Pieper: „BU ist und bleibt für immer ein ganz besonderer Verein!“

Scheidender BU-Trainer erklärt seinen Abschied und blickt auf sechseinhalb Jahre zurück

17. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Hört nach sieben Jahren am Ende dieser Saison bei BU auf: Trainer Frank Pieper. Foto: KBS-Picture

„Irgendwann ist es ja mal an der Zeit…“ An der Zeit, Abschied zu nehmen. Der Aufstieg in die Oberliga, eine Vize-Meisterschaft in Hamburgs höchster Spielklasse, der umjubelte Pokalsieg – und viele emotionale Höhepunkte: In nunmehr sechseinhalb Jahren haben Frank Pieper-von Valtier, Peter Paczkowski-Gutzeit und Jens Schadewaldt mit dem HSV Barmbek-Uhlenhorst jede Menge erlebt. Doch alles hat ein Ende. So auch in diesem Fall. Denn: Im Sommer ist Schluss – das Trio hört bei BU auf! Auf der Weihnachtsfeier am Samstagabend wurde die Mannschaft unterrichtet. Nun erklärt uns Frank Pieper-von Valtier selbst: „Den richtigen Zeitpunkt zu finden, ist nicht immer leicht. Wir Drei glauben, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist“, erklärt er uns.

Eines seiner ersten Spiele als BU-Coach im August 2011 in der zweiten Pokalrunde gegen den HEBC. Foto: KBS-Picture

Als Frank Pieper-von Valtier im Jahr 2011 - bereits zuvor coachte er den Traditionsverein ein halbes Jahr lang, ehe er das Angebot erhielt, beim damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen als Jugend-Koordinator zu fungieren - die Anfrage erhielt, den Trainerposten bei BU wieder zu übernehmen, zierte er sich zunächst. „Ich wollte eigentlich gar nicht. Meine Lebensplanung war zu der Zeit nicht auf Fußball ausgelegt“, blickt er zurück und lässt die Anfänge bei „seinem“ Club noch einmal Revue passieren. „Am Ende habe ich mich aber von der Mannschaft weichkochen lassen“, schmunzelt er. Und so startete der heute 45-Jährige ein Kapitel, das bis zum heutigen Tag noch nicht zu Ende erzählt ist, am 30.06.2018 aber den finalen Schlussakt erleben wird. „Das hat nichts mit der persönlichen Beziehung zum Verein zu tun, die wird für immer bleiben. BU ist und bleibt für immer ein ganz besonderer Verein!“ Bereits nach der überaus erfolgreichen Saison 2015/16, die der Verein als Vize-Meister abschloss, spielte man mit dem Gedanken, „auf dem Höhepunkt abzutreten“. Aber: „Wir fanden, dass das noch nicht der richtige Zeitpunkt war.“ Den sieht das Trio nun aber gekommen. Allerdings betont Pieper-von Valtier auch: „Es ist nicht so, dass wir fußballmüde sind. Wir haben Lust auf ein neues Projekt.“

„Die Erwartungen waren hoch – aber es ist keine Selbstverständlichkeit“

Kris Laban (li.) hielt BU trotz des Abstiegs in die Landesliga im ersten Pieper-Jahr die Treue. Foto: KBS-Picture

In über sechs Jahren sind dem Übungsleiter, der einst selbst für Barmbek-Uhlenhorst die Buffer schnürte, diverse Momente in bleibender Erinnerung geblieben. Gehen wir das Ganze einmal chronologisch durch. Als Pieper-von Valtier zur Spielzeit 2011/12 das Ruder übernahm, tat er dies – nach dem Abstieg in der Saison zuvor – in der Landesliga. „Viele Spieler – wie Kris Laban, Dennis Bohnhorst, Jon Hoeft, Kevin Mellmann oder auch Markus Hasenpusch – sind geblieben, wollten die Scharte auswetzen und sich eben nicht so verabschieden. Wir wollten direkt wieder aufsteigen. Und die Erwartungen waren schon anhand des Kaders hoch, aber es ist eben keine Selbstverständlichkeit. Denn gerade gegen BU ist jeder Gegner heiß“, erinnert er sich und gibt zudem preis: „Unser erstes Ziel war der direkte Wiederaufstieg, das zweite Ziel hieß: In der Oberliga etablieren, sodass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“ Der Weg zurück ins Oberhaus gelang – und das souverän sowie vorzeitig.

Eine „fast aussichtslose Situation“: Zwei Winter-Transfers bringen die Wende

Die Garanten für eine erfolgreiche Rückrunde: Heiner Twardawa (li.), Adrian Sousa (Mi.) und Markus Schwoy. Foto: KBS-Picture

Dort angekommen, ging es zunächst einmal darum, sich schnell zu akklimatisieren und in den neuen/alten Gefilden Fuß zu fassen. „Das erste Jahr in der Oberliga war schon schwierig“, so Pieper-von Valtier, der sogar noch deutlicher wird: „Da muss man ganz ehrlich sagen, dass die Situation fast aussichtslos war.“ Denn nach der Hinserie standen die Barmbeker auf einem Abstiegsplatz und starteten ins Jahr 2013 mit einer 0:6-Packung im Derby gegen Bramfeld. „Im Winter haben wir mit Markus Schwoy und Heiner Twardawa zwei Transfers getätigt. Beide waren sowohl in der Kabine als auch in der Führung der Mannschaft ein ganz wichtiger und wesentlicher Faktor.“ Ein entscheidender Part, um nach einer harten ersten Saisonhälfte schlussendlich sicher den Ligaverbleib klarzumachen – und das als viertbestes Team der Rückrunde. „Das zweite Jahr in der Oberliga kann man unter ‚Dienst nach Vorschrift‘ verbuchen. Das war mehr oder weniger eine normale Saison, in der wir nach Erreichen der 40-Punkte-Marke aufgehört haben, weiter zu punkten“, fasst der ehemalige A-Jugendcoach des HSV die Serie 2013/14 zusammen, ehe BU in den darauffolgenden beiden Jahren in zuvor lange unerreichte Sphären vordrang.

Autor: Dennis Kormanjos

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