Testspiel

Sechs Tore binnen 45 Minuten: ETV zerlegt Regio-Anwärter

Leon Bolz (li.) glänzte beim 7:4-Schützenfest seines ETV als Doppeltorschütze gegen Regio-Anwärter SV Todesfelde. Foto: Both

„Das hat richtig Spaß gemacht, den Jungs beim Fußballspielen zuzugucken“, schwärmte Koray Gümüs, „gerade in der zweiten Halbzeit – mit welch einer Dominanz und was für einer Art und Weise wir Fußball gespielt haben“, fügte der Manager des Eimsbütteler TV an. Dabei war das eigentliche Ziel des Testspiels gegen den SV Todesfelde, „die Jungs einfach auch mal an ihre Grenzen stoßen zu lassen“, wie Gümüs verriet. Denn die Schleswig-Holsteiner sind auf dem besten Weg, als Spitzenreiter der Flens-Oberliga, an der Relegationsrunde um den Regionalliga-Aufstieg teilzunehmen – und könnten einer der kommenden Gegner vom Hamburger Regio-Anwärter FC Teutonia 05 werden. „Natürlich ist es für uns ganz geil, gegen solche Mannschaften wie Todesfelde oder auch LSK zu testen“, war der Testkick für den Hammonia-Landesligisten ein „kleines Highlight-Spiel“, wie Gümüs meinte.

Jasper Hölscher stieß erst in der zweiten Halbzeit dazu. Zuvor hatte er noch ein Spiel mit seiner Jugend-Mannschaft. Foto: Both

Im ersten Durchgang setzten die Gäste auch gleich mal eine Duftmarke: Emanuel Bento (7.) und Henrik Sirmais (11., 38.), der auch Führungstreffer per Assist seinen Anteil hatte, schossen eine 3:0-Führung für den Favoriten heraus. „Uns war ein wenig die Unsicherheit anzumerken, weil wir noch nie mit dieser Startelf gespielt haben“, so Gümüs, dessen Eimsbütteler lediglich „auf zwölfeinhalb gesunde Spieler“ zurückgreifen konnten. „Jasper Hölscher ist erst zur zweiten Halbzeit dazu gestoßen, weil er mit seiner Jugend-Mannschaft vorher noch ein Spiel hatte“, klärte der ETV-Manager auf, stellte aber ebenso fest: „Der Gegner war körperlich sehr weit und robust – nicht unfair, sondern hat Männersport betrieben. Und Mitte der ersten Halbzeit haben die angefangen, aufzudrehen. Insbesondere vorne haben sie viel Qualität, Tempo, sich blind verstanden und waren gut im Torabschluss. Das hat es uns schwierig gemacht, das zu verteidigen.“ Aber: „Zweimal laden wir den Gegner ein und bringen uns selbst in eine brenzlige Lage“, konstatierte Gümüs, der sich vor dem Pausentee noch über den Anschlusstreffer durch Leon Bolz freuen durfte (43.) und nach Wiederanpfiff über „ein komplett anderes Gesicht“ seiner Elf.

"Es macht zurzeit sehr viel Spaß!"

Der Hammonia-Vierte spielte sich regelrecht in einen Rausch! „Wir haben es geschafft, gegen so einen Gegner in 45 Minuten sechs Tore zu schießen und das umgesetzt, woran wir in den letzten zwei Wochen gearbeitet haben – das hat uns natürlich umso glücklicher gemacht“, staunte auch Gümüs über einen „rundum gelungenen Auftritt“ seiner Eimsbütteler, der ebenso gezeigt habe, „dass wir auch in der Breite die Qualität besitzen, den einen oder anderen Spieler zu ersetzen“. Zurzeit mache es schlichtweg „sehr viel Spaß“, so Gümüs.

"Wir haben die Qualität, uns mit solchen Mannschaften zu messen"

Auch Bamo Mohamed (2. v. li.) glänzte als Torschütze. Foto: Both

Sehr viel Spaß und Freude verbreiteten auch seine „Jungspunde“ nach dem Wechsel. Leon Bolz (51.), Bamo Mohamed (58.), Neuzugang Justin Drechsler (71.), Jan-Ole Eggers (78.), Joshua Kouame (80.) und Hammed Nawaz (84.) machten aus einem 1:3-Rückstand eine 7:4-Führung und sorgten für das Schützenfest. Nach dem 6:3 hatte Sirmais zunächst noch Schadensbegrenzung betrieben (82.). „Wir freuen uns, dass wir uns mit solchen Mannschaften messen dürfen – und haben auch die Qualität dazu“, zeigte sich Gümüs nach der eindrucksvollen zweiten Hälfte seines ETV selbstbewusst. „Wir sind allerdings auch zwei Wochen länger in der Vorbereitung als Todesfelde. Trotzdem war es schön, zu sehen, wie die Mannschaft neue Spieler integriert und auch in Szene setzt“, sprach er vor allem auf das Tor von Dersim-Zugang Drechsler an. Abschließend betonte Gümüs: „Ich kann mich bei Todesfelde nur für das gute Testspiel bedanken.“ Ein Spiel, in dem der Eimsbütteler TV reichlich Selbstvertrauen für die verbleibenden zehn Partien in der Landesliga Hammonia tankte. Mit solchen Darbietungen sind die Mitteregger-Mannen jedenfalls längst noch nicht raus aus dem Kampf um die Top-Plätze – auch wenn der Rückstand auf Primus HEBC bereits elf Zähler beträgt…

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