Futsal/Fußball

Zurück in Hamburg und voller Elan: Ganitis will wieder angreifen!

Theo Ganitis (li.) ist aus Schweinfurt in die Hansestadt zurückgekehrt - und möchte wieder angreifen. Foto: KBS-Picture.de

Im Sommer 2016 kehrte er aus Erfurt zurück in seine Geburtsstadt und schloss sich Concordia Hamburg an. Es folgten Stationen beim Wedeler TSV, ein kurzes Intermezzo beim FC Teutonia 05, eine einjährige Rückkehr zu seinem Jugendclub Cordi und ein halbjähriges Gastspiel beim Meiendorfer SV. Ganz egal, wo Theodoros Ganitis kickte – überall hinterließ er mit seiner Spielweise einen bleibenden Eindruck. Seine Ruhe am Ball, sein linker Fuß als „Waffe“, seine Spielintelligenz, Übersicht und elegante Ballbehandlung: Der 27-Jährige wusste zu gefallen. Doch zu Beginn des vergangenen Jahres wurde es ruhig um ihn…

Für Meiendorf absolvierte Ganitis (li.) in der Hinrunde 2019/20 in 17 Einsätzen vier Tore. Foto: KBS-Picture.de

„Ich bin im Januar 2020 nach Schweinfurt gezogen“, klärt Ganitis im Gespräch mit uns auf. Der Grund: „Meine Cousins sind dort selbstständig und haben zwei Gastronomie-Betriebe.“ Es sei eine „ganz spontane Aktion“ gewesen, verrät uns der Edel-Techniker. „Einfach aus Interesse zur Selbstständigkeit und zum Lernen“, wie er sagt. Gut anderthalb Jahre ist das nun her. Eine Zeit, in der Ganitis nicht mehr aktiv in einem Verein gegen den Ball getreten hat. Allerdings: „Viel verpasst habe ich durch Corona ja nicht“, so der „Blondschopf“, der gerade erst nach Hamburg zurückgekehrt ist. „Ich fange hier im August eine Ausbildung an“, lässt er uns wissen. Und eines steht auch fest: „Ich will auf jeden Fall weiter Fußball spielen!“

Vor Frust: Ganitis "schaltet" ab - und jubelt dann doch

Anderthalb Jahre war Ganitis (li.) privat in Schweinfurt. Jetzt ist er zurück. Foto: KBS-Picture.de

Aktuell liegt die Priorität jedoch ganz woanders: Nachdem sich die Wakka Eagles Futsal am vergangenen Wochenende auf dramatische Weise für die neugegründete Futsal-Bundesliga sowie für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert haben, weilt Ganitis mit dem Team in Duisburg. Um 14 Uhr geht es für das Futsal-Team des SC V/W Billstedt gegen Fortuna Düsseldorf. Doch zurück zur Qualifikation. Ganitis selbst konnte „leider nicht dabei sein“. Aber: In der WhatsApp-Gruppe der Mannschaft ging es am letzten Sonntag heiß her. Betreuer Torsten Gruppe sorgte für einen kleinen Live-Ticker. Ganitis war an jenem Tag „mit der Familie Tretboot fahren“, verfolgte den Zwischenstand aber aufmerksam. 


„Als Torsten reinschrieb, dass es 1:2 steht, wusste ich, dass St. Pauli führt. Später hat dann jemand 4:5 in die Gruppe getickert, es war nur noch eine Minute zu spielen und wir mussten gewinnen. Da habe ich das Handy weggelegt, weil ich mir dachte: ‚Das war’s.‘ Doch dann hat Ali (Spielertrainer Ali Yasar, der Quarantäne-bedingt fehlte; Anm. d. Red.) ein paar Minuten später ein lang gezogenes ‚Jaaaaaaaaaa‘ in die Gruppe geschrieben – quasi ein Jubelschrei. Daraufhin habe ich ihn persönlich angeschrieben und gefragt, ob wir gewonnen haben.“

"Wenn wir die Klasse halten wollen, müssen wir richtig Gas geben"

Für Cordi, den Wedeler TSV, Teutonia 05 und Meiendorf absolvierte Ganitis 77 Oberliga-Partien und erzielte 23 Tore. Foto: KBS-Picture.de

Die Antwort von Yasar ließ nicht lange auf sich warten. Mit 5:4 rangen die Wakka Eagles den Konkurrenten vom FC St. Pauli nieder. „Das war natürlich mega cool und ich habe mich riesig gefreut.“ Allein schon durch die Qualifikation für die bald anstehende Bundesliga könnten sich bei dem einen oder anderen Akteur die Prioritäten in Richtung Futsal verschieben. Auch bei Ganitis. „Das kann gut sein“, sagt er, betont aber auch: „Es kommt natürlich darauf an, wie es ablaufen wird. Andere Vereine haben große Clubs, teilweise aus der Bundesliga, hinter sich. Wir sind ein kleiner Futsal-Verein bei Vorwärts-Wacker und müssen uns um alles selbst kümmern.“ Es gehe „nicht darum, reich zu werden. Aber man möchte zumindest den Aufwand schon entschädigt bekommen. Ich denke aber, dass da etwas passieren wird – und es muss auch etwas passieren, wenn man mithalten will. Denn viele Vereine aus dem Süden haben richtig viel Geld reingesteckt und investiert. Wenn wir die Klasse in der Bundesliga halten wollen, müssen wir richtig Gas geben.“

"Die kochen auch nur mit Wasser"

Zunächst steht aber erst einmal der DFB-Futsal-Cup und das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf an – und zwar schon am heutigen Donnerstag um 14 Uhr. Die Chancen der Eagles? „Das ist ganz schwer zu sagen“, entgegnet der Deutsch-Grieche. Und obwohl sich Düsseldorf „einige namhafte Profis aus Holland geangelt hat“, wie uns Spielertrainer Ali Yasar unlängst verriet, und wohl auch als Favorit in die Partie geht, befindet Ganitis: „Ich habe selbst schon viel gesehen und erlebt, gegen Leute gespielt, wo es hieß: ‚Der hat schon da und da gespielt.‘ Aber im Endeffekt steht man auf dem Platz und spielt sein Spiel. ‚Schiro‘ (Alessandro Schirosi, Anm. d. Red.) sagt immer: ‚Die kochen auch nur mit Wasser.‘ Natürlich will man jedes Spiel gewinnen. Das ist immer der Anspruch. Eines ist sicher: Wir werden bestimmt mit mehr Spaß spielen. Ich sehe die Chancen bei 50/50.“

"Das Ziel ist die Oberliga"

Ganitis' (li.) linker Fuß brachte die Gegner oft zur Verzweiflung. Foto: KBS-Picture.de

Und wenn Ganitis mit seinen Wakka Egales zurück in Hamburg ist, dann will er auch wieder auf einem der Amateurfußballplätze für Aufsehen und viele technische Schmankerl sorgen. Aber wo geht die Reise hin? „Auf jeden Fall in die Oberliga. Man möchte ja immer so hoch wie möglich spielen. Natürlich muss es auch zeitlich passen. Aber die Oberliga wäre schon das Ziel“, erklärt er uns. Nach unseren Informationen standen in der jüngeren Vergangenheit auch schon einige Gespräche an. Gespräche, die nicht immer so abliefen, wie es sich Ganitis erhofft und wünscht – denn: „Ich finde es grundsätzlich gut und wichtig, dass man ehrlich ist.“

"Fußball ist und bleibt meine absolute Leidenschaft"

Auch wenn er mit dem Wedeler TSV nicht um die Spitzenplätze mitspielte, hatte Theo Ganitis (li.) bei den Elbstädtern eine schöne Zeit, wie er rückblickend sagt. Foto: KBS-Picture.de

Da er mittlerweile nicht mehr in Harburg, sondern in Niendorf wohnt, wolle er auch im nördlichen Bereich einen Verein finden. „Ich habe nicht mehr diesen Zwang, irgendwo rauszufahren. Fußball ist und bleibt meine absolute Leidenschaft, aber irgendwann sind die Prioritäten einfach andere. Ich mache nicht mehr alles für den Fußball. Es ist ein Hobby.“ Ein Hobby, dem er weiterhin mit vollem Einsatz und Ehrgeiz angeht: „Es spornt mich an und motiviert mich, zu zeigen, wo gewisse Grenzen liegen.“ Und das, nachdem ihm zuletzt auch „ein wenig der Spaß genommen“ wurde, „weil es viel um andere Dinge ging, die gar nichts mit dem Fußball zu tun hatten. Aber man nimmt auch viele positive Erfahrungen mit und lernt Leute kennen.“ Vor allem seine Zeit beim Wedeler TSV hat er in bester Erinnerung. „Das hat sehr viel Spaß gebracht!“

"Habe mir vorgenommen, alles viel entspannter zu nehmen"

Mit den Wakka Eagles Futsal will Ganitis (li.) bei der Deutschen Meisterschaft für Furore sorgen. Foto: KBS-Picture.de

Letzteres will Theo Ganitis auch bei einem neuen Verein wieder in vollen Zügen genießen. Er selbst bringe den „unbedingten Siegeswillen“ mit, wie er betont. „Ich gehe in jedes Spiel rein, um zu gewinnen.“ Oft galt er als „enfant terrible“ – doch das hat sich geändert. „Ich habe mir vorgenommen, alles viel entspannter zu nehmen und anzugehen. Ich möchte der Mannschaft mit dem helfen, was ich kann.“ Vom Charakter her habe er sich „schon ein wenig geändert“, sagt er. „Ich halte dann mal lieber einmal mehr meine Klappe und lass‘ die anderen machen. Manchmal muss eben auch nachgeben und sich einfach auf das eigene Spiel konzentrieren.“ Zunächst gilt der Fokus aber auf das Spiel bei der Deutschen Futsal-Meisterschaft gegen Fortuna Düsseldorf (14 Uhr). HIER geht’s zum LIVESTREAM.

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