Oberliga Hamburg
10. Spieltag


TSV Buchholz 08

0

:

3


FC Teutonia 05

Anpfiff

So - 09.02. 14:00 Uhr

Spielstätte

Otto-Koch-Kampfbahn

Zuschauer

146

Schiedsrichter

Björn Krüger (SV Börnsen)

Oberliga

Qualität schlägt Quantität: Aus Teutonias Sicht ist am Ende alles gut(mann)

Auf der Lauer: Nick Gutmann (Zweiter v. re.) versucht, das Anspiel auf Marc Eisenberg (re.) zu verhindern. Foto: Knötzsch

Er lief an – und probierte es mit einem Lupfer. Wenn denn alles geklappt hätte, dann wäre Andreas Metzler in dieser 20. Minute im Nachholspiel zwischen dem TSV Buchholz 08 und dem FC Teutonia 05 (Hier gibt‘s die Highlights im Live-Ticker) eindeutig der Held der gesamten Otto-Koch-Kampfbahn gewesen. Aber das Kunststück, das sich der Innenverteidiger der Gastgeber beim Elfmeter im Anschluss an das Foulspiel im Strafraum von Nikolas Mallwitz an Cedric Fuß ausgedacht hatte, misslang auf ganzer Linie. „T05“-Keeper Yannick Zummack musste kaum Mühe und Energie aufwenden und parierte den Strafstoß.

Und so musste auch Rüdiger Meyer später nach dem Schlusspfiff den Konjunktiv bemühen. „Den Elfmeter hätten wir sicherlich gerne reinmachen dürfen“, konstatierte der Trainer der Buchholzer. Es wäre – nachdem Kevin Krottke die Gäste nach einer Flanke von Nick Gutmann per Kopf in Führung gebracht hatte (8.) – der Treffer zum Ausgleich gewesen. Und vielleicht sogar noch mehr: der Knackpunkt, der das Spiel unter Umständen in eine andere Richtung hätte kippen lassen können. Denn: Gegen den Tabellenzweiten erarbeitete sich Buchholz mehr Gelegenheiten , als Teutonia selbst. Nur: Während „T05“ zuschlug, tat „08“ es dem Kontrahenten eben nicht gleich und vergab die  Gelegenheit, zwei oder drei Treffer zu erzielen.

Meyer: „Irgendwann war der Zeitpunkt da, wo bei uns der Akku leer war“

Ohne Chance auf den Ball: Der Buchholzer Yayar Kunath (li.) muss zusehen, wie Teutonias Kevin Krottke die Kugel annehmen kann. Foto: Knötzsch

„Eine mögliche 3:1-Führung für uns habe ich jetzt nicht unbedingt gesehen. Aber: Wir haben die eine oder andere gute Aktion gehabt. Teutonia hat sich darauf beschränkt, was man mit einem frühen 1:0 im Rücken halt machen muss. Wir haben es nicht hinbekommen, unsere doch guten Möglichkeiten, die wir in der ersten Hälfte hatten, auch zu verwandeln. Von daher ist es ärgerlich, dass wir mit dem 0:1-Rückstand in die Pause gehen“, bilanzierte Meyer im Anschluss an die Begegnung und stellte fest: „Dass wir nachher unter Druck geraten würden, war irgendwie klar. Irgendwann war der Zeitpunkt da, wo bei uns der Akku leer war.“ Und dies nutzte Teutonia so aus, wie es sich für ein Spitzenteam gehört: Erst erzielte Gutmann nach einem Pass von Deran Toksöz das 2:0 (67.), dann machte Winter-Neuzugang Sinisa Veselinovic mit seinem ersten Treffer im Teutonen-Trikot nach einer Vorlage von Gutmann die Sache mit dem 3:0 endgültig klar. Kurzum: Am Ende war für den Aufstiegskandidaten alles gut(mann) und die Qualität der Gäste setzte sich gegen die Quantität an guten Buchholz-Szenen durch.

Titze: „In der zweiten Hälfte waren wir einfach besser – und ruhiger“

Zu spät gekommen: Can Kömürcü (vo.) kann nicht verhindern, dass Teutonias Luis Hacker mit dem Ball am Fuß durchstartet. Foto: Knötzsch

„Ich würde von Cleverness reden“, befand Sören Titze im Nachgang des Nachholspiels. „Wir waren in den ersten 15 Minuten der ersten Halbzeit gut, hatten unsere Chancen und machen das Tor. Aber das danach war der Klassiker: Du führst 1:0 und nach 15 Minuten hatte ich das Gefühl: Die Jungs haben gedacht, dass sie das hier mal eben so runter spielen und wir uns alle vier oder fünf Minuten eine Gelegenheit rausspielen. Ich habe schon im Spiel zu ‚Matte‘ Reincke (Titzes Co-Trainer, Anm. d. Red.) gesagt, dass wir ein bisschen den Fokus verlieren“, gab der Teutonen-Trainer zu Protokoll. Für seine Elf sei das Match in Buchholz „ein etwas anderes Fußballspiel“ gewesen: „Ich habe den Jungs 200 Mal gesagt, dass du auf dem Rasen kein Kurzpass-Spiel betreiben kannst wie sonst. Das war eine riesige Umstellung für meine Mannschaft. Wir können glücklich sein, dass wir mit dem 1:0 in die Pause gehen. In der zweiten Halbzeit haben wir nach unseren Umstellungen besser und cleverer Fußball gespielt, standen tiefer und haben mehr Räume gehabt, so dass wir die Außen besser einsetzen konnten“, resümierte der Trainer der Teutonen. 

Titze: „Ich bin felsenfest überzeugt, dass Buchholz nicht absteigt“

Einen Tick schneller: Teutonias Davidson Eden (Zweiter v. re.) im zweikampf mit Lukas Kettner, dessen Teamkollege Andreas Metzler zu Boden gegangen ist. Foto: Knötzsch

Eine Umstellung, die auch noch etwas anderes bedeutete. Und zwar: „Die langen Bälle von Buchholz kamen nicht mehr. In der zweiten Hälfte waren wir einfach besser. Und ruhiger“, befand Titze und erklärte:, „Ich würde beide Begriffe – also Cleverness und Qualität – so stehen lassen. Das war ein wichtiger Sieg gegen einen ekligen Gegner. Und das meine ich nicht negativ, sondern so, dass sie sich in alles reingeworfen haben, weil sie jeden Punkt brauchen.“ Er sei, so der Übungsleiter der Kicker von der Kreuzkirche, „felsenfest überzeugt, dass Buchholz nicht absteigt, wenn sie das Woche für Woche abliefern. Außer im Rückspiel gegen uns wünsche ich meinem Ex-Club alles Gute.“ Worte, die auch Rüdiger Meyer gerne hören wird. Doch der Buchholz-Übungsleiter weiß: was am Ende zählt, sind die Punkte. „Wir hatten einige Momente, wo wir den Ball nicht mehr an den Fuß kriegen, um ihn über die Linie zu drücken. Aber das ist eine Leistung, auf der man etwas aufbauen kann. Letztlich war es in Ordnung. Wir haben so gespielt, wie wir wollten. Jetzt ist es wichtig, dass wir in der nächsten und übernächsten Woche Punkte sammeln, um unten wegzukommen“, schloss der TSV-Trainer sein Fazit.

Jan Knötzsch

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