnenden Ball über die Abwehr schickte Kurt Demir in den freien Raum, der souverän zum 1:0-Pausenstand vollendete.

Diese Kombination sollte dann in der 2. Halbzeit auch das Spiel entscheiden: zunächst setzte sich in der 59. Minute Kurt auf dem rechten Flügel durch, passte auf Demir, der etwa 10 Meter vor dem Tor von halblinks nach innen zog und das 2:0 erzielte. Nachdem die Gäste kurz danach einen Foul-Elfmeter vergaben, in der 75. Minute dann der endgültige K.O. für Vahdet: Wieder Kurt, wieder Demir, ein trockener Schuss aus 14 Metern, 3:0.

Unrühmlicher Höhepunkt des Spiels war dann eine durch einen völlig unnötigen Disput des Vahdet-Kapitäns mit Zuschauern ausgelöste Rudelbildung, in die sich auch der quer über den Platz laufende Gäste-Coach einmischte. Letztlich konnte aber Schiedsrichter Marco Dittmer die Situation beruhigen und das Spiel fortsetzen.

Die Dulsberger liessen sich durch diesen Zwischenfall ohnehin nicht aus dem Konzept bringen: Der eingewechselte Kevin Rodrigues setzte seinen Gegenspieler so unter Druck, dass er den Ball erobern und quer zum freistehenden Zekeriya Kurt passen konnte, der aus 5 Metern auf 4:0 erhöhte, bevor Rodrigues selbst aus kurzer Entfernung zum 5:0 vollstrecke. Das 6:0 resultierte dann aus einer eigentlich verunglückten Flanke des ebenfalls eingewechselten Mesut Asikan, die sich über den Vhadet-Keeper hinweg ins hintere Tordreieck senkte. Das 7:0 war dann dem laufstärksten Hanseaten vorbehalten: Danny Ockenfuss krönte seine Leistung mit einem Schuss aus 12 Metern ins untere echte Toreck.

Auch wenn naturgemäß nach einem schwierigen Saisonverlauf nicht alles klappte, war zu spüren, dass der DSC Hanseat - wenn er an die heutige Ein- und Aufstellung anknüpfen kann - beste Aussichten auf eine erfolgreichere Rückrunde hat, die am kommenden Sonntag gegen Preussen Hamburg startet.

Der DSC Hanseat spielte mit: Müller - Hayvali (Yakup Kurt), Roufin, Dinga - Iskender, Mustapha - Uygar, Ockenfuss, Zeyrek (Asikan) - Zekeriya Kurt - Demir


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