Landesliga Hansa

Trennung: ASV Hamburg und Serdar Sinik gehen getrennte Wege!

Ex-Profi Serdar Sinik ist kein Cheftrainer mehr beim ambitionierten Hansa-Landesligisten ASV Hamburg. Foto: Bode

Im Winter 2021 übernahm Serdar Sinik das Traineramt beim ambitionierten Landesligisten ASV Hamburg. Der Ex-Profi trat seine erste Station als Chefcoach an und beerbte die Barlak-Brüder Mekan und Devran auf der Bank des Afghanischen Sportvereins. Die Bilanz: 16 Saison-übergreifende Spiele, zwölf Siege, drei Unentschieden und eine Niederlage. Wie es der Zufall so will, kassierte Sinik jene Pleite in seinem letzten Spiel als ASV-Übungsleiter. Denn: Der 41-Jährige, der als Aktiver eine eindrucksvolle Laufbahn hinlegte, ist seit der 0:3-Schlappe gegen den Bramfelder SV nicht mehr für den Hansa-Ligisten tätig!

In 16 Spielen als Chefcoach feierte Sinik mit dem ASV zwölf Siege. Die einzige Niederlage unter seiner Regie war gleichzeitig sein letztes Spiel. Foto: Bode

„Es gab unterschiedliche Ansichten“, bestätigt uns Sinik seinen Abschied beim ASV Hamburg, will aber keinerlei schmutzige Wäsche waschen. „Gibt es auch gar nicht“, entgegnete er – und fügt an: „Wir gucken uns trotzdem in die Augen und gehen im Guten und freundschaftlich auseinander.“ Vor eben jenem Bramfeld-Spiel gewann Sinik mit dem ASV sämtliche fünf Partien in dieser Saison und führte das Feld in der Hansa-Staffel an. In der vergangenen Spielzeit schrammte man nur um ein Pünktchen an der Meisterschaft und dem Oberliga-Aufstieg vorbei, „obwohl wir fast alles gewonnen haben“, so Sinik. „Unnötige Gegentore in der Nachspielzeit, die zu einem Unentschieden geführt haben“, hätten dem ASV am Ende das Genick gebrochen, so der nun Ex-Coach.

"Dann wird die Mannschaft einer der Favoriten auf den Aufstieg bleiben"

Im ersten Spiel nach Sinik (re.) übernahm dessen "Co" Farhad Atai (li.) gegen den SC Condor (3:3) als Interimstrainer. Foto: Bode

Dennoch: „Ich bin schon stolz darauf, was wir erreicht haben. Ich hatte sehr viel Vertrauen in die Mannschaft und habe immer an die Stärke geglaubt.“ Deshalb wollte man gemeinsam in dieser Serie einen neuen Anlauf nehmen. „Wir konnten den Großteil der Mannschaft beisammenhalten und punktuell verstärken. Wir haben einen sehr guten Kader – und so sind wir auch gestartet. Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen waren wir aber der Meinung, dass die Mannschaft jetzt einen neuen Impuls braucht.“

Trotz seines Abgangs glaubt Sinik weiter an seine ehemaligen Schützlinge: „Wenn die Mannschaft die Einstellung und Disziplin an den Tag legt, dann wird sie einer der Favoriten auf den Aufstieg bleiben.“ Im ersten Spiel nach Sinik holte der ASV unter Interimstrainer Farhad Atai „nur“ ein 3:3 beim SC Condor. Vor allem Dreifach-Schütze Marcel Perz war von den Gästen zu keinem Zeitpunkt in den Griff zu kriegen.

"Kurzfristige Ausfälle, die nur schwer zu kompensieren waren"

Sollten "Umfeld, Rahmenbedingungen, Konzept und Zielsetzung stimmen", sei er "für alles offen", so Sinik. Foto: Bode

In der Woche davor, in seiner letzten Begegnung als ASV-Dompteur, habe er „viele kurzfristige Absagen erhalten“, berichtet Sinik. „Tolga Tüter war verletzt, Lamin Jawla war krank und Abdul Farahi kam direkt aus dem Urlaub. Das waren Ausfälle unmittelbar vor dem Spiel, die nur schwer zu kompensieren waren. Und Bramfeld ist wahrlich kein Gegner, den man unterschätzen kann. Die waren sehr gut auf uns eingestellt und haben das gut gemacht.“ Er habe „der Mannschaft immer gesagt, dass wir die Einstellung in jedem Spiel an den Tag legen müssen. Denn irgendwann wird der Zeitpunkt kommen – und dann ist wichtig und entscheidend, wie man damit umgeht.“

"Wenn das stimmt, bin ich für alles offen"

ASV-Manager Mansoor Ahmadi dankt Sinik für die Zusammenarbeit und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute. Foto: Bode

Nach seinem Aus beim ASV habe er „natürlich vor, als Trainer weiterzumachen“, so der einstige Offensivakteur, der in der Türkei über 250 Zweitliga-Einsätze (70 Tore) absolvierte. „Wenn das Umfeld, die Rahmenbedingungen, das Konzept und die Zielsetzung stimmen, bin ich für alles offen.“ Und zwar Liga-unabhängig. Denn Sinik weiß durch seine langjährige Erfahrung: „Jede Liga muss ernst genommen werden.“


Und was sagt der Verein zum Ausscheiden von Sinik? Manager Mansoor Ahmadi: „Es hat von beiden Seiten nicht mehr so richtig gepasst. Man hatte unterschiedliche Ansichten. Dennoch hat er gute Arbeit geleistet. Wir bedanken uns bei ihm für die Zusammenarbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute!“

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