Turniere
1. Spieltag


Meiendorfer SV

0

:

5


SC Eilbek

Anpfiff

Sa - 11.11. 14:00 Uhr

Spielstätte

Meiendorfer Straße 196

Zuschauer

107

Schiedsrichter

Mohammed Al-Furati (FC St. Pauli)

Bezirksliga Nord

Wieder Herbstmeister: Eilbek erteilt Meiendorf eine „Lehrstunde“!

Keanu Sackmann (Mi.) ballt die Faust. Der Innenverteidiger glänzte als Doppel-Kopf-Torschütze vorne und als Abräumer hinten. Foto: Kormanjos

Es sollte ein echter Showdown um die Herbstmeisterschaft werden. Ein Kräftemessen der beiden besten Mannschaften in der Bezirksliga Nord. Zweiter vs. Erster – mehr ging nicht! Doch das Aufeinandertreffen zwischen dem Verfolger vom Meiendorfer SV und dem Primus vom SC Eilbek entwickelte sich von Anpfiff weg zu einer komplett einseitigen Angelegenheit (alle Highlights im LIVE-Ticker). Zu einem Duell, das schon Mitte der ersten Halbzeit entschieden war! Mit einem klaren „Nein“ entgegnete Eilbek-Coach Kerem Yildirim auf die Frage, ob er im Vorfeld eine derart einseitige Begegnung erwartet hätte – während seine Mannen im Hintergrund mit lautstarken „Spitzenreiter“-Sprechchören die Herbstmeisterschaft feierten.

MSV-Torjäger Andrej Blum (li.) hatte einen schweren Stand. Dominik Ulrich stand ihm stets auf den Füßen. Foto: Kormanjos

„Das war eine Lehrstunde für die jungen Burschen – das muss man so deutlich sagen“, suchte Jörg Franke, Sportlicher Leiter des Meiendorfer SV, gar nicht erst nach irgendwelchen Ausflüchten. „Heute sind wir auf eine starke Mannschaft getroffen. Eilbek wollte den Sieg unbedingt“, stellte er nach der ersten Heimniederlage in dieser Saison nüchtern fest. „Es war hochverdient. Darüber brauchen wir gar nicht zu reden.“ Eilbek sei „eine typische, kämpferisch starke Herren-Mannschaft, die das echt gut macht – und heute auch von unseren Fehlern profitiert hat“, sprach der MSV-Macher auf die zum Teil eklatanten Aussetzer in seinem Team an.

"Haben gesagt, dass wir bissiger und ekliger sein wollen"

Das Eilbeker Erfolgs-Gespann: Chefcoach Kerem Yildirim (li.) und sein "Co" Sevkan Aba. Foto: Kormanjos

Und Eilbek? Der Tabellenerste war „von der ersten Minute an voll da, hellwach“ und sei „gut in die Zweikämpfe gekommen. Wir sind es nicht gewohnt, auf Rasen zu spielen Aber wir haben den Kampf angenommen“, drückten Yildirims Kicker direkt auf die Tube. „Wir haben von vornherein gesagt, dass wir bissiger und ekliger als der Gegner sein wollen. Darauf haben wir uns eingeschworen – und das hat man auch auf dem Platz gesehen.“

Gleich zweimal war der vorne wie hinten überragende Innenverteidiger Keanu Sackmann nach jeweils ruhenden Bällen des bärenstarken Niko Scharnhorst per Kopf zur Stelle – erst nach einem Freistoß (17.), dann nach einer Ecke (25.)! Beide Male gab Meiendorf-Keeper Marvin Hinsch keine allzu glückliche Figur ab. Und zwischen den beiden Gegentoren musste der junge Schlussmann auch noch einen katastrophalen Rückpass seines Mitspielers Alexander Seifert passieren lassen (21.). Slapstick pur!

Scharnhorst düpiert MSV - Torres Meza brennen Sicherungen durch

Keanu Sackmann (li.) zeigt es an: "Seht her, ich war's - und schon wieder mit dem Kopf!" Der Innenverteidiger glänzte als doppelter Torschütze. Foto: Kormanjos

Meiendorf-Top-Torjäger Andrej Blum war nahezu komplett angemeldet, weil ihn stets zwei oder sogar vier Füße eng bewachten und verfolgten. Bereits nach 35 an Einseitigkeit kaum zu überbietenden Minuten hatte MSV-Trainer Dehran Redzepi genug gesehen und reagierte auf den (Nicht-)Auftritt seiner Schützlinge mit einem Dreifach-Wechsel. Viel besser wurde es aber nicht. Auch nach der Pause nicht. Der Wiederanpfiff war noch keine 240 Sekunden alt, als Scharnhorst auf Höhe der Mittellinie – vor der Eilbeker Bank – zu einem Solo ansetzte, sämtliche Meiendorfer zu nicht anwesenden Statisten degradierte und eiskalt auf 4:0 für die Gäste stellte (49.)!

Der Rest war ein Schaulaufen des Herbstmeisters – mit platzender Hutschnur bei den vorgeführten Mannen von der B75. Zwei Zeigerumdrehungen vor Ultimo verpasste Jonathan Torres Meza dem eingewechselten Enes-Yigit Tuzcu im rustikalen Kampf um die Kugel einen heftigen Ellbogenschlag ins Gesicht – Rot (88.)! Für den sportlichen Schlusspunkt sorgten ebenfalls zwei Joker: Frederic Müller brachte das Runde nach einer Ecke von Tim Bandahl im Eckigen unter – wieder unter gütiger Mithilfe des bemitleidenswerten sowie völlig überforderten Hinsch (90.)! Und so freute sich Yildirim am Ende über „einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg“.

Meiendorf mit Kampfansage - Eilbek gut gewappnet

Der SC Eilbek feiert die Herbstmeisterschaft in der Bezirksliga Nord mit einem Kantersieg beim direkten Verfolger. Foto: Kormanjos

Doch auch an der B75 sollte diese eine herbe Abfuhr nicht über den bisherigen Saisonverlauf hinwegtäuschen. „Dass wir überhaupt so gut dastehen, das war überraschend. Damit hat keiner gerechnet. Aber jetzt haben wir uns gesagt: Wenn wir da oben stehen, dann wäre es Quatsch, wenn wir jetzt sagen würden, wir wollen um Platz sechs mitspielen. Jetzt wollen wir es auch versuchen“, hat man den Kampf noch nicht aufgegeben – und im Winter personell noch einmal nachgerüstet. Dazu in der kommenden Woche mehr!

Währenddessen lief der letzte Hinrunden-Spieltag komplett nach Wunsch des SC Eilbek. Die Verfolger ließen reihenweise Federn – und so konnte man sich im zweiten Jahr in Folge die Herbstmeisterschaft sichern. „Ja, es ist schön – und man nimmt es gerne mit. Aber der ‚Titel‘ bedeutet mir nichts“, erwiderte Yildirim – und sieht sein Team in diesem Jahr gut gerüstet. „Wir haben an unseren Fehlern gearbeitet, die richtigen Schlüsse gezogen und sind auf einem guten Weg. Wir sind definitiv souveräner als letzte Saison und haben auch eine deutlich größere Stabilität drin.“