Landesliga Hansa

Vorwärts-Wacker mit Demut zur Meisterschaft?

Ümit Taytanli verfolgt mit dem SC V/W Billstedt ein klares Ziel - und führt die Tabelle in der Landesliga Hansa schon nach vier Spielen souverän an. Foto: noveski.com

Das sei „das Beste, was uns passieren konnte, dass wir einen ambitionierten Gegner aus der eigenen Staffel und damit direkt einen echten Härtetest haben“, war Ümit Taytanli nach der Erstrunden-Auslosung im Pokal alles andere als unglücklich über die durchaus schwere Aufgabe beim Liga-Kontrahenten FC Voran Ohe. „Damit weißt du gleich am ersten Tag, wo du stehst“, so der Cheftrainer des SC V/W Billstedt. Und obwohl der „Härtetest“ nicht wie gewünscht ausfiel, sondern in einer 1:2-Niederlage und dem direkten Ausscheiden mündete, läuft es in der Liga voll nach Plan. Vier Spiele, vier Siege – Tabellenführer! Nicht nur das. Schon jetzt hat Vorwärts-Wacker beachtliche vier Punkte Vorsprung auf die ärgsten Verfolger…

Danijel Suntic (li.) - hier im Austausch mit Torjäger Philip Stefaniuk - ist der Taktgeber im Billstedter Spiel. Foto: noveski.com

Nicht nur deshalb, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass der ohnehin schon starke Kader im Sommer mit Spielern wie Steven Lindener, Ian-Prescott Claus (beide Concordia Hamburg), Leon Mundhenk (ETSV Hamburg), Georg Demircan (TuS Osdorf), Serkan Özenc (Eimsbütteler TV A-Jugend), Sebastian Majewski (eigene Jugend) oder auch dem HT 16-Trio Martinique Hoffmann, Dieter Forkert sowie Russell Quainoo noch einmal prominent verstärkt wurde, stellt sich die Frage: Kann man sich in der Landesliga Hansa mit dieser Mannschaft nur selbst im Kampf um den Aufstieg schlagen?

"Wäre cool, wenn wir das schaffen würden"

Die klare Antwort von Taytanli: „Nein, so weit gehe ich nicht.“ Und weiter: „Natürlich haben wir ein gesundes Selbstbewusstsein. Aber wir müssen demütig sein.“ Mit Demut zur Meisterschaft? „Ramin (Neumann, Liga-Manager; Anm. d. Red.), der gesamte Staff und meine Wenigkeit sind im letzten Jahr hier angetreten und haben, wenn ich mich richtig erinnere, drei Leute aus der Startelf übernommen. Wir hatten einen großen Umbruch“, blickt Taytanli zurück – und verrät: „Ramin hat damals als Liga-Manager folgendes Ziel ausgegeben: ‚Im ersten Jahr gucken und sammeln wir uns. Im zweiten Jahr können, im dritten Jahr müssen wir aufsteigen.‘ Insofern wäre das sehr cool, wenn wir das dieses Jahr schon schaffen würden.“

"Werden uns einesfalls verstecken oder kleinreden"

Steven Lindener (re.) bringt jede Menge höherklassige Erfahrung mit an den Öjendorfer Weg. Foto: noveski.com

Fakt sei auch: „Wir wollen oben mitspielen und werden uns keinesfalls verstecken oder kleinreden“, betont der Chefcoach, der aber auch reichlich Konkurrenz sieht. „In der Landesliga ist es grundsätzlich immer schwierig, eine Prognose abzugeben, weil viel durchgewürfelt wird und wurde. Rahlstedt hat letztes Jahr schon einen Top-Job gemacht, aber da wurde beispielsweise viel durchgewechselt. Für mich persönlich ist Ohe definitiv ein Mit-Favorit. Curslack gehört auch dazu. Hamm United kann man noch relativ schwer einschätzen. Der ASV ist traditionell immer ein Kandidat, der sich auch selbst dazu macht. Am Ende geht es aber darum, eine Saison über zehn Monate durchzuziehen – und nicht nur über die ersten drei Monate.“

Man habe in jedem Mannschaftsteil, auf jeder Position noch einmal nachjustiert und den Kader in der Breite noch stärker aufgestellt. Auch mit einer gewissen Erfahrung. Die Mischung zwischen jung und alt scheint zu passen. Qualität ist auf jeden Fall da. Und wenn der eine oder andere Spieler mal einen Höhenflug kriegen sollte, ist das Trainerteam da und auch die Kaderdichte ein echtes Faustpfand. Das haben auch die ersten Spiele schon unter Beweis gestellt…