Corona-Lockdown

Nächste herbe Schelle für den Amateursport: Lockerungen in weiter Ferne

Symbolbild: Bode

Dirk Fischer, Präsident des Hamburger Fußball-Verbandes, hatte sich in einem Brief an Hamburgs Bürgermeister Dr. Tschentscher gewandt. DFB-Präsident Fritz Keller ging sogar noch einen Schritt weiter und bat Bundeskanzlerin Angela Merkel eindringlich um Öffnungen für den Kinder- und Jugend- sowie den Amateur-Sport. Auch der Hamburger Sportbund und der unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) organisierte Sport richteten einen Appell für Lockerungen in Bezug auf den Amateur- und Vereinssport und forderten eine Perspektive.

Doch eben jene Perspektive scheint düster zu sein. Wie aus der aktuellen Beschlussvorlage, die bereits vor dem großen Corona-Gipfel durchsickerte, hervorgeht, ist vorerst nicht mit Lockerungen zu rechnen – zumindest in Bezug auf den Amateurfußball. Der Lockdown soll demnach bis zum 28. März verlängert werden. „Wir würden die Krise eher verlängern, wenn wir jetzt zu viele Beschränkungen gleichzeitig aufheben", sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) der „Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). „Wir müssen eine starke dritte Welle verhindern, bevor uns die Impfungen ausreichend Schutz vor Corona bieten.“

Kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen erst ab 35er-Inzidenz

Symbolbild: Bode

Zwar sollen ab dem 8. März wieder private Treffen mit einem weiteren Haushalt möglich sein, maximal fünf Personen zusammenkommen dürfen (Kinder unter 14 Jahren ausgenommen) und auch Buchhandlungen, Blumenläden und Gartencenter sollen dem „Einzelhandel des täglichen Bedarfs“ zugerechnet werden – aber der Amateursport muss wohl weiter warten. Laut der „Mopo“ heißt es: „Abhängig vom Infektionsgeschehen sollen Länder und Regionen weitere Öffnungsschritte durchlaufen dürfen.“ Bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern „könnte auch kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen unter freiem Himmel möglich werden“.

Nicht nur Hamburg ist von eben jener 35er-Inzidenz weit entfernt. Der „Business Insider“ veröffentlichte sogar den gesamten Beschlussvorschlag, über den diskutiert werden soll. Aus diesem geht hervor, dass der Amateursport unter den „dritten Öffnungsschritt“ fällt. Genauer heißt es: „Wird in dem Land oder einer Region eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner erreicht, so kann das jeweilige Land folgende weitere Öffnungen entsprechend landesweit oder regional vorsehen: kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen (max. 10 Personen) im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen.“ Sollte „die Sieben-Tage-Inzidenz 14 Tage lang nach dem Inkrafttreten des dritten Öffnungsschritts landesweit oder regional stabil bei unter 35 Neuinfektionen bleiben“, wird erst „kontaktfreier Sport im Innenbereich und Kontaktsport im Außenbereich“ möglich sein.

Scheint so, als würde und noch immer ein ganz, ganz langer Weg bevorstehen…

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