„Ich habe schon immer hart dafür gearbeitet!"

18.06.2016

Niendorfs Aydin künftig in Italiens Serie B!

Der Offensivspieler Furkan Aydin wird bei Spezia Calcio vorstellig. Foto: noveski.com

Es ist nicht einfach für einen Kicker aus dem Amateurfußball, irgendwann einmal im Profibereich zu landen. Vor allem dann nicht, wenn er keinem Leistungszentrum eines großen und bekannten Klubs angehört. Doch jetzt ist es einem jungen Mann aus der Oberliga Hamburg gelungen,  in der zweiten italienischen Liga vorstellig zu werden. Der 20-jährige Furkan Aydin absolvierte vergangene Saison beim Niendorfer TSV sein erstes Herrenjahr, nachdem er aus der A-Regio-Mannschaft des NTSV hochgezogen wurde. Seit letztem Sommer absolvierte er 31 Einsätze und bekommt nun die Chance, bei Spezia Calcio in der italienischen Serie B durchzustarten!

Hier lässt Aydin (links) seinen Gegenspieler Luc Hunger stehen. Künftig haben italienische Spieler das Nachsehen. Foto: noveski.com

Der Traum vieler junger Nachwuchstalente ist, irgendwann mal im Profibereich Fuß zu fassen, doch für die meisten verpufft dieser Wunsch wieder. Denn das Fußballgeschäft ist hart und fordert viel von jungen Spielern ein, weshalb sie den Anforderungen oftmals nicht gewachsen sind. Anders ist es bei Stürmer Furkan Aydin, der ab der nächsten Saison seine Chance in Italien bekommt. „Seit der A-Jugend merkte ich, dass ich es schaffen kann. Ich habe immer hart daraufhin gearbeitet und während der Schulzeit bereits davon gesprochen, dass der Profifußball mein absolutes Ziel ist“, sagt Aydin, der sein Abitur machte und sich anschließend voll und ganz auf den Sport konzentrierte.

Am 10. Juli ist der ehrgeizige Junge in der zweiten italienischen Liga bei Spezia Calcio zum Training eingeladen. Den Kontakt stellte sein Berater Bariz Soofizadeh von der FTC Football Transfer Company GmbH her, dessen letzte erfolgreiche Vermittlung der türkische Nationalspieler Emre Mor war, der diesen Sommer vom FC Nordsjaelland zu Borussia Dortmund wechselt. Dass der italienische Klub großes Interesse am Hamburger Aydin hat, erkennt man auch daran, dass der Tabellen-Siebte der Serie B sämtliche Kosten für den schnellen Offensivspieler übernimmt. Zudem meldeten sich noch drei weitere Scouts aus der selben Liga an, um Aydin beim Probetraining betrachten zu können. Sollte der Deutsch-Türke überzeugen, wird er bestenfalls sogar die Qual der Wahl haben, wenn er sich dann für einen Verein entscheiden muss. Um bei dieser Einheit topfit zu sein, arbeitet er täglich mit einem straffen Programm und großer Unterstützung weiter. Deshalb orderte er sich die Dienste gleich zweier Personaltrainer, mit denen er einen strengen Plan verfolgt und einhält. Was die Fitness angeht, so steht ihm Pietro Lucifora zur Seite (www.fitmitpietro.de), der im Studio den Ton angibt. Für die Steigerung der Ballbehandlung engagierte Aydin den Coach Mohamed Nasrallah, mit dem er sich zusätzlich auf dem Platz trifft. „Ich habe schon immer hart an meinem Ziel gearbeitet und gebe jetzt noch mehr Gas. Wenn man die Chance bekommt, muss man sie auch nutzen“, sagt der Stürmer, dem durchaus bewusst ist, dass nur wenige so eine Gelegenheit bekommen: „Gerade in Hamburg ist es schwer, den großen Sprung zu schaffen. Denn es gibt hier so viele gute Fußballer, die es verdient hätten und bei den Profis auch bestehen würden. Doch wenn man nicht aus einem Leistungszentrum kommt, wird man von den großen Klubs nicht gesehen. Das ist eigentlich traurig.“

„Ich arbeite immer hart an mir weiter!"

Aydin (r.) im Luftduell mit Dassendorfs Bey Atug. Foto: KBS-Picture.de

Vor kurzem ging beim Niendorfer TSV sein erstes Herrenjahr zu Ende, in dem er 31 Einsätze auf der linken Mittelfeldposition absolvierte, wo Trainer Ali Farhadi den gelernten Stürmer systembedingt sah. Vorher kickte Aydin für die A-Regio des NTSV und überzeugte nicht nur durch seine Treffsicherheit, sondern auch durch seine Fertigkeiten, ein Spiel schnell gestalten zu können. Dass das Fußballgeschäft hart sein kann, lernte der Deutsch-Türke auch schon in der vergangenen Spielzeit kennen. Aydin erinnert sich: „Mein letztes Jahr war nicht einfach. Unser Kapitän Özden Kocadal und ein paar Ältere wie Towart Marcel Kindler oder Serhat Yapici sind alles erfahrene Spieler, die einem das Leben nicht einfach machen. Denn sie wollen, genau wie der Trainer, immer nur das Beste für ihre Mitspieler. Außerdem spielten wir gegen den Abstieg, was anstrengend war, aber die Mannschaft mehr zusammengeschweißt hat.“ Diese Erfahrungen brachten den ehrgeizigen Aydin so weit nach vorne, dass er nun in der zweiten italienischen Liga anheuert, wo er weiter sein Ziel verfolgen möchte: „Ich bin gespannt, wie die Italiener im Allgemeinen zu jungen Spielern stehen. Aber ich bin einer, der nicht aufgibt! Selbst wenn ich nicht von Anfang an meine Einsatzzeiten bekommen sollte, arbeite ich so hart an mir weiter, bis ich irgendwann beweisen darf, was ich kann.“

Während Aydin (r.) sein Glück in der zweiten italienischen Liga versucht, wechselt Ebbi Utz in die Regionalliga zum LSK. Foto: KBS-Picture,de

Am besten gefällt Aydin übrigens die Art und Weise, wie bei den Italienern Fußball gespielt wird, weshalb er sich für einen Wechsel dorthin entschied, obwohl er auch noch Angebote aus der ersten dänischen Liga erhielt. „Dort wird nicht so ein harter Ball gespielt, wie zum Beispiel in England oder Dänemark. Sie spielen nämlich einen flachen Ball und agieren mehr taktisch“, erklärt er seine Entscheidung und hat sogar schon langfristige Pläne: „Ich versuche, so schnell wie möglich Fuß zu fassen und will jeden Tag an mir arbeiten, dass ich es vielleicht irgendwann sogar in die Bundesliga schaffe.“

Damit überhaupt die Möglichkeit entstand, jetzt nach Italien zu kommen und sogar von der höchsten deutschen Liga träumen zu können, brachte Aydin einen weiten Weg hinter sich, auf dem er sehr gute Unterstützung bekam, weshalb er sich bei drei Menschen besonders bedanken möchte: „Zum einen ist da mein Vater. Er war mein erster Trainer und hat mich nicht nur das Laufen gelehrt, sondern er hat mir auch in schweren Zeiten immer wieder Mut gemacht und gesagt, dass es weiter vorangehen muss. Dadurch hatte ich noch zusätzliche Unterstützung von Zuhause, was sehr wichtig war. Außerdem möchte ich Ralph Kainzberger (übernimmt das Traineramt bei Altona II; Anm. d. Red.) danken. Er war mein erster A-Jugendtrainer und hat mir das Vertrauen gegeben, dass ich auch höher spielen kann. Für das Vertrauen möchte ich dann aber auch noch Ali Farhadi einen Dank ausrichten, der mich gleich in meinem ersten Jahr so häufig spielen lassen hat.“ Für das Vorhaben „Profifußball“ bekommt Aydin jedenfalls von allen Seiten die besten Wünsche, denen wir uns nahtlos anschließen. Denn es ist doch immer wieder schön zu sehen, wenn Hamburger Kicker den großen Sprung schaffen.

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