Landesliga 02
1. Spieltag


Hamburger SV III

4

:

1


BW 96 Schenefeld

Anpfiff

Fr - 29.07. 20:00 Uhr

Spielstätte

Paul-Hauenschild-Plätze

Zuschauer

--

Schiedsrichter

Mario Schirmer

Tunjic-Gala – Ein Dreierpack zum Einstand!

Mladen Tunjic (3. v. r.) führte sich mit einem Hattrick beim HSV III ein. Foto: noveski.com

Welch ein ereignisreicher Auftakt in die neue Saison für den Hamburger SV III! Die Schützlinge von Trainer Felix Karch brauchten für ihr erstes Saisontor lediglich 53 Sekunden, hatten in einem Neuzugang, der sich mit einem Dreierpack einführte, gegen BW 96 Schenefeld den überragenden Mann auf dem Platz sowie einen dreifachen Vorbereiter, der diesem in nichts nachstand. Und das alles vor leeren Rängen – denn zumindest auf der Anlage durften sich nach den Vergehen in der Vorsaison keine Zuschauer einfinden. Dennoch sorgten einige „Anhänger“ abseits des Geländes für lautstarke Unterstützung. „Wir waren extrem angespannt, da aufgrund unserer Transfers und dem, was geredet wird, schon ein großer Druck herrschte“, erklärte Karch anschließend.

Glück für BW in jener Szene: "Kunstschütze" Martin Bushaj (r.) trifft Mladen Tunjic am Fuß. Der Elferpfiff blieb aus. Foto: noveski.com

Doch von Druck war zu Beginn rein gar nicht zu sehen. Denn die „Rothosen“ legten los wie die Feuerwehr – vor allem ein Akteur: es dauerte gerade einmal 53 Sekunden, bis Patrick Hinrichsen den rechten Flügel hinunter marschierte und mustergültig für Neuzugang Mladen Tunjic quer legte. Der Ex-Palomat hatte keinerlei Mühe mehr und brauchte für sein erstes Pflichtspieltor im neuen Dress keine Minute! Doch in der Folge „haben wir uns schwer getan“, befand Karch, dessen Equipe nach gut 20 Zeigerumdrehungen – zuvor hatten Veli Sulejmani, Sören Ostermann und Tim Henkis noch drei Halbchancen zu verzeichnen – den Ausgleich hinnehmen musste – und wie! Nach einem zu kurz abgewehrten Eckball legte sich Schenefelds „Oldie“ Martin Bushaj quer in die Luft und traf aus acht Metern per Fallrückzieher in allerbester „Wembley-Manier“! „Das dürfte bereits zu so frühem Zeitpunkt der Saison das Tor des Jahres gewesen sein“, scherzte BW-Manager Sven Borchert anschließend. Seine 96er konnten die Partie nun weitestgehend ausgeglichen gestalten, hatten einen 25-Meter-Schuss von Haji Jamal zu verzeichnen, der das Ziel allerdings verfehlte. Apropos Fehlen: Blau-Weiß musste zum Start gleich auf 16 (!) Mann verzichten, wie Borchert verriet. „Wir hatten viele verletzungs- und urlaubsbedingte Ausfälle.“

Dementsprechend offenbarte auch das eigentliche Prunkstück, die Defensive, einige Lücken. Denn nach Wiederanpfiff und einer „sehr direkten Pausenansprache“ vom HSV-Trainer ging es Schlag auf Schlag: der bärenstarke Muhammed Burtakucin steckte für Tunjic durch, der im Eins-gegen-Eins mit Benjamin Ernst eiskalt blieb – 2:1! Die zweiten 45 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 51 Sekunden alt. Wenig später nahm Sören Ostermann eine Burtakucin-Ecke aus 15 Metern volley. Dieses Risiko wurde mit einem Strahl unters Gebälk belohnt – 3:1 (53.)! Die nächste „Sahnebude“! Und keine vier Minuten darauf war es wieder Hinrichsen, der von rechts Burtakucin bediente. Dessen Zuspiel verwertete Tunjic zum dritten Mal (57.)! „Mo hat bereits in der Vorbereitung auf sich aufmerksam gemacht. Er spielt mannschaftsdienlich, sehr einfach, ackert auf dem Feld und macht auch die Wege in die Defensive“, fand Karch sehr lobende Worte für den dreifachen Vorlagengeber.

Auch Sören Ostermann (r.) hatte nach seinem Traumtor allen Grund zum Jubeln. Auch Dreifach-Schütze Tunjic (l.) gerät ins Schwärmen. Foto: noveski.com

Aber auch Mladen Tunjic ging nicht leer aus. „Einen perfekteren Einstand kann man sicher nicht haben.“ Wenn man bedenkt, das Sturmpartner Jendrik Bauer leicht angeschlagen noch auf der Bank Platz nahm, dürfte von der Offensive in den kommenden Wochen sogar noch mehr zu erwarten sein. Allgemein muss aber auch noch mehr kommen, wie selbst Karch konstatierte: „Wir haben uns nach der frühen Führung ziemlich unclever angestellt.“ Auch nach dem 4:1 hätte man nach Meinung des Übungsleiters mehr investieren können. „Wir haben das Ergebnis nur noch verwaltet, da müssen wir zielstrebiger agieren.“ Dennoch bilanzierte er: „Wir haben es geschafft, gegen eine der besten Defensivreihen, immer wieder hinter die Abwehr zu kommen. Fürs erste Spiel war es okay, aber noch lange nicht perfekt. Oft machen wir uns das Leben noch selbst zu schwer.“

Borchert gab unterdessen zu Protokoll: „Rein sportlich betrachtet ist der Sieg des HSV total verdient, wenn auch um ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen. Wir wurden nach 53 Sekunden in der ersten und nach 51 Sekunden in der zweiten Halbzeit natürlich dermaßen kalt erwischt, waren in den ersten zehn, 15 Minuten zu unkonzentriert und noch nicht auf dem Platz. Aber man darf auch nicht vergessen, dass da eine Mannschaft auf dem Platz stand, die in der Konstellation sicher nicht oft so zusammenspielen wird. Klar sind wir sauer und enttäuscht, aber wir sind auch der Meinung, dass es an uns lag. Wir haben das Spiel in diese Richtung gesteuert. Die Gegentore sind in Phasen gefallen, in denen wir nicht wach waren.“ Diese Phasen wusste der HSV III optimal zu nutzen und ist erster Tabellenführer der noch jungen Hammonia-Spielzeit.

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