Schwarzenbek-Bomber Musielak vor dem Absprung?

Sportchef Frank Flatau im Gespräch

07. März 2016, 17:23 Uhr

Verlässt Marcel Musielak den SC Schwarzenbek nach der Saison? Die Wahrscheinlichkeit ist wohl sehr hoch. Foto: noveski.com

In den vorangegangenen beiden Spielzeiten in der Landesliga Hansa erzielte Marcel Musielak stolze 50 Buden für den SC Schwarzenbek (13/14: 31 Tore, 14/15: 19 T.). Auch in den Jahren zuvor stellte er seinen ungemeinen Torriecher bei den SH-Klubs Schleswig 06 und TSV Kropp unter Beweis. Aktuell ist er mit acht Treffern erneut bester Schütze der Europastädter. Ob er allerdings auch in der kommenden Spielzeit für den Hansa-Fünften auf Torejagd geht, scheint mehr als nur fraglich!

Wie wir erfuhren, zieht es den 30-Jährigen – samt Freundin – privat nach Mecklenburg-Vorpommern. Ein sportlicher Verbleib an der Schützenallee scheint unwahrscheinlich. „Noch kann ich das nicht bestätigen“, erklärt uns Sportchef Frank Flatau auf Nachfrage, ob ein Abgang Musielaks bereits beschlossene Sache sei. „Es stimmt, dass er sich mit seiner Lebenspartnerin ein Haus in Mecklenburg-Vorpommern gekauft hat. Sie arbeitet dort als Lehrerhin – während er bislang in Geesthacht als Lehrer tätig war. Natürlich werden dadurch die Wege nach Schwarzenbek nicht kürzer. Deshalb steht die Möglichkeit zumindest im Raum, dass er bei uns eventuell nicht weitermacht, das ist Fakt. Aber noch gibt es da definitiv nichts Spruchreifes zu vermelden. Da fließen ein paar weitere wichtige Faktoren privater Natur mit ein. Deswegen müssen wir da ganz locker und entspannt abwarten.“

Nachdem das „Sport Mikrofon“ in der Vorwoche bereits die Abgänge der Leistungsträger Kevin Koitka – wechselt zu seinem Bruder und ehemaligen SCS-Coach Kim Koitka, der nun Eintracht Elbmarsch trainiert – und Alessandro Helmke (Unbekannt) vermeldet hatte, wäre Musielak der dritte namhafte Abgang. „Wenn es denn so kommen sollte, werden wir schon für adäquaten Ersatz sorgen. Sicher kann man solch wichtige Spieler wie Kevin oder Alessandro nicht eins zu eins ersetzen. Nichtsdestotrotz gibt es noch mehr interessante Spieler, die auch Lust haben, in Schwarzenbek zu spielen. Deshalb bin ich da sehr guter Dinge, dass wir auch im nächsten Jahr eine sehr attraktive Mannschaft auf die Beine stellen“, so Flatau, der die aktuelle Runde noch einmal Revue passieren lässt. „Es wurden viele Sachen falsch dargestellt. Auch vor unserem letzten Spiel gegen Elazig Spor hieß es, es wäre das ‚Duell der Enttäuschten‘. Fakt ist, dass uns viele Leistungsträger langfristig ausgefallen sind. Ganz aktuell zum Beispiel Andre Basenau, bei dem wir das MRT für einen endgültigen Befund abwarten müssen. Ein Fabian Heidmann stand uns noch gar nicht zur Verfügung. Und so zog sich das wie ein roter Faden durch die ganze Saison.“

Nach dem Trainerwechsel von Bernd Helbing-Saß zu dessen Assistenten Mario Friedrich lief es zuletzt auch sportlich wieder besser. War’s ein Fehler, so lange an Helbing-Saß festzuhalten? „Der Verein strebt mit einem Trainer grundsätzlich immer eine langfristige Zusammenarbeit an. Fehler hin oder her – irgendwann muss man auch handeln. Der richtige Zeitpunkt ist es ja sowieso nie.“ Stattdessen erwarte Flatau nun von der Mannschaft, dass „sie mit Spaß und Freude am Fußballspielen zu Werke geht. Das hat sie bislang sehr gut umgesetzt. Mit dem Verlauf in 2016 – zwei Siege und ein Unentschieden – bin ich sehr zufrieden, so dass wir eine Platzierung zwischen fünf und sieben anpeilen, was auch absolut im Bereich des Möglichen ist.“ Im 100-jährigen Bestehen des Vereins hat man zudem noch „das eine oder andere Highlight zu bieten“, wie Flatau meint. „Wir sind gerade dabei, unser Klubhaus nach dem Brand wieder aufzuarbeiten. Anfang September wird es bei uns an der Schützenalle zu einem Testspiel gegen den HSV kommen, was für die Spieler natürlich auch eine ganz große Nummer ist.“ Trotz eines möglichen Umbruchs im Sommer sind die Ziele weiterhin hoch gesteckt. „Mein Anspruch ist immer der, oben mitzuspielen. Ansonsten brauche ich das gar nicht zu machen. Wir wollen auch in der kommenden Saison im oberen Drittel der Tabelle landen!“

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