Bezirksliga 06
22. Spieltag


SC Sternschanze II

3

:

9


FC Alsterbrüder

Anpfiff

So - 15.05. 15:00 Uhr

Spielstätte

--

Zuschauer

--

Schiedsrichter

Enrico Zielinski

Bezirksliga 06

Spannung bis zur letzten Sekunde: Teutonia 05 II gewinnt, die Alsterbrüder werden Meister!

Der Moment, in dem Gewissheit herrscht: "Erfolgsmacher" Gunnar Hitscher (Mi.) wird von seinen Spielern geherzt. Foto: Klaas Dierks

Am Sonntagnachmittag traf die Zweite Mannschaft des SC Sternschanze auf die Liga-Mannschaft der Alsterbrüder zum Abschluss der Saison bei strahlendem Sonnenschein auf dem Platz des Polizeisportvereins im Sternschanzenpark. Parallel dazu empfing der HFC Falke den FC Teutonia 05 II. Die Ausgangslage ist klar. Sowohl die Alsterbrüder als auch die Teutonia-Reserve gehen mit 44 Punkten ins letzte Spiel, wobei Teutonia ein um vier Treffer besseres Torverhältnis vorweisen kann, was die Mannen von der Kreuzkirche vor dem Anpfiff zum Tabellenführer macht. Der SC Sternschanze II hat noch theoretische Chancen, sich mit einem Sieg gegen den Tabellenzweiten von den Abstiegsrängen wegzuschießen, falls GW Eimsbüttel die eigene Partie verliert.

Schlusspfiff an der Sternschanze: Die ersten Emotionen der Alsterbrüder? Resignation! Foto: Klaas Dierks

Doch den Hoffnungen auf einen Verbleib in der Bezirksliga wird durch das engagierte Auftreten der Gäste schon früh ein erster Dämpfer verpasst. Bereits in der siebten Spielminute setzt sich Luca Drude auf links durch, flankt in die Mitte und bedient Tim Algner, der zur Führung einschiebt. Zwölf Minuten später wird Kapitän Felix Niebuhr steil geschickt, geht ab durch die Mitte und lässt dem guten Sebastian Rosenbaum im Tor der Heimmannschaft keine Chance. Nur zwei Minuten danach ist wieder Drude auf links durch, und statt Algner macht nun Niebuhr den Abstauber. War´s das für den SCS?

In der 33. Minute endlich ein Lebenszeichen des Tabellenvorletzten. Ein Freistoß springt vom Pfosten des Gästetores vor die Füße von Martin Kleinberns, der den Ball im zweiten Versuch vorbei an Moritz Kühn im Gehäuse des Gegners unterbringt. Aber nur drei Minuten später stellen die Alsterbrüder den alten Abstand wieder her. Einen schönen Ball auf rechts erreicht Philipp Strüder, der in den Strafraum eindringt, Niebuhr sieht und bedient. Der verwandelt cool zu seinem Hattrick. Und nur eine Minute später erhöht der FCA zum 5:1. Wieder ist es ein Ball in die Spitze. Der Torschützenkönig der Bezirksliga-Staffel 6, Antonio Pabst, ist schneller an der Kugel als Keeper Rosenbaum, umkurvt diesen und erzielt sein 16. Saisontor aus spitzem Winkel. Kurz vor der Pause bringt ein Freistoß der Gäste die Möglichkeit zum 1:6. Rosenbaum hält, kann den Ball aber nicht kontrollieren. Algner spritzt heran, ist einen Tick vor Rosenbaum am Ball und gibt dem Ball mit einem Ausfallschritt den entscheidenden Impuls über die Linie (44.).

Schwere Verletzung sorgt für Unterbrechung bei Falke vs. T05 II

Gunnar Hitscher informiert sich über seine beim Parallelspiel anwesende Mutter, wie es bei Falke gegen T05 II steht. Foto: Klaas Dierks

Dann ist Halbzeit. Bei Falke wird noch gespielt. Durch eine schwere Verletzung von Jonas Meier ist das Spiel dort circa 20 Minuten unterbrochen gewesen. Von dieser Stelle gute Besserung und schnelle Wiederkehr! Trotzdem macht Teutonia ab der 43. Minute drei Tore in Folge, bevor Falkes Benjamin Baarz auf 1:3 verkürzt (45+13!).


Da ist fast schon wieder Anpfiff im Sternschanzenpark. Die Alsterbrüder sind knapp dran am Tabellenführer. Was wird die zweite Halbzeit bringen? Nun, erstmal nicht viel Gutes für den Gast. Trotz des aussichtslosen Rückstandes will sich die Heimmannschaft mit Würde aus der Bezirksliga verabschieden und hält nun dagegen. Die Partie wird härter, aber nicht unfair. Ein Freistoß für den SCS aus dem rechten Halbfeld wird diagonal in den Strafraum der Alsterbrüder geschlagen und kommt in der 56. Minute zu Domimik Elsner, der nicht lange fackelt und auf 2:6 verkürzt. 

Beendet Clausen die Alsterbrüder Aufstiegsträume?

Der Moment, als Falke in der 95. Minute trifft und Gewissheit herrscht: Der FC Alsterbrüder ist Meister! Foto: Klaas Dierks

Der Angriffsmotor der Alsterbrüder, immerhin der erfolgreichste der Staffel, kommt ins Stottern. Es dauert bis zur 65. Minute, da haben die Gäste ihre erste gute Chance der zweiten Halbzeit. Aber weder diese noch eine zweite in der 71. Minute kann erfolgreich genutzt werden. Dafür bieten sich nun Dennis Clausen, neben Kapitän Jannis Bergmann erfolgreichster Torschütze des SCS, in der 75. und 76. Minute zwei Großchancen. Die erste pariert Moritz Kühn stark, bei der zweiten grätscht der zurückgeeilte Torben Kraft gerade noch erfolgreich dazwischen und verhindert aus Sicht des FCA Schlimmeres. Mit dem Selbstbewusstsein eines erfolgreichen Torjägers macht es Clausen eine Minute später besser. Er fasst sich aus gut 20 Metern in zentraler Position ein Herz und zieht einfach mal ab. Noch abgefälscht landet der Ball unhaltbar im rechten Knick. 3:6. Das Ende der Alsterbrüder Aufstiegsträume? 

FCA dreht nochmal auf

Luca Drude (li.) und Tim Algner ballen die Fäuste - es ist geschafft! Foto: Klaas Dierks

Zwei Zeigerumdrehungen nach dem 3:6 der erste erfolgreiche Angriff der Hitscher-Elf in der zweiten Spielhälfte. Von links wird der eingewechselte Gian Luca Verago im Strafraum des SCS bedient. Artistisch bugsiert die Nummer 17 den Ball per Seitfallzieher zum 3:7 in die Maschen. Und als drei Minuten später der ebenfalls eingewechselte Patrick May einen von Rosenbaum abgewehrten Versuch im Nachschuss entschlossen zum 3:8 in das Netz donnert, keimt wieder Hoffnung auf bei den Alsterbrüdern und dem recht zahlreich erschienenen Anhang. Wie steht es bei Falke gegen Teutonia 05 II? Noch immer 1:3! Die Gemüter erhitzen sich zunehmend auf und neben dem Platz an der Schanze. Zwischen der 83. Minute und Spielende wird der Schiri wegen Fouls und Meckereien fünf Gelbe und eine Rote Karte zücken.

Vier Alu-Treffer der Hitscher-Elf

In einem irren Last-Second-Finale setzen sich die Alsterbrüder in der Bezirksliga-Staffel 6 die Krone auf. Glückwunsch! Foto: Klaas Dierks

Vor allem ein für die Alsterbrüder gegebener Elfmeter und seine Ausführung erhitzen die Gemüter ab der 85. Minute. Den ersten Versuch hält Rosenbaum, der während des gesamten Spiels trotz der vielen Gegentore eine gute Figur macht. Der Schiri lässt allerdings wiederholen, da er eine Regelverletzung erkannt haben will. Der zweite Versuch sitzt. Verago erhöht zum Endstand von 9:3 aus Sicht der Alsterbrüder. Aber wird das reichen? Viermal haben die Gäste während des Spiels Aluminium getroffen. Wird sich das rächen? Kurz vor Schluss schießt der eingewechselte Emmanuel Kontor den Ball aus etwa sieben Metern knapp über die Latte. Das wäre es gewesen. Dann der Schlusspfiff. 

In Minute 95: Falkes Puljic holt den Hammer raus

Und was macht der Primus? Jeremy Miljevic hat seine Teutonen gerade mit dem 4:1 zur vorläufigen Meisterschaft geschossen. Großer Frust, grenzenlose Enttäuschung bei den Alsterbrüdern. Aber noch sind etwa 15 Minuten zu spielen. Hitscher hat das Telefon am Ohr, hört über seine beim Parallelspiel anwesende Mutter (!) bei Falke quasi mit. Und er kann kaum glauben, was er da hört. In der fünften Minute der Nachspielzeit knallt Falkes Elvin Puljic einfach mal aus gut 23 Metern drauf, und ähnlich wie bei Clausen vom SCS, schlägt der Ball unhaltbar im WInkel ein. Falke hat sich nicht aufgegeben und auf 2:4 verkürzt. Der Schiri lässt zwar noch den Anstoß ausführen, aber dann ist Schluss. Teutonia hat 4:2 gewonnen. Aber eben nur 4:2! Was bedeutet das für den Ausgang der Meisterschaft? „Es war wie damals bei Schalke und Bayern“, sprudeln aus Hitscher nach dem Spiel die Emotionen uns gegenüber heraus.

Mehr geschossene Tore: Alsterbrüder steigen auf!

Aus der Schanze in die Heimat: Die Alsterbrüder und ihr Anhang feiern die Meisterschaft. Foto: Klaas Dierks

An der Sternschanze werden die Handys gezückt, geschaut und gerechnet. Und dann ist es offiziell: Bei Punkt- und Tordifferenzgleichstand zählen die mehr geschossenen Treffer. Und da sind die Alsterbrüder mit plus Zehn weit vorne und damit Meister der Sechser-Staffel und Aufsteiger in die Landesliga! Glückwünsch! Die Reaktionen auf dem Platz sind ganz unterschiedlich. Teils nervöses, ungläubiges, teils ruhiges Staunen, einige Zweifeln noch. Kann das sein? Es kann. Die Dämme brechen und alle Alsterbrüder- und schwestern, Spieler und Anhang liegen sich in den Armen, jubeln und schreien ihre Freude raus. Es ist tatsächlich geschafft. Nach einer Saison mit Höhen und Tiefen. Dreimal war man bis auf den siebten Platz abgesackt, ab dem 13. Spieltag endlich auf Platz zwei etabliert, immer kurz hinter Teutonia 05 II, bis am letzten Spieltag das Meisterstück gelingt und dem Team um das scheidenden Trainergespann Gunnar Hitscher/ Mark Pohle den Aufstieg in die Landesliga bringt. 

"In der Mannschaft steht noch mehr"

Carl Janta mit der Siegerdusche am Walter-Wächter-Platz. Foto: Klaas Dierks

Nun kann der neue Trainer Jörn Großkopf einen intakten Landesligisten übernehmen. Eine Mannschaft, in der Potenzial vorhanden ist, wie auch Hitscher uns gegenüber befand: „Ich bin mit der Entwicklung zufrieden. In der Mannschaft steckt aber noch mehr.“

Wie man hört, wird man einige Spieler der abgestiegenen SCS-Mannschaft nächste Saison wieder bei den Schanzern in der Bezirksliga sehen, da die verbleibenden Spieler der Ersten und Zweiten Mannschaft zu einem schlagkräftigen Team zusammengelegt werden sollen. Ich wünsche beiden Teams für die neuen Herausforderungen alles Gute!


Klaas Dierks

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