Schönteich: „Eine Frage von Respekt, Kinderstube und Intellekt“

 

Dassendorfs Ex-Trainer und Neu-Sportchef Jan Schönteich nimmt zu den Vorwürfen aus Niendorf Stellung. Foto: KBS-Picture.de

Um ein Fußballspiel ging es bei der Partie zwischen dem Niendorfer TSV und der TuS Dassendorf (0:1) nur am Rande. Nachdem NTSV-Coach Ali Farhadi im Anschluss an die 90 Minuten zur verbalen Grätsche gegen einzelne Personen des Meisters, aber auch gegen den Gesamtverein ausholte, und diese Aussagen am Tag darauf noch stützte, bezieht TuS-Sportchef Jan Schönteich nun Stellung und holt zum Gegenschlag aus. „Da muss intellektuell etwas verkehrt gelaufen sein!“

Erzielte kurz vor Schluss per Freistoß den goldenen Treffer und drehte anschließend jubelnd ab: TuS-"Gehirn" Sven Möller. Foto: KBS-Picture.de

„Die komplette Darstellung ist sehr eigenwillig und total subjektiv, da wir eigentlich noch gar nicht zu Wort gekommen sind. Es gibt nämlich durchaus auch Personen, die behaupten: Genauso war es eben nicht. Ich glaube schon, dass wir uns verhalten können. Ich möchte uns auch gar nicht in irgendeine Opferrolle stecken oder sagen, dass wir winzige Lämmer sind. Nein, ich weiß schon, dass sich unser gesamtes Team eher à la Jürgen Klopp durch die Welt bewegt und weniger wie Bert van Marwijk. Aber da sind wir ganz, ganz sicher nicht die einzigen in der Oberliga. Ich könnte sicherlich viele Kollegen benennen, zu denen wir ein exzellentes Verhältnis pflegen – sowohl Peter als auch ‚Hoffi‘ und ich. In diesem Punkt sollte er sich vielleicht selbst einmal hinterfragen… Es ist noch nie jemand in dieser Form an uns herangetreten – außer Frank Hüllmann vor längerer Zeit und nun eben Ali. Komischerweise kommt es immer aus der Niendorfer Ecke – scheinbar haben sie ganz exklusiv ein Problem mit uns. Dass einem mal etwas nicht passt, kann immer mal vorkommen und gehört auch dazu. Mir passt auch nicht alles, aber dann regel ich das unter Männern! Entweder man geht nach dem Spiel zusammen ein Bier trinken. Oder aber ich gehe in die Kabine und spreche diese Person darauf an. Das hat Olli Dittberner beispielsweise Mal bei mir gemacht, was dann auch völlig in Ordnung ist. Aber was überhaupt nicht geht, dass man solch Aussagen als offizielle Statements zum Spiel abgibt. Seine Aufgabe war, das Spiel zu analysieren – und das einzige, was ihm zum Auftritt seiner Mannschaft einfiel: Sie haben gegen eine Mannschaft verloren, die so spielt wie Lurup. Das war das einzige, was ihm zu den 90 Minuten einfiel! Ansonsten hat er sich zum Fußball ja gar nicht geäußert, sondern ausschließlich darauf konzentriert, Leute persönlich anzugreifen und einen gesamten Verein in den Dreck zu ziehen!

„Wir sind total erschüttert“

Diese Aussagen am Tag danach – also nicht mehr stressbedingt nach dem Spiel – auch noch zu stützen und im selben Atemzug auch noch über Respekt zu philosophieren, da fehlen mir wirklich die Worte! Da kann intellektuell nur etwas falsch gelaufen sein… Dann bringt er auch noch das ‚Kinder-Thema‘ an. Peter hat deren zwei, Hoffi hat eins und ich habe auch zwei Kinder. Und alle, wirklich alle sind regelmäßig bei unseren Spielen. Das auch gerne, wiederkehrend und fröhlich. Da muss ich wirklich sagen – und ich habe diese Person mal sehr geschätzt –, scheinbar fehlt es da an der richtigen Kinderstube. Ganz, ganz sicher ist das weder bei Peter, Hoffi noch bei mir der Fall – denn wir würden uns niemals über einen Gegner, Verantwortlichen oder einen Verein als Ganzes derartig äußern! Das würde niemandem von uns passieren – und da spreche ich auch aus Sportchef-Sicht: Würde meinen Trainern so etwas passieren und es wird nicht zurückgezogen oder entschuldigt, dann hätte das Konsequenzen! Es ist in unserem Verein völlig undenkbar, dass wir uns so etwas leisten. Ali Farhadi gilt bei uns fortan als absolute ‚Persona non grata‘! Es ist eine Frage von Respekt, Kinderstube und Intellekt. All das scheint dort nicht vorhanden zu sein. Wir sind total erschüttert von diesem Fall!

„Machen einen Strich drunter: Sch... Verlierer!“

Wurden für ihr Verhalten an der Seitenlinie vom Gegner angeprangert: neucoach Peter Martens (l.) und Thomas Hoffmann (r.). Foto: KBS-Picture.de

Man muss nicht alles gut finden – aber dann auch noch eine ‚Neid-Debatte‘ über unseren Etat, von dem er nullkommanull Ahnung hat, zu starten: Was fällt ihm eigentlich ein?! Es gab mal zwei Spieler, um die wir uns beide bemüht haben. Einer spielt immer noch in Niendorf und der andere war Nico Patschinski. Da kann er gerne glauben, dass der wegen einer warmen Erbsensuppe damals zu Niendorf ging und nicht zu uns kam, aber möglicherweise liegt er da nicht ganz richtig… In meinen Augen hat er sich mit all den Aussagen selbst disqualifiziert. Eigentlich wollten wir all das nicht kommentieren und schon gar keine Schlammschlacht anfangen, aber nach den erneuten Vorwürfen, sind wir als Verein dazu gezwungen und müssen reagieren.

Nochmal zu der Geschichte mit dem Niendorfer Spieler, der von uns ja so sehr provoziert wurde: Dass es diesen Spieler gibt, der seit zwei Jahren permanent mit unserer Bank aneinander gerät, ist unstrittig und ich möchte es auch gar nicht bewerten. Aber da sind sicher beide Parteien nicht ganz schuldlos! Zum Sachlichen: Dass es nur eine Szene gab, in der sie den Ball nicht ins Aus spielen, ist schlichtweg gelogen! Es war eine Gesamtgemängelage und nicht eine einzelne Szene, bei der so etwas hochkocht, sondern es war wiederkehrend. Erstens lag unser Spieler da schon etwas länger, mindestens 45 Sekunden – und diese sind relativ lang. Des Weiteren lagen zwei Spieler von uns am Boden, da wurde der Ball nicht ins Aus gespielt, einmal lag ein Akteur von Niendorf und wir spielen den Ball sehr wohl ins Aus. Es ist also nicht einmal sachlich richtig. Wir können einen Strich drunter machen und dann heißt es: Sch… Verlierer! Auch wenn wir nur das Niveau eines besagten Vereins haben, den ich im Gegensatz zu meinem ‚Kollegen‘ nicht in den Dreck ziehen werde, würden wir uns durchaus einbilden, dass eine oder andere Spiel auch spielerisch lösen und gewinnen zu können.“

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