Bezirksliga Nord
15. Spieltag


Eimsbütteler TV

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SC Victoria Hamburg II

Anpfiff

Fr - 03.11. 20:15 Uhr

Spielstätte

Hoheluft

Zuschauer

--

Schiedsrichter

Maximilian Philipp Rublik

Tempo und Taktik stimmen: "Ein Spiel auf hohem Niveau" findet keinen Sieger

Shakehands nach dem Spiel zwischen allen Beteiligten. Foto:Sager

Am Freitagabend kam es zum Derby am „Loki“. Der Eimsbütteler TV, Tabellenerster der Bezirksliga Nord, empfing Landesliga-Absteiger SC Victoria ll. Die Zuschauer bekamen ein gutes Fußballspiel zu sehen, wenngleich das Salz in der Suppe fehlte: die Tore. Taktisch agierten beide Mannschaften konsequent, ließen aber vor dem jeweiligen Tor einige Chancen liegen. „Aus meiner Sicht war es ein Spiel auf hohem Niveau, vom Tempo her und von der Taktik. Es waren zwei Mannschaften, die Fußball gespielt haben und die sich auch Gedanken gemacht haben, wie der Gegner agiert“, befand Thorsten Beyer, Übungsleiter des ETV, nach dem Spiel.

Die Gäste erhielten Unterstützung aus der Liga von Vincent Ermisch, Sepehr Nikroo und Luca Brügmann, der nach langer Verletzungspause in der U23 Wettkampfpraxis sammeln soll. „Mit Vincent (Ermisch, Anm. d. Red.) und Sepehr Nikroo hatten sie heute überragende Spieler in ihren Reihen gehabt – da haben wir uns nicht so durchsetzen können“, konstatierte Beyer, der seinerseits auf einige Stammkräfte verzichten musste. Dennoch kamen die Hausherren gut in die Partie und konnten sich die ersten Chancen erspielen. Jon Pauli setzte Cedric Corea in Szene, doch der verzog (3.). Kurz danach revanchierte sich Corea und bediente den auffällig agierenden Pauli, doch Moritz Peckmann konnte den Schussversuch im letzten Moment verhindern (4.). Der ETV, in Person von Corea, Alper Bas und Julien Usko, versuchte die Hintermannschaft der Gäste anzulaufen, um sie zu langen Bällen zu zwingen.

Erst nach einer guten Viertelstunde konnten die Gäste ihre ersten Aktionen verzeichnen. Nikroo probierte es mit einem ruhenden Ball, aber Heim-Keeper Nick Motzke konnte das Spielgerät im Nachfassen kontrollieren (15.). Christer-Gustaf Zimmermann hatte nur fünf Minuten darauf eine weitere Möglichkeit, scheiterte aber ebenfalls an Motzke. Immer wieder verzweifelten die Offensivreihen an den Abwehrbeinen. Ogün Aydin beispielsweise an dem von Samuel Olayisoye (27.), Bas derweil auf der Gegenseite an Nikroo (40.). Somit gingen beide Mannschaften mit einem Unentschieden in die Pause. „Ich finde, wir waren einen Tick die überlegenere Mannschaft, aber es fehlte ein bisschen die Geilheit auf Tore. Zwei- oder Dreimal wurde der Abschluss gerade noch verhindert, wo der Ball sonst reingeht“, so Beyer. „In der ersten Halbzeit waren wir verhaltener, da war es wichtig, dass wir kompakt stehen und deren Schwächen, die wir erkannt haben, nutzen können – das war in der zweiten Halbzeit besser“, konstatierte unterdessen Vicky II-Coach Gody Hoedoafia.

Beyer: "Hier standen heute zwei gute Abwehrreihen"

Nach der Halbzeit zeichnete sich ein ähnliches Bild ab. Beide Mannschaften zeigten ein gutes Spiel, kamen jedoch nicht zwingend genug vor das Tor - oder aber sie scheiterten an der jeweiligen Defensive. Wenn die Akteure allerdings mal zu Abschlüssen kamen, wurde es auch gefährlich. Zimmermann schnappte sich an der Mittellinie das Spielgerät und marschierte in Richtung Tor. Sein Schuss aus gut 20 Metern wurde von Motzke glänzend gehalten. Die daraus resultierende Ecke konnte vom ETV nur halbherzig geklärt werden und der Nachschuss von Nikroo wurde wie so oft geblockt (56.). Auf der anderen Seite setzte sich Malte Burghard über rechts gut durch und brachte das Leder in die Mitte, wo der eingewechselte Mazlum Oruk kläglich aus knapp sieben Metern vergab (70.). Eine ähnliche Situation sahen die Zuschauer nur neun Minuten später. Bas enteilte auf dem rechten Flügel seinem Gegenspieler und fand im Zentrum Lasse Bensch, der ebenfalls eine große Chance liegen ließ. In der Folge kamen beide Teams kaum noch zu Abschlüssen und wenn doch, dann gingen diese weit am Tor vorbei. Somit blieb es bei der Nullnummer in einem trotz dessen interessanten Derby - daran änderte auch die späte Ampelkarte gegen Vickys Carlton Meierdiercks, der zu ungestüm gegen ETV-Fänger Motzke einstieg (88.), nichts mehr.

„Die Mannschaft ist zu verspielt, um mal nach dem Lucky-Punch zu suchen und deshalb sind wir heute nicht als Sieger vom Platz gegangen. Letzten Endes war es aber ein Schritt in die richtige Richtung. Im Vergleich zur desolaten zweiten Halbzeit gegen den VfL 93 war das heute ein ganz anderes Spiel. Aber ein bisschen symptomatisch war das überragende Solo von John Pauli, der an vier oder fünf Leuten vorbei geht und dann im Strafraum nicht abzieht. Das zeigt, dass wir nicht gierig genug sind auf das Tor", so Beyer. Sein Gegenüber war sichtlich stolz auf die Leistung seines Teams. „Die Jungs haben das super gemacht! Die Einstellung, die Mentalität, das hat gestimmt. Gerade in unserer Situation, das ist eine ganz junge Truppe, die müssen sich auch entwickeln, und dafür haben sie das gut gemacht. Das war das, was wir wollten. Es war ein ausgeglichenes Spiel. Von daher bin ich ganz stolz auf die Jungs! Wir hatten zwar ein paar Niederlagen, aber trotzdem ist die Entwicklung super“, bilanzierte Hoedoafia.

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